08.03.2018

Logischer Schritt ja, Beförderung nein

Marcus Neugebauer übernimmt im Sommer erstmals eine Herrenmannschaft

Kelvin Jasching (links) und der TSV Pilgerzell bekommen ab Sommer einen neuen Trainer. Archivfoto: Charlie Rolff

In Sachen Traineramt der ersten Mannschaft hat sich Mitte-Kreisoberligist TSV Pilgerzell für ein internes Gesicht entschieden. Marcus Neugebauer, früherer Jugend- und jetziger Frauencoach, übernimmt im Sommer erstmals eine Herrenmannschaft. Wir haben uns mit dem 44-Jährigen unterhalten.

Du warst in Pilgerzell schon Jugendtrainer, bist zurzeit Frauentrainer und übernimmst im Sommer die Herren. Der logische Schritt also ...

Ich glaube einfach, dass es ganz gut passen wird. Ich habe vier, fünf Jungs aus der aktuellen Mannschaft schon in der A- beziehungsweise B-Jugend trainiert. Dazu kenne ich die Strukturen des Vereins, ich bin ja auch schon seit acht Jahren in Pilgerzell. Ich sehe sehr viel Potenzial in der Mannschaft, es ist eine junge Truppe, aus der A-Jugend kommen im Sommer ein paar Spieler hoch.

Du hast noch nie im Herrenbereich gearbeitet. War es schon immer ein Ziel gewesen, eine Seniorenmannschaft zu übernehmen?

Meine Ambition war das eigentlich nie. Es gab keinen Plan, ich habe nicht darauf hingearbeitet. Ich sehe den Wechsel auch nicht als Beförderung an. Ich habe auch die Frauen unheimlich gerne trainiert. Das wird zwar viel belächelt, für mich sind sie aber genauso viel wert, Frauenfußball hat genauso seinen Reiz. Nach sieben Jahren war ich aber der Meinung, dass eine Veränderung her muss, ich schließe aber nicht aus, irgendwann zurückzukommen. Für mich gab es dann drei Möglichkeiten: Eine Pause einzulegen, eine Jugend zu übernehmen oder eine Herrenmannschaft zu trainieren. Dann ist der Verein auf mich zugekommen und ich habe mich relativ schnell dazu entschlossen, das Team trainieren zu wollen.

Pilgerzell hat sich also gegen eine externe Lösung entschieden. Ist es ein Vorteil, Spieler und Umfeld bereits zu kennen und einige Begegnungen der Mannschaft schon gesehen zu haben?

Meiner Meinung nach ist das ein Riesenvorteil. Ich weiß, wo ich ansetzen muss, kenne Stärken und Schwächen. Die Jungs kennen mich auch und ich denke und hoffe, dass sie sich freuen, dass ich das Amt übernehme. Ich kenne den Verein in- und auswendig mit einem ganz jungen Vorstand, das passt wunderbar. Ich bin frohen Mutes.

Der Stamm des Kaders wie Torjäger Victor Faulstich bleibt dem TSV erhalten. Eine gute bis sehr gute Rolle wollt ihr in der Kreisoberliga spielen. Bei jemandem, der dreimal mit den Frauen aufgestiegen ist, kann aber von mehr geträumt werden ...

Als Ziel geben wir die Gruppenliga sicher nicht aus. Das wäre für uns als kleinen Verein und für mich direkt nach Amtsübernahme vermessen. Die Mannschaft soll meine Spielidee auf den Platz bringen. Was am Ende dabei herauskommt, hängt von vielen Faktoren ab, wie beispielsweise von Verletzungen. Es ist erfreulich, dass der Stamm des Kaders bleibt, mit potenziellen Neuzugängen sind wir in Gesprächen. Wir wollen das erste Drittel anvisieren, das sollte nach den vergangenen anderthalb Jahen klar sein. Ich übernehme ein funktionierendes Gebilde und möchte Torsten Renz' gute Arbeit fortführen.

Zunächst gilt es aber noch, das Halbjahr bei den Frauen in der Verbandsliga ordentlich zu beenden. Was sind dort die Ziele nach der guten Hinrunde?

Ich muss erst einmal sagen, dass ich die Mädels schweren Herzens abgebe. Aber irgendwann ist der Schritt erforderlich, und ein neues Gesicht wird ihnen gut tun. Meinen Nachfolger kann ich nur beglückwünschen, er wird einen guten Fang machen. Wir haben als Aufsteiger eine sehr gute Hinrunde gespielt, fast schon phänomenal, wenn man unser Verletzungspech betrachtet. In einer Liga mit zwölf Teams und vier Absteigern muss der Weg nach unten aber immer noch im Auge behalten werden. Es wäre aber schön, wenn wir einen Platz in der oberen Tabellenhälfte halten könnten.

Marcus Neugebauer wechselt vom Frauen- in den Herrenbereich.

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Autor: Steffen Kollmann

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