Marborns Coach Glaschke im Gespräch

"Nicht immer die halbe Mannschaft austauschen"

15. September 2020, 15:00 Uhr

Cem Dinc erlebte mit der SG Marborn einen miserablen Start. Nur zwei Tage später zeigte die SGM aber, dass es auch anders geht. Foto: Ralf Hofacker

Viele neue Gesichter konnte der Schlüchterner A-Ligist SG Marborn in den zurückliegenden Monaten präsentieren. Gleich 15 Neuzugänge sind mittlerweile von der Partie, die Mannschaft von Trainer Oliver Glaschke hat ein neues Gesicht erhalten. Doch viel anders war zumindest zum Saisonstart erst einmal nicht.

Mit 0:7 ging die SGM am ersten Spieltag in Weichersbach baden. Nachdem der Club dank Corona dem Abstieg von der Schippe gesprungen ist und ein Jahr zuvor gerade so über die Relegation die Klasse gehalten hat, waren die schlimmen Vorstellungen umgehend zurück. Doch Besserung sollte nur zwei Tage später eintreten, beim 2:2 gegen Rommerz jedenfalls überraschten die Marborner. Und das erfreute Coach Glaschke sehr: "Wir wollten unseren Zuschauern zeigen, dass der Auftakt ein Ausrutscher war. Wir hätten auch den Kopf in den Sand stecken können. Die Jungs haben allerdings einen super Willen gezeigt, zumal man bei Rommerz sicherlich von einem Gegner sprechen kann, der Ambitionen hegt. So wie Weichersbach auch, gegen die wir schlichtweg einen rabenschwarzen Tag hatten. Bei ihnen ist nach dem Führungstor eine Maschine ins Rollen gekommen." Bereits im Kreis nach dem Spiel sei das Ergebnis abgehakt gewesen. Die Akzeptanz, dass der Gegner stärker war, war vorhanden.

Seit knapp zwei Jahren ist Glaschke nun erneut bei der SG Trainer. In dieser Zeit könne er Fortschritte erkennen. Von großen sportlichen Sprünge sieht er aber ab, der Klassenerhalt habe oberste Priorität. "Außerdem müssen wir vorsichtig sein nach den vergangenen Jahren", so Glaschke. Besonders den Spaß im Training hebt er hervor, allgemein sei die Laune der ausschlaggebene Punkt für erfolgreichen Fußball. "Wenn du bereits vor dem ersten Ligaspiel den Spaß verloren hast, kannst du nichts reißen. Deshalb haben wir darauf geachtet, dass die Neuzugänge vor allem menschlich passen", gibt Glaschke preis.

Leute, die den mannschaftlichen Spirit mit vermitteln wurden geholt, und welche zudem Lust auf den Sport haben. "Weil es darum in der Kreisliga geht", stellt der Trainer klar. Ehemalige Marboner sollten wieder begeistert werden, außerdem haben sich die Spieler in ihren Freundeskreisen umgehört, ob nicht das Interesse vorhanden sei, für die SG Marborn zu spielen. "Und wir stellen fest, dass die Jungs zusammenhalten. Mein Ziel ist es, den Verein wieder aufzubauen. Dazu zählt, dass wir nicht die halbe Mannschaft in den Wechselperioden austauschen müssen", sagt Glaschke. Mit einer guten Geschlossenheit innerhalb des Teams ist ein Anfang gemacht.

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