Hessenliga: Neuhof mut- und chancenlos

Michel macht's wie er will

20. September 2020, 15:55 Uhr

Neuhofs Trainer Alexander Bär kann es nicht fassen, was sein Team gegen Friedberg zeigte. Foto: Charlie Rolff

Nach zwei 1:0-Siegen in Folge ist der SV Neuhof wieder auf dem Boden der Tatsachen gelandet. Im Heimspiel gegen Türk Gücü Friedberg spielten die Gäste den SVN phasenweise vor und feierten einen vollkommen verdienten 4:0 (3:0)-Erfolg.

Völlig unaufgeregt, sehr abgeklärt und einen fußballerisch guten Eindruck hinterließ Türk Gücü am Fuße des Kaliberges. Von Minute eins an dominierten die Gäste nach Belieben. Etwa 80 Prozent Ballbesitz spiegeln das – und noch deutlicher wird es beim Anblick der Ballkontakte von TG-Keeper Felix Koob. Der hatte exakt einen Rückpass seiner Vorderleute zu meistern. Neuhof fehlten schlichtweg die Mittel sowie die nötigen Ballbesitzphasen. Diese lagen nämlich nur im Sekundenbereich, weil den Hausherren offensiv der Mut fehlte und Türk Gücü sofort auf den Ballgewinn aus war.

Und Friedberg machten kurzen Prozess, weil sie einen Stürmer haben, der trifft wie er will: Noah Michel. Der 25-Jährige ehemalige Gießener narrte die SVN-Defensive ein ums andere Mal, punktete mit seiner Schnelligkeit und seiner Treffsicherheit. Streich eins spielte er nach 19 Minuten, als er freistehend am zweiten Pfosten einköpfen durfte. Streich zwei folgte sechs Minuten später, als er per herrlichem Lupfer traf. Und sein dritter Streich, als er nach einem Ballgewinn schnell umschaltete, machte den Deckel drauf (71.). Hinzu kommt, dass mit Shelby Printemps eine zweite Waffe rechtsaußen agierte, die immer wieder für Betrieb sorgte. Und auch der Mann mit der haitianischen Staatsbürgerschaft belohnte seinen Auftritt mit einem Treffer (26.).

"Wir müssen jetzt schnell analysieren, was wir alles falsch gemacht haben. Mit Juan Manuel Paez und Stefan Kladar hatten nur zwei Feldspieler angehend das Level, was nötig ist", resümierte Trainer Alexander Bär, der etwas defensiver spielen ließ, damit aber die falsche Variante wählte. Zudem sei eine gewisse Müdigkeit zu spüren gewesen. "Ich wollte nicht ins offene Messer laufen. Am Ende ist es doch passiert. Wir sitzen alle im selben Boot, die Mannschaft macht Fehler und ich als Trainer mache auch Fehler", so Bär.

Dass es nicht noch mehr Gegentore wurden, lag einmal mehr an Dogus Albayrak. Der Neuhofer Keeper war selbstredend bei den etlichen Chancen der gefragteste Mann am Platz und brachte die Gäste immerhin kurzzeitig zur Verzweiflung. Die jedoch können sich über einen perfekten Saisonstart freuen, mit drei Siegen aus drei Spielen waren die rund 25 mitgereisten Fans nach Schlusspfiff jedenfalls nicht mehr zu bremsen.

Die Statistik:

SV Neuhof: Albayrak – Paez, Kladar, Srsen, Vrdoljak (31. Alexandris) – Borowski – Kerasidis, Weismantel, Henning (46. Sosa Perez), Costa Sabate – Görner (63. Pleic).
Türk Gücü Friedberg: Koob – Scheffler, Weigand, Auer (77. Dudda), Biber – Usic, Schorr – Printemps (82. Häuser), Eren (67. Arslan), Fukuhara – Michel.
Schiedsrichter: Steffen Rabe (VfB Wetter).
Zuschauer: 150.
Tore: 0:1, 0:2 Noah Michel (19., 25.), 0:3 Shelby Printemps (26.), 0:4 Noah Michel (71.).

Kommentieren
Vermarktung:

Mehr zum Thema

Wettbewerbe