Stimmen zur HFV-Entscheidung

Möller zuversichtlich, Römmich kämpft

29. März 2021, 07:25 Uhr

Barockstadts Sportmanager Sebastian Möller (links) und Bad Sodens Sportlicher Leiter Wladimir Römmich äußern sich zur Entscheidung des Hessischen Fußball-Verbands. Fotos: Rolff, TG

Wie wurde die Entscheidung des Hessischen Fußball-Verbands bei den Vereinsvertretern aufgenommen? Wir haben uns bei Hessenliga-Tabellenführer SG Barockstadt sowie beim gefühlten Verbandsliga-Tabellenführer SG Bad Soden umgehört.

"Thema nicht abgegolten"

"Mit der Annullierung ist die Problematik der Saison für mich noch nicht gelöst", stellt Sodens Sportlicher Leiter Wladimir Römmich heraus, denn für Vereine wie seine SG Bad Soden, die ambitioniert Fußball spielen lassen und gute Chancen auf einen Aufstieg besitzen, darf das Thema nicht abgegolten sein. Zumal in der Hessenliga die Auf- und Abstiegsfrage noch offen ist, "aber wir, die eine Liga darunter spielen und auf dem Weg dorthin sind, sollen in die Röhre schauen"? Im Vorstand werde man sich nun beraten, ob es Möglichkeiten gebe, gegen die Annullierung vorzugehen – "auch wenn es am Ende wohl keinen Effekt haben wird. So zu tun, als wäre nichts gewesen, kommt nicht infrage.“

Römmich hätte sich weitere Lösungen gewünscht, sagt, die Annullierung sei der einfachste Weg gewesen. „Im Juli wird nicht alles ’juhu’ sein, die Pandemie existiert weiterhin, weshalb nicht alles aufs Minimum reduziert werden kann. Hygienekonzepte bestehen, Schwerstarbeit wurde zu Saisonbeginn von den Vereinen verrichtet. Und das so alles keine Wertung finden? Es gilt zu lernen, mit Corona umzugehen“, so der Sportliche Leiter, dessen Vorschlag eine Saisonfortführung im Herbst war und ist, da dann der Termindruck nicht so immes wäre.

"Wir planen zweigleisig"

Sebastian Möller kann mit dem Stand der Dinge leben, wenngleich der Manager der SG Barockstadt nichts gegen eine klare Positionierung des Verbands einzuwenden hätte. „Dass die Saison abgebrochen wird, ist absehbar gewesen und sicherlich die richtige, weil noch einzig mögliche Entscheidung“, sagt Möller. Dass die SG Barockstadt als Hessenliga-Tabellenführer gerne weitergespielt hätte, um sich sportlich den Aufstieg zu verdienen, hatte sie des Öfteren unterstrichen.

Dass der HFV anders als andere Verbände eine klare Positionierung pro Regionalliga-Aufsteiger vermieden hat, findet Möller „schade, aber nicht so problematisch, da der HFV auch Spielbetrieb der Frauen und Junioren regeln muss und nicht nur an die Hessenliga denken kann“. Möller rechne aber, falls die noch ausstehende Entscheidung in Baden-Württemberg am 9. April wie in Hessen ausfallen sollte, dass die SGB vom HFV als Aufsteiger gemeldet würde. Fakt ist, dass der Verein, sobald möglich, den Regionalliga-Antrag einreichen wird. „Wir planen natürlich zweigleisig“, sagt Möller.

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