21.03.2019

Lohsse: Steinbach ist der FC Bayern, wir der BVB

Verbandsliga: Höhepunkt der Saison am Sonntag in Lehnerz / Maikranz’ Sorgenfalten

Aller personeller Wechselspielchen Woche für Woche zum Trotz spielen Franz Ruppel (Mitte, hier gegen Eichenzells Abdullah Oezsuvaci) und Barockstadt II eine Bombenrunde. Nun wartet auf die Lohsse-Elf der Härtetest. Foto: Charlie Rolff

Während bei Johannesberg (am Sonntag gegen Dörnberg) personell und den spielfreien Eichenzellern sportlich der Motor stottert, wird es für das übrige osthessische Verbandsligatrio am Wochenende richtig heiß: Der Vierte SV Neuhof muss zum Dritten, dem Überraschungsaufsteiger Sandershausen. Und in Lehnerz steigt der Derbykracher schlechthin, wenn Verfolger Barockstadt II auf Primus SV Steinbach trifft. Gespielt wird geschlossen am Sonntag um 15 Uhr.

SG Barockstadt II - SV Steinbach.

Die Hessenligareserve darf nicht hoch, im Steinbacher Lager weiß man noch nicht so recht, ob eine direkte Rückkehr in die Hessenliga so gut wäre – und trotzdem sind beide richtig heiß auf das Spitzenspiel, das laut Barockstadt-Coach Marco Lohsse mit allergrößter Wahrscheinlichkeit auf Rasen stattfinden wird: „Das will der Verein und auch wir als Mannschaft, schließlich trainieren wir seit zwei Wochen auch wieder auf Rasen.“ Der 40-Jährige sieht dem Derby gegen seinen Ex-Club tiefenentspannt entgegen, schließlich sind alle Mann aus dem reinen Reservekader mit an Bord, und trotz zahlreicher personeller Umstellungen Woche für Woche reiht die SGB-Zweite Erfolg an Erfolg.

„Wichtig ist mir, dass wir unsere Spieler näher an das Hessenligateam ranbringen. So wie Jan-Henrik Wolf, der unter der Woche bei der Ersten mittrainiert hat. Aber natürlich haben wir auch mega Bock auf das Topspiel und wollen dem SVS in die Suppe spuchen“, sagt Lohsse, wenngleich er die Favoritenrolle ganz klar auf Seiten der Mannen vom Mühlengrund sieht: „So jung und grün, wie man uns weißmachen will, sind, sind die Steinbacher auch nicht, wenn ich an Paliatka, Trabert, Ludwig, Dimitrijevic oder Bott denke. Und die Jüngeren haben die letzten zwei Saisons Hessenliga gespielt. Die sind ausgebufft.“ Den passenden Vergleich hat Lohsse auch parat: „Die sind das Bayern München der Liga, wir Borussia Dortmund.“

Das sieht Lohsses Ex-Schützling Michael Wiegand, mittlerweile Führungskraft im Steinbacher Mittelfeld, etwas anders: „Barockstadt II hat die etwas bessere Form und unfassbar viele junge Leute, die das Zeug für die Hessenliga haben. Sie sind für die Verbandsliga herausragend besetzt. Es wird schwer.“ Nach dem 4:0 gegen Grebenstein war die Laune im Training unter der Woche bestens, Steffen Trabert, Petr Kvaca oder Tom Wiegand haben ihre Trainingsrückstände aufgeholt beziehungsweise Blessuren auskuriert. Wiegand hofft auf ein enges Spiel und eine große Kulisse, von einem vorentscheidenden Spiel in Sachen Meisterschaft möchte der Sechser angesichts der im April folgenden Hammerwochen mit den Ligaspielen gegen Johannesberg, Eschwege und Neuhof sowie dem Kreispokalfinale gegen Eiterfeld/Leimbach aber nicht sprechen: „Da haben wir noch viel mehr Brocken vor uns.“

SG Johannesberg - FSV Dörnberg.

Zwar hat die SGJ beide Pflichtspiele in diesem Jahr gewonnen, die Stimmung bei Trainer Jochen Maikranz könnte dennoch besser sein. Grund zur Sorge gab zuletzt das Testspiel gegen Thalau vergangenen Montag (3:5), als seine Elf die Partie nur mit sieben etatmäßigen Spielern der ersten Mannschaft beenden konnte. Dazu fällt jetzt noch Angreifer Benjamin Mwanza aufgrund einer Rotsperre aus. "Aus unseren bescheidenden Rahmenbedingungen müssen wir jetzt das Optimale herausholen", so Maikranz. Die kommende Aufgabe gegen Schlusslicht Dörnberg scheint auf dem Papier eine machbare, dennoch weiß der Coach, "dass wir sehr fleißig und konsequent sein müssen". Schließlich habe der FSV seine ersten Begegnungen nach der Winterpause gegen gute Gegner wie Barockstadt II und CSC Kassel nur aufgrund von Standardgegentoren verloren.

TSG Sandershausen - SV Neuhof.

Neuhof gegen Sandershausen - da war doch was! Ein hitziges Hinspiel gewann der SVN mit 2:0, TSG-Trainerroutinier Friedhelm Janusch meldete sich im Nachgang des Spiels bei der Torgranate-Redaktion, um sich über das unfaire Verhalten von Neuhofer Spielern und Betreuern zu echauffieren. "Da wird der Gegner sicher auf Revanche aus sein, ich erwarte eine hitzige Partie", so Coach Alexander Bär, der um die Kampf- und Laufstärke der Hausherren Bescheid weiß. Richtungsweisend wird die Begegnung zweier Teams mit Aufstiegschancen allemal, mit einem Sieg könnte Neuhof vorbeiziehen, auf die Tabelle schaut Bär aber nicht. "Solange wir nicht zu unseren Stärken finden, sehe ich uns sowieso nicht als Spitzenmannschaft an." Als eine solche präsentierte sich aber zuletzt auch die TSG nicht, in Eschwege ging sie mit 0:5 unter.

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