Hessenpokal Halbfinale

Nilsson und die kalte Dusche – Fotos

12. Mai 2021, 20:46 Uhr

Wiesbadens Paterson Chato (grün) zog im Mittelfeld die Fäden. Hier im Zweikampf gegen Frankfurts Ahmed Azaouagh. Foto: Charlie Rolff

Um 20.47 Uhr ist es amtlich: Dem TSV Steinbach Haiger folgt Wehen Wiesbaden ins Finale des Hessenpokals. In einer munteren Partie präsentiert sich der Dritligist kaltschnäuziger und macht beim 5:0 (2:0) über den FSV Frankfurt früh in der Partie Nägel mit Köpfen.

Marvin Ajani auf Kevin Lankford. Der wieder auf Rechtsverteidiger Ajani. Eine Flanke und eine misslungene Kopfballabwehr von Dominik Nothnagel später nimmt Gustaf Nilsson die Bogenlampe im Strafraum mutterseelenallein an und drischt den Ball in die Maschen. Und somit herzlich Willkommen in der PSD Bank Arena in Frankfurt. Keine drei Minuten sind gespielt, als der Favorit aus Wiesbaden in Führung geht. Kalte Dusche für den FSV!

Apropos kalte Dusche. Passend zu den ersten Spielminuten fängt es an zu regnen – und das nicht zu knapp. Warum ich das erzähle? Naja – in den ersten Minuten passiert herzlich wenig. Fahrt nimmt das Spiel erst nach 18 Minuten auf, als Nilsson – wer auch sonst an diesem Pokalabend – seinen Zeigefinger erneut in die Lüfte streckt. Wieder geht es über rechts. Wieder zappelte der Ball im Netz. Zweite Chance, zweites Tor.

Gästetrainer Rüdiger Rehm ist nach Abpfiff bewusst, dass seine Mannschaft sehr effektiv war. „Nach der Führung haben wir allerdings das Spiel nicht mehr aus der Hand gegeben“, betont der 42-Jährige. Und Frankfurt? Böse Zungen würden sagen, der FSV sei lediglich stets bemüht. Die Mannen von Trainer Thomas Brendel gaben sich keineswegs auf und wurden auch stärker. Zwingend wurden sie allerdings nicht. „Die Chancen, die wir hatten, haben wir nicht aufs Tor gebracht“, analysiert der Ex-Borusse. Als Problem hat der A-Lizenz-Inhaber das letzte Drittel gesehen. „Da konnten wir uns nicht durchsetzen. Die Steckpässe landeten immer beim Gegner.“

Paradebeispiel ist Stürmer Muhamed Alawie, der einst wichtige – und vor allem viele – Tore für Frankfurt erzielte. Nach einer halben Stunde hat er die dicke Möglichkeit auf den Anschluss, zielt aber in Richtung Eckfahne. Keine drei Minuten später legt Stürmerkollege Jake Hirst ab. Und Alawie – der rutscht aus. Halbzeit.

Und auch wenn es mittlerweile aufgehört hat zu regnen, gab es erneut eine kalte Dusche für den FSV. Der Torschütze? Einmal raten. Richtig! Gustaf Nilsson. Es dauert erneut drei Minuten, bis der Goalgetter richtig steht. Eine misslungene Flanke macht Kevin Lankford scharf und Nilsson steht da, wo ein Stürmer zu stehen hat. Das Spiel war spätestens zu diesem Zeitpunkt entschieden. Frankfurt war anschließend auf Schadensbegrenzung aus. Und das mit Erfolg. Dies lag aber eher am Dritligist, der einen Gang runterschautet und die ein oder andere gute Chance liegen ließ.

Am 29. Mai trifft somit Wehen Wiesbaden auf den TSV Steinbach Haiger. Da Wehen sich durch die Liga nicht mehr für den DFB-Pokal qualifizieren kann, wird die Mannschaft von Trainer Rüdiger Rehm das Finale nicht auf die leichte Schippe nehmen.

Die Statistik

FSV Frankfurt: Enders – Kunert (80. Burdenski), Siereck, Nothnagel, von Schrötter – Azaouagh (65. Straub), Bazzoli, Güclü, Kelati – Alawie (65. Sejdovic), Hirst.
Wehen Wiesbaden: Boss – Niemeyer, Mockenhaupt (46. Walbrecht), Carstens, Ajani – Medic (77. Lais), Chato – Hollerbach, Wurtz, Lankford – Nilsson (66. Tietz).
Schiedsrichter: Jonas Weickenmeier (TSV Lämmerspiel). Zuschauer: keine. Tore: 0:1 Gustaf Nilsson (3.), 0:2 Gustaf Nilsson (18.), 0:3 Gustaf Nilsson (48.), 0:4 Marvin Ajani (61.), 0:5 Benedict Hollerbach (86.).

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