Ex-Borusse bei ARD-Wahl dabei

Merles Kunstschuss kann Tor des Monats werden

07. April 2021, 11:13 Uhr

Ingmar Merle (rechts) sorgte bereits bei Borussia Fulda mit seiner Schussgewalt für Schlagzeilen. Foto: Charlie Rolff

Mit seiner Schussgewalt schrieb Ingmar Merle schon viele Schlagzeilen – in der Saison 15/16 sogar für Borussia Fulda. Doch diesmal ist ihm einer rausgerutscht, der nicht nur sprichwörtlich das Zeug zum „Tor des Monats“ besitzt.

Denn für Merle kann abgestimmt werden. Er befindet sich in einer illustren Runde zwischen Braunschweigs Felix Kroos oder Herthas Deyovaisio Zeefuik. Und blickt man auf die insgesamt fünf zur Wahl stehenden Treffer, dürfte Merle gute Chancen besitzen, den Titel nach Kassel zu holen. Für den KSV Hessen hatte er seinen traumhaften Distanztreffer erzielt, er verhalf zum 2:1-Sieg beim FC Homburg in der Regionalliga Südwest. Merle hatte gesehen, dass Homburgs Keeper etwas zu weit vor seinem Kasten stand, nahm von der Mittellinie Maß und traf. Dabei befand sich der Linksverteidiger fast an der Außenlinie.

„Ich habe ganz oft den Torwart im Blick“, sagt Merle über die Entstehungsgeschichte, gibt aber zu bedenken, „dass es für mich als Außenverteidiger recht schwierig ist, mich aus dem Spiel heraus überhaupt in solche Abschlusspositionen zu bringen.“ Beim Treffer in Homburg passte alles: Der Torwart spielte mit, der Schuss hätte nicht präzisier sein können und am Ende jubelte der KSV gar über die im Regionalliga-Abstiegskampf so wichtigen drei Punkte.

Ob es sein schönstes Tor gewesen sei, will Merle nicht beantworten. Vor einem Jahrzehnt war ihm ein solcher Treffer schon einmal gelungen. Für den KSV bei Bayern Alzenau. Und auch der eine oder andere Freistoßtreffer kommt ihm in den Sinn. So wie in der Vorserie gegen Barockstadt. Ein Schuss wie ein Strich aus mehr als 30 Metern.

Aber besonders sei das jüngste Tor freilich gewesen. Eines der Kategorie Klaus Augenthaler oder Bernd Schuster. Die beiden hatten mit ähnlichen Treffern die Tore des Jahrzehnts in den 80ern und 90ern erzielt. Nur war da die Distanz deutlich geringer. Da sollte es doch nun zumindest für das „Tor des Monats“ langen? „Chancenlos bin ich wahrscheinlich nicht“, sagt der 31-Jährige, der sich selbst gar nicht feiern möchte. Ein viel zu bodenständiger Kerl ist er dafür. Vielmehr nimmt er die Nominierung als positive Wahrnehmung für den Verein wahr.

Dass Merle von der Sportschau nominiert worden war, erfuhr er von einem Kumpel, der das Tor online auf der Sportschau-Homepage sah. Gefilmt hatte den Treffer der Saarländische Rundfunk. Nun können die Zuschauer per Telefon oder online für den Treffer abstimmen.

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