08.11.2019

Link: „Der eingeschlagene Weg ist richtig“

A-Liga Fulda: Trainer des SV Hauswurz nach dem ersten Saisonsieg

Die Erleichterung war den Spielern und Verantwortlichen (rechts oben Trainer Peter Link) des SV Hauswurz nach dem ersten Saisonsieg anzumerken. Foto: Verein

Der SV Hauswurz befindet sich im kompletten Umbruch, setzt seit dieser Saison nur noch auf einheimische Spieler. Sportlich musste der Verein so in der A-Liga Fulda enorme Abstriche machen, verlor die ersten 16 Spiele allesamt. Am vergangenen Sonntag nun das erste Erfolgserlebnis: Mit 6:3 gewannen die Hauswurzer gegen Germania Fulda. Trainer Peter Link (52) wusste, was auf Spieler und Verein zukommen würde, zeigt sich im Gespräch aber natürlich auch erleichtert.

Wie groß war die Befreiung nach dem ersten Sieg?

Wir haben diesen Moment tatsächlich herbeigesehnt, weil sich die Jungs endlich mal für ihr Engagement belohnen mussten. Unser Vorstandssprecher Mario Klüh hat gleich eine Drei-Liter-Flasche Krombacher auf den Platz gebracht, die wir genossen haben. Die treuen Zuschauer, die immer da sind und unsere Situation kennen, haben viel applaudiert und waren wirklich zufrieden. Allzu überschwänglich war das Ganze aber auch nicht.

Waren Sie sich des Himmelfahrtskommandos bewusst, als Sie dem Verein im Sommer für eine weitere Saison zugesagt haben?

Ich bin ein absoluter Fürsprecher der neuen Philosophie, dass wir komplett auf externe Spieler verzichten und nur noch auf eigene Leute setzen. Dass es nicht mehr für eine Reserve im Spielbetrieb reichen würde, war mir damals klar.

Hätten Sie sich denn auch ausmalen können, dass es sportlich mit 16 Niederlagen zum Saisonstart so heftig kommen würde?

In dem Ausmaß konnte das vorher niemand erahnen. Man muss aber auch sehen, dass die Jungs stellenweise vorher nur C-Liga gespielt haben. Da ist es eine Umstellung, wenn du plötzlich jeden Sonntag spielst und regelmäßig trainierst. Dazu kommt das deutlich höhere Tempo. Schade war, dass uns Dennis Ruppel Richtung Gersfeld verlassen hat und uns zwei potenzielle Verstärkungen kurzfristig doch noch abgesagt haben. Aber mit 24 bis 26 Mann sind wir in der Breite gut aufgestellt.

Was ging in Ihnen vor, als Ihr Team plötzlich drei Tore in acht Minuten erzielt hat und gegen Germania der erste Saisonsieg Konturen annahm?

Was mich da besonders positiv gestimmt hat, ist der Fakt, dass fünf der sechs Tore so entstanden sind, wie wir das trainiert hatten. Die Mannschaft arbeitet sehr gut im Training, zuletzt stand besonders das Kreativspiel nach vorne im Vordergrund. Das hat mich eigentlich am meisten gefreut.

Keimen nun doch noch Hoffnungen im Hinblick auf den Klassenerhalt auf?

Das spielt für uns aktuell keine Rolle. Wir sehen das alle als eine Lernsaison. Meine Aufgabe besteht darin, dass wir die Jungs taktisch und technisch auf A-Liga-Niveau heranführen. Wir wollen den jungen Kerlen so viel beibringen wie möglich.

Wie sieht die Zukunft des SV Hauswurz aus?

Von den 25 Mann, die uns zur Verfügung stehen, sind knapp 20 Leute 25 Jahre und jünger. Wir haben es beispielsweise geschafft, drei A-Jugendliche, die gerade 18 geworden sind, zu integrieren. Wir haben die Kerle einfach angesprochen und sie kommen regelmäßig ins Training. Mit Blick auf die Zukunft kann ich sagen, dass ich auch kommende Saison weitermachen und helfen werde, den eingeschlagenen Weg weiterzuführen. Für die nächsten vier, fünf Jahre sehe ich uns zumindest auf dem richtigen Weg. Längerfristig kann es düster aussehen, weil ja nicht viel aus der Jugend nachkommt. Aber das ist nicht das exklusive Problem des SV Hauswurz, sondern von allen Vereinen. / kr

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