22.08.2019

Radic: SGJ erster echter Gradmesser

Verbandsliga Nord: Absoluter Hit morgen Abend im Fuldaer Westen

In einem der seltenen Aufeinandertreffen zwischen Johannesberg und Flieden in der jüngeren Vergangenheit traf Felix Hack (rechts) in der Kreispokalsaison 2017/18 entscheidend. Foto: Charlie Rolff

Gleich zu Beginn des 6. Spieltags wartet die Verbandsliga Nord mit einem Schlager, vor allem aus osthessischer Sicht, auf, wenn der Tabellenzweite aus Johannesberg morgen Abend den Primus aus Flieden zu Gast hat. Doch auch die Nachbarschaftsduelle in Eichenzell und Lehnerz birgen Brisanz.

SG Johannesberg - SV Buchonia Flieden (Freitag, 18.30 Uhr)

Es ist neben dem Duell der SGJ gegen Hünfeld (3:0) von vor wenigen Wochen der Schlager der Liga schlechthin, wobei die Trainer vorher das beliebte Spielchen mit dem Favoritenstempel treiben und diesen weit von sich wegweisen. „Ich habe Johannesberg gegen Hünfeld gesehen. Eine sehr offensivstarke Mannschaft, die sich punktuell sehr gut verstärkt hat und dadurch auch nicht so ganz unerfahren ist“, meint Fliedens Coach Zlatko Radic.

Sein Gegenüber Zeljko Karamatic sieht das Pfund der Buchonen neben der Zweikampfwucht eben in dieser Erfahrung. „Und wir müssen natürlich Fabian Schaub in den Griff bekommen, der auf sein erstes Saisontor brennt“, weiß der 46-jährige SGJ-Trainer, der verschiedene Möglichkeiten durchexerziert hat, um Fliedens omnipräsentem Angreifer Herr zu werden. Vieles wird dabei auf die Afrikaner Paolo Mondo und Eric-Stéphane Kengni-Fotsing ankommen, wobei beide unter der Woche noch angeschlagen waren.

„Meine Jungs haben sich dieses Topspiel auch redlich verdient“, sagt Karamatic nicht zuletzt ob des jüngsten 2:2 in Weidenhausen, „wo wir nicht unseren besten Tag hatten und trotzdem noch ein Remis erkämpft haben. Hut ab!“ Entsprechend wollen die Johannesberger auch diesmal versuchen, ihr Spiel möglichst durchzudrücken. Der Offensivverfechter auf der Bank der Fuldaer hofft, „dass wir 400, 500 Zuschauer nach Johannesberg locken können. Das hätten beide Mannschaft mindestens verdient.“

Auch Radic freut sich auf das Spiel wie ein kleines Kind auf Weihnachten: „Es wird ein super Spiel werden, die Qualität auf beiden Seiten ist einfach hoch. Ich sehe diese Partie als einen ersten echten Gradmesser, wie es um uns in der Runde wirklich bestellt ist.“ Der 49-Jährige hat das bewährte Personal beisammen, also dementsprechend viele Spieler, die in der Abstiegssaison genug Expertise mit Spielen auf Messers Schneide gesammelt haben.

FC Eichenzell - SG Ehrenberg (Sonntag, 15 Uhr)

„Ich hoffe, dass spätestens nach dem 0:5 in Sand alle begriffen haben, dass das 5:0 in Kassel zum Start nicht als Gradmesser dient. Wir spielen uns nicht mal so locker durch die Liga, sondern es geht nur gegen den Abstieg“, spricht Eichenzells Coach Heiko Rützel vor dem Derby Klartext. Gegen den langjährigen Gruppenligarivalen geht die Britannia das erste Mal in dieser Spielzeit nicht als Underdog ins Spiel, „dementsprechend ist aber auch der Druck größer“, weiß Rützel, der von seiner Mannschaft ein besseres Zweikampfverhalten fordert. „Sonst kannst du gegen Ehrenberg gleich einpacken.“ Immerhin hat sich die Personallage etwas entspannt: Alexander Ganß und Dominik Schlag kehren zurück, auch der zuletzt angeschlagene Aron Loui Jahn konnte wieder mit trainieren.

An Rützels früherem Petersberger Weggefährten auf Seiten der SG Ehrenberg, Robert Schorstein, nagt immer noch ein bisschen die bittere Niederlage gegen Körle (2:3). In Eichenzell erwartet der 31-Jährige eine ähnliche Begegnung, in der es gilt, einen Konkurrenten auf Distanz zu halten. „Keine Frage, dass die fußballerische Qualität bei Eichenzell vorhanden ist, aber die Punktausbeute ist eben nicht so wie erwünscht. Deswegen wollen oder müssen beide Teams unbedingt gewinnen“, freut sich Schorstein auf ein feuriges Derby, auch wenn seine Erinnerungen an die Spiele in Eichenzell nicht so positiv sind. „Wir waren in der Gruppenliga dort wenig erfolgreich. Aber das kann sich ja jetzt ändern“, flachst der Ehrenberg-Coach, der auf eine lange Verletztenliste blickt. Mit Sven Kemmerzell (Kreuzbandriss), Jakob Müglich und aller Voraussicht nach Niklas Bleuel (Wade), Florian Dinkel (Schulter) und Michael Geier (Rücken) drohen fünf Spieler auszufallen.

SG Barockstadt II - SG Bad Soden (Sonntag, 15 Uhr, in Lehnerz)

„Ich habe gleich nach dem Spiel eine klare Ansage gemacht: Wir müssen konzentriert weiterarbeiten und dürfen nicht abheben.“ Sodens Trainer Anton Römmich kennt seine Pappenheimer und sieht sich veranlasst, nach dem 8:0 über Türkgücü Kassel Bruder Leichtfuß einen Riegel vorzuschieben. Zumal: „In und gegen Lehnerz haben wir in den letzten Jahren immer schlecht ausgesehen.“ Alle sind fit, nur der Trainer selbst nicht, der wegen einer Hand-OP unter der Woche ins Krankenhaus musste. Die Barockstadt-Reserve um Trainer Marco Lohsse ist heute Abend noch in Weidenhausen im Einsatz. / hall, mic, oi

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