17.07.2015

Marc Friedel: „Es ist alles nicht so einfach“

Der Spielertrainer des SV Müs im Interview

Marc Friedel spielte zuletzt ein halbes Jahr für Hessenligist Buchonia Flieden. Foto: Ralph Kraus

Die Vorbereitungen auf die neue Saison beim SV Müs und seinem neuen Spielertrainer Marc Friedel (35) laufen auf Hochtouren, in zwei Wochen steht für einen der Titelaspiranten der Kreisoberliga Mitte bei der SKG Gersfeld das erste Ligaspiel auf dem Plan. Der Ex-Fliedener schraubt die Erwartungen allerdings zurück und betont: „Wir befinden uns in einem Umbruch.“

Wird Spielpraxis eigentlich überbewertet?

Nein, auf gar keinen Fall. Spielpraxis ist mit Hinblick auf die Entwicklung der Spieler von großer Bedeutung.

Dennoch hat Müs mit den Steube-Brüdern Fabio und André (beide Schlitzerland), Mehmet Bagci, Onur Dasar (beide Rothemann) und Marius Diel (Johannesberg) gleich fünf Spieler verpflichtet, die in ihren Verein nicht zum Stammpersonal zählten…

Ja, das ist uns auch bewusst und das merken wir auch in der täglichen Arbeit. Die Spieler haben ohne Zweifel die nötige Qualität, um uns voranzubringen, brauchen aber noch einige Begegnungen, um wieder in einen Rhythmus zu finden. Da werden wir noch ein bisschen Zeit benötigen.

Seit einigen Wochen bist du jetzt im Amt: Wie ist dein Eindruck vom neuen Team? Kann der Aufstieg in die Gruppenliga in dieser Saison realisiert werden?

Stand jetzt nein, da uns in der Vorbereitung viele Spieler wegen Verletzungen oder Urlaub fehlen, unser Angreifer Julian Keller hat sich beispielsweise die Hand gebrochen. Wenn alle Spieler an Bord sind, dann traue ich uns aber auf jeden Fall zu, dass wir im Meisterschaftskampf auch ein Wörtchen mitreden können. Das Potenzial ist vorhanden, aber es ist alles nicht so einfach, schließlich befinden wir uns in einem Umbruch.

Du trainierst während der Vorbereitung fünf- bis sechsmal die Woche. Ziehen denn alle Spieler gut mit?

Ja, das auf jeden Fall. Aber auch hier müssen sich die Spieler erst an die Intensität die Anzahl der Einheiten gewöhnen, das waren sie schlichtweg bislang noch nicht gewohnt. Das ist ein Prozess, der eine gewisse Zeit dauern wird, aber das ist bei einem Umbruch auch völlig normal. Wir haben noch zwei Wochen bis zum ersten Ligaspiel Zeit – und die brauchen wir auch.

Wie schätzt du die die Kreisoberliga Mitte in diesem Jahr ein? Welche Teams zählen für dich zu den Favoriten?

Ich glaube nicht, dass es solch einen klaren Meister wie Schlitzerland in der abgelaufenen Saison geben wird. Die Liga ist grundsätzlich sehr ausgeglichen, auch wenn Borussia Fulda II eine sehr starke Mannschaft hat und davon profitiert, dass sie immer wieder Spieler aus dem Hessenliga-Team herunterbekommen werden. Die Klasse wird sehr interessant in diesem Jahr, da bin ich mir sicher.

Autor: Max Lesser

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