Eiterfeld und Freiensteinau Remis

Mit dem letzten Atemzug

03. Oktober 2020, 15:30 Uhr

Leonhard Käsmann (links) hatte das letzte Wort im Duell seiner SG Eiterfeld/Leimbach mit der SG Freiensteinau. Foto: Kevin Kremer

Alles andere als ein fußballerischer Leckerbissen war das Aufeinandertreffen zwischen der SG Eiterfeld/Leimbach und der SG Freiensteinau. Sah es lange Zeit nach einem Kampfsieg der Gäste aus, stach die Spielgemeinschaft doch noch mit dem letzten Atemzug zu.

Eigentlich war der dritte Saisonsieg für Freiensteinau in Sack und Tüten. Der Glaube der Zuschauer, dass Eiterfeld noch einen Torerfolg verbuchen würde, war nicht gegeben. "Aber als Spieler glaubst und hoffst du immer", sagte Eiterfelds Kapitän Simon Schilling. Und so belohnte sich Schilling und seine Nebenleute doch noch, da der eingewechselte Leonhard Käsmann den richtigen Riecher hatte und nach einem Einwurf inklusive anschließendem Gewusel den Durchblick bewahrte und mit der letzten Aktion einschob (90.+4). Schiedsrichter Eric Wettels pfiff nicht einmal mehr an. Während der eine Kapitän heilfroh war, "dass wir nach einem komplizierten Spiel immerhin einen Punkt holen", monierte dessen Pendant, SGF-Kapitän Sebastian Krieg, "die fehlende Cleverness".

Völlig niedergeschlagen lagen die Gästespieler am Boden, der Kampf der vorigen Minuten hatte seine Spuren hinterlassen. Dabei wurde es Freiensteinau besonders in der ersten Halbzeit einfach gemacht. Wunschlos glücklich konnte Trainer Heiko Breitenberger sein, denn das Treiben lief so, wie es die SGF gerne hat. Der Gegner muss das Spiel gestalten, der eigene Blick hingegen geht auf die Defensivarbeit. Und das können die Breitenberger-Mannen schließlich, die passende Raumaufteilung gepaart mit dem nötigen Zweikampfverhalten machte Eiterfeld sichtlich zu schaffen. Und das konnten die Gäste fahren, da Jannik Beikirch bereits nach vier Zeigerumdrehungen eine Sahneflanke von Stefan Stramm einköpfte.

Ansonsten war in den Strafräumen nichts geboten, erst Mitte der zweiten Hälfte wachten die Hausherren etwas auf. Fortan schnürte SGF-Keeper Felix Kania seine Handschuhe etwas enger. Weder Robin Sorg (67.), noch Kevin Kurz (70.) und Thomas Aumann wussten den Keeper zu überwinden. Und war Kania mal unsicher, bereinigten die Gäste geschlossen (86.). Doch Käsmann zeigte dann doch, wie es geht. Dass es dazu überhaupt kam, lag an Schlussmann Lucas Klein. Der hielt nämlich herausragend gegen Beikirch (73.) und nahm dem 25-Jährigen das Grinsen aus dem Gesicht. Genauso wie Wettels in der Nachspielzeit. Der Schiri zeigte dem Stürmer nämlich die Ampelkarte, da Beikirch in der Mauer die Hand zur Hilfe nahm. "Wir haben das gespielt, was wir können. Wir haben mit viel Ehrgeiz und Laufbereitschaft gespielt, personell haben wir ohnehin nicht viel zur Auswahl. Es ist halt bitter, wenn du so lange fightest und dann so ein Ding kassiert. Vielleicht war es dem ständigen Defensivstress geschuldet", konstatierte Gäste-Trainer Breitenberger.

Die Statistik:

SG Eiterfeld/Leimbach: Klein – Hilpert, Schilling, Wolf (46. Faust), Kurz – Busold, Grob (72. Käsmann) – Dogru (46. Demir), Witzel – Sorg, T. Aumann.
SG Freiensteinau: Kania – Link, Krieg, Sill, Schenk – Stramm, Lotz, Lang (73. Straub) – Müller, Stribrny – Beikirch.
Schiedsrichter: Eric Wettels (JFV Fulda).
Zuschauer: 118.
Tore: 0:1 Jannik Beikirch (4.), 1:1 Leonhard Käsmann (90.+4).
Gelb-Rote Karte: Jannik Beikirch (90.+1, Freiensteinau).

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