Sonnenberger im Interview

"Regionalliga reizt mich nicht mehr"

10. Januar 2021, 11:58 Uhr

Sebastian Sonnenberger findet ab Sommer in Eichenzell seine neue sportliche Heimat. Foto: Verein

Mit Sebastian Sonnenberger (29) hat der FC Britannia Eichenzell am Sonntag seinen neuen Trainer präsentiert. Warum der Schritt in die Verbandsliga für den Innenverteidiger der SG Barockstadt jetzt genau der richtige ist, verrät er im Interview.

Du bist Stammspieler bei Hessenliga-Primus SG Barockstadt und hast mit dem Verein gute Chancen auf den Aufstieg in die Regionalliga. Warum ist es trotzdem der perfekte Zeitpunkt für dich, nach Eichenzell zu gehen?

Bevor ich nach Fulda gekommen bin, habe ich alles dem Ziel untergeordnet, Profifußballer zu werden. Deswegen besteht bei mir nicht mehr der große Reiz, unbedingt noch einmal Regionalliga zu spielen. Zumal ich weiß, welche Unannehmlichkeiten man dafür eingehen muss: Körperlich muss man in einem absolut fitten Zustand sein, die Ernährung anpassen, viel Zeit opfern. Und nur weil ich fußballerisch vielleicht noch mithalten könnte, heißt das nicht, dass es in meinen Lebensplan reinpasst. Ich werde bald 30, arbeite nach Beendigung meines Studiums seit August und bin vor einem halben Jahr Vater geworden. So kam die Eichenzeller Anfrage zum richtigen Zeitpunkt. Ich möchte wieder als Trainer arbeiten und habe mich gefragt, wo ich mich wohl fühlen könnte. Da kommen nicht viele Vereine in Frage, Eichenzell aber auf jeden Fall.

Was überzeugt dich an der Britannia?

Da muss man sich ja nur die letzten 20 Jahre anschauen, wie viele Trainer es in dieser Zeit gab. Zlatko Radic und Heiko Rützel durften dort über viele Jahre in Ruhe arbeiten. Welche Kontinuität und gute Führung der Verein ausstrahlt, ist herausragend. Außerdem besteht eine starke Mannschaft mit einer guten Altersstruktur. Wenn so ein Angebot kommt, kannst du nicht ein Jahr drüber nachdenken, sonst hat in der Zwischenzeit jemand anderes übernommen.

Du hast Heiko Rützel angesprochen, der momentan Trainer ist, künftig aber im Vorstand dein "Chef" sein wird. Eine schwierige Situation?

Für mich ist das keine Last, überhaupt nicht. Im Fußball verschwimmt das sowieso, es ist nicht so wie in einer Firma, wo du deinem Vorgesetzten liefern musst. Du willst persönlich sportlichen Erfolg, genau wie der Vorstand. Es ist eher schön, mit Heiko einen Menschen im Verein zu haben, der so engagiert ist.

Du wirst als Spielertrainer agieren. Gibt es jemanden, der dich von der Seitenlinie aus unterstützen wird? Vielleicht sogar Heiko Rützel?

Heiko wird reines Vorstandsmitglied und nicht in die tägliche Arbeit involviert sein. Es wird einen Co-Trainer geben, noch ist aber offen, wer das sein wird.

Bei Viktoria Fulda hast du mit zahlreichen jungen Talenten gearbeitet. Ist es dein Wunsch, ehemalige Schützlinge für Eichenzell zu gewinnen?

Junge, gute Spieler will jeder Verein. Auch wir. Natürlich würde ich mich freuen, wenn ein Spieler, mit dem ich bei Viktoria Fulda war, nochmal mit mir arbeiten will. Meine Erfahrung mit den Jugendspielern hat gezeigt, dass ich gut mit diesen umgehen und sie weiterentwickeln kann. Wir in Eichenzell können für sie eine gute Adresse sein.

Du hast gleich für zwei Jahre bei der Britannia zugesagt. Wie lauten die Ziele in der Zeit?

Der Verein hat es in der Pressemitteilung treffend formuliert: In Eichenzell soll Verbandsliga gespielt werden. Alles andere wäre Zusatz.

Mit Patrick Broschke triffst du auf einen ehemaligen Mitspieler, um den es immer wieder Wechselgerüchte gibt. Bist du von seinem Verbleib überzeugt?

Patrick hat in Eichenzell gebaut. Es würde mich schon wundern, wenn er nicht bleiben würde. Er ist für uns in dieser Liga ein absoluter Unterschiedsspieler. Ich hoffe, dass er zusagen wird und wir zusammen arbeiten können.

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