A-Liga Lauterbach/Fulda

Reicht ein einziger Dreier zum Klassenerhalt?

05. Februar 2021, 12:00 Uhr

Kann Grebenhain/Bermuthshain (links Nino Kraft, gegen den Nieder-Mooser Tobias Schell) die starke bisherige Saison bestätigen? Archivfoto: Ottmar Schleich

Die A-Liga Lauterbach/Fulda ist etwas ganz Besonderes: Denn als einzige Spielklasse im osthessischen Seniorenfußball hat sie es geschafft, zur Winterpause eine komplett gerade Tabelle erzielt zu haben.

Die Lage

Alle Mannschaften haben bislang genau acht Spiele absolviert – also etwa ein gutes Drittel der eigentlich angedachten Saison. Ganz oben stehen mit Grebenhain/Bermuthshain, Wartenberg/Salzschlirf, Ilbeshausen und Vogelsberg II vier Teams aus dem Vogelsberg, die allesamt einen Punkteschnitt von mindestens zwei Zählern aufweisen können. Im Tabellenkeller ragen ebenfalls die Vogelsberger heraus: Lautertal und Lauterbach sind als einzige Teams noch sieglos und bereits abgeschlagen vom Rest.

Top

Die größte Überraschung der bisherigen Saison ist wohl Grebenhain/Bermuthshain. Obwohl Grebenhain vor gut 15 Jahren seine Glanzzeit in der Verbandsliga hatte, war seit dem Neubeginn 2011 nie mehr als Platz sieben in der A-Liga drin. Unter dem neuen Trainer Patrick Scheibelhut rangiert die Spielgemeinschaft nun aber an der Tabellenspitze, sieben von acht Spielen wurden gewonnen. Mächtig gesteigert haben sich auch Wartenberg/Salzschlirf und Vogelsberg II im Vergleich zur Vorsaison. Die Kreisoberliga-Reserve hat sich von Platz 13 auf 4 verbessert, Wartenberg/Salzschlirf war in der Saison 19/20 noch Zehnter, ist jetzt aber erster Verfolger von Grebenhain/Bermuthshain.

Flop

Etwas hinter den Erwartungen ist Stockhausen/Blankenau geblieben. In der vorherigen Spielzeit im Vierkampf um den Aufstieg voll dabei, überwintert die SG in der unteren Tabellenhälfte. Auch aufgrund vieler Verletzungen, unter anderem hat sich Spielertrainer Christopher Erb einen Kreuzbandriss zugezogen. Bei den Kellerkindern Lautertal – der Neuling ist noch ohne Sieg und stellt die schlechteste Offensive – sowie Lauterbach war mit einer schwierigen Saison bereits zu rechnen. Gerade der VfL muss sich die Frage gefallen lassen, ob ein freiwilliger Abstieg im Sommer nicht besser gewesen wäre. Die Kreisstädter haben inzwischen 26 (!) Ligaspiele in Folge verloren.

In Erinnerung bleibt

Das spektakulärste Spiel fand Ende September statt, als Grebenhain/Bermuthshain Stockhausen/Blankenau mit 7:5 besiegte. Bereits nach 14 Minuten stand es 3:3. Ansonsten gab es einige Kantersiege, zum Beispiel das Ilbeshäuser 10:2 in Lauterbach, die deutlich machen, wie weit die Mannschaftsstärken in der Liga teilweise auseinandergehen. Überraschenderweise war aber auch ein Topspiel eine klare Sache: Beim klaren 4:0 im Derby fügte Ilbeshausen Grebenhain/Bermuthshain die einzige Saisonniederlage zu. Nachbar Nieder-Moos sah nach vier Spieltagen und zehn Punkten ebenfalls wie ein Aufstiegskandidat aus – es folgten allerdings vier Niederlagen, so dass der Club im gesicherten Mittelfeld überwintert.

Zahlenspiel

In allen 56 Saisonspielen gab es gerade einmal acht Unentschieden. In vier dieser Partien war die SG Kleinlüder/Hainzell beteiligt, die deshalb noch nicht so recht an die gute Vorsaison anknüpfen kann. Kurios ist zudem, dass Horas II als Siebter ein besseres Torverhältnis als Spitzenreiter Grebenhain/Bermuthshain hat. Dieser stellt dafür mit Jannik Braun und Tim Ittmann zwei der drei besten Torschützen, der Horaser Andre Winter steht ebenfalls bei neun Treffern.

Ausblick

Der Kampf um Platz eins wird bis zum Ende spannend sein. Es bleibt abzuwarten, ob Spitzenreiter Grebenhain/Bermuthshain so konstant wie in den ersten acht Spielen agiert. Wenn ja, ist der große Wurf möglich. Wartenberg/Salzschlirf und vor allem Ilbeshausen – der TSV hat vermutlich die beste Mannschaft – sind aber in Lauerstellung. Im Abstiegskampf wird es Lautertal oder Lauterbach treffen. Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass der Sieger des direkten Duelles mit dem einzigen Saisondreier die Klasse hält.

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