23.05.2018

„Mehr geht nicht an einem Tag“

Erst A-Liga-Meister, dann Kirmes und DFB-Pokalsieg

So sehen Sieger aus. Foto: privat

Die Konstellation, dass der Zweite mit bis dato drei Punkten weniger bereits Meister werden könnte, war nicht alltäglich. Und dass es dazu kommen könnte, fast ausgeschlossen, schließlich ist die SG Sorga/Kathus der Relegationskönig im Norden. Doch diesmal kam alles anders: Heinebach/Osterbach stolperte in Kalkobes (1:3), Sorga/Kathus gewann in Nentershausen (6:2) und bekommt bei nun vorhandener Punktgleichheit am letzten Spieltag drei Zähler geschenkt – der Meistertitel wandert nach Sorga und Kathus.

Meistertrainer Andreas Kurz gibt zu, „dass ich nicht damit gerechnet hatte, aber natürlich gehofft, weil Kalkobes eine richtig gute Rückrunde spielt“. Und dass Kalkobes noch einmal alles reinwarf, ringt Kurz höchsten Respekt ab. Eine gewisse Rolle spielte dabei selbstredend auch Thomas Rüger, der gebürtige Kathuser ist Coach in Kalkobes, wird seine Mannen dementsprechend eingeschworen haben. „Dankeschöns in jeglicher erdenklicher Form“, ließ Kurz den Kathusern zukommen, die (natürlich) am Samstagabend auch noch anständiger Formation in Kathus aufschlugen – da stieg schließlich die traditionelle Kirmes. Das Bier lief in Strömen – und das DFB-Pokal-Finale parallel. Eintracht-Fan Kurz war spätestens jetzt völlig aus dem Häuschen. „Mehr geht nicht an einem Tag“, sagt der 32-Jährige, der Einblick in seine Gefühlswelt gibt: „Das waren zwei ganz verschiedene Dinge, aber natürlich ging mir die Meisterschaft näher, weil ich die mit meinen Kumpels gefeiert habe.“

Er selbst hat mit 23 Saisontreffern auch auf dem Feld einen gehörigen Teil am Titelgewinn, den er vor allem an zwei Dingen festmacht. Einerseits der Geschlossenheit eines Teams, das sich zu einem weiten Teil aus Einheimischen formiert, andererseits der Erfahrung, die laut Kurz gerade gegenüber Heinebach/Osterbach den Unterschied gemacht habe. Am Ende wird, sofern Heinebach/Osterbach das letzte Spiel gegen Friedlos gewinnt, der direkte Vergleich den Ausschlag für die SG Sorga/Kathus gegeben haben. Die Tordifferenz wäre aktuell hingegen um 37 Tore schlechter gewesen, der Titel bei der alten Reglung also nach Heinebach und Osterbach gewandert.

Für Kurz ist der direkte Vergleich allerdings die gerechtere Variante: „Und das sage ich nicht nur, weil wir davon jetzt profitiert haben. Aber gerade in unseren Ligen ist es doch so, dass die einen gegen irgendeine zweite Mannschaft 15:0 gewinnen, die aber gegen den anderen gar nicht antreten und es nur 3:0 gewertet wird oder aber verstärkt antreten. Solche Ergebnisse und Spiele sind nur eine Momentaufnahme, der direkte Vergleich besitzt mehr Aussagekraft.“ Dennoch gibt Kurz freizügig zu, „dass ich der SG Heinebach/Osterbach den Aufstieg über die Relegation wünsche, weil sie, so ehrlich müssen wir sein, den schönsten Fußball gespielt haben“.

Bewegte Bilder vom Meisterjubel:

Die SG Sorga/Kathus musste ewig anmutende zehn Minuten auf das Ergebnis aus Kalkobes warten, dann brach der Jubel aus. Die SG hat uns bewegte Bilder von den entscheidenden Sekunden zur Verfügung gestellt.

Autor: Johannes Götze

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