KOL Mitte

Neuansetzung nach nicht gegebener Roter Karte

Kreisoberliga Mitte: Dipperz/Dirlos darf noch einmal nach Margretenhaun

06. Dezember 2019, 14:16 Uhr

Alexander Lembcke darf sich noch auf zwei Spiele gegen Ex-Club Dipperz/Dirlos in dieser Saison freuen. Die erste Partie wird nämlich neu angesetzt. Foto: Charlie Rolff

Zweimal Gelb ist einmal Gelb-Rot: Das lernt jeder Fußballer in jungen Jahren. Da dies in der Kreisoberliga-Mitte-Partie zwischen Margretenhaun und Dipperz/Dirlos (3:1, 28. September) aber gleich in zwei Fällen nicht passierte, wird das Spiel neu angesetzt.

In der 22. Minute hatte Schiedsrichter Tim Weinrich (Petersberg) Margretenhauns Fabian Kaiser die Gelbe Karte gezeigt, sich aber scheinbar eine falsche Rückennummer auf seiner Spielnotizkarte notiert – dort war Spielertrainer Alexander Lembcke vermerkt. Deshalb sah Kaiser in Minute 41 beim Stand von 2:1 noch einmal die Gelbe Karte, ohne aber folgerichtig vom Platz zu fliegen. Der Margretenhauner wurde daraufhin unverzüglich ausgewechselt. In der Halbzeit wurde der Unparteiische von Gästefans auf seinen Irrtum aufmerksam gemacht, konnte seinen Fauxpas aber nicht wieder gutmachen. Später, in der 86. Minute, sah auch Christian Grösch nur die Gelbe Karte, obwohl der FSG-Akteur bereits nach sechs Minuten verwarnt worden war – das war für den Fall aber eher nebensächlich.

Dipperz/Dirlos legte fristgerecht Einspruch gegen die Spielwertung ein, das Sportgericht um den Vorsitzenden Werner Pflanz entschied in einem schriftlichen Verfahren auf eine Neuansetzung. Im Urteil, das unserer Zeitung vorliegt, führten die Sportrichter mehrere Punkte in der Beweisaufnahme auf: Einerseits war Schiedsrichterbeobacher Dennis Meinhardt anwesend, der bestätigen konnte, dass keineswegs Lembcke die erste Margretenhauner Gelbe Karte gesehen hatte, da Meinhardt diesen kenne – im Gegensatz zu Kaiser, weshalb Meinhardt nicht bestätigen konnte, ob dieser sicher die Gelbe Karte gesehen hatte. Außerdem seien Fotos eines Online-Portals zu Rate gezogen worden, in dem ein Zweikampf zwischen Kaiser und Gästespieler Tobias Beier dokumentiert ist. Zu guter Letzt hatte sich Pflanz unter die Margretenhauner Zuschauer beim kommenden Spiel in Schlitz gesellt, wo diese über die zwei Gelben Karten für ihren Akteur sprachen.

Wenig Verständnis aus Margretenhaun

Die nicht gegebene Gelb-Rote Karte für Kaiser stuften die Richter als „spielentscheidend“ ein, schließlich hätte der Spielverlauf bei zehn gegen elf ein ganz anderer sein können. Großes Verständnis gibt es von Seiten des RSV für die Beweisführung nicht, wenngleich der Verein auf einen Einspruch seinerseits verzichtete. „Wir hatten gar nicht mitbekommen, wer die erste Gelbe Karte gesehen hatte, da Alex Lembcke auch direkt daneben stand“, betont Schriftführer Daniel Otschonovsky. „Das Ärgerliche für uns ist, dass wir absolut verdient gewonnen haben und die Punkte für den Klassenerhalt brauchen.“

Warum sich die FSG dazu entschied Einspruch einzulegen, erklärt der Sportliche Leiter Pietro Ferrara: „Zu diesem Zeitpunkt haben wir die dritte Niederlage in Folge kassiert, wir wussten nicht, wo die Reise hin geht. Deshalb haben wir uns als Verein in der Pflicht gesehen, die sportliche Gerechtigkeit herzustellen. Das hatte aber gar nichts mit dem Verein Margretenhaun zu tun, zumal wir zu unserem ehemaligen Trainer Alex Lembcke weiterhin ein super Verhältnis pflegen.“ Wann die Begegnung neu ausgetragen werden soll, steht noch nicht fest. „Unsere Jungs werden nach den Vorfällen sicherlich richtig motiviert sein“, vermutet Otschonovsky.

Autor: Steffen Kollmann

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