16.05.2019

Reith beschwört neuerliches Weiher-Wunder

Hessenliga: Ohne Dreier in Waldgirmes ist Fliedens Abstieg fix

André Leibold (links) pflegt eine ambivalente Beziehung zum Elfmeter. Ob er im Falle eines Strafstoßes in Waldgirmes noch einmal ran darf? Foto: Charlie Rolff

Vor knapp zwei Jahren stieg der SV Flieden nach einem 3:1-Derbysieg über Lehnerz II in die Hessenliga auf, das jüngste 0:2 gegen die SG Barockstadt dürfte nun das vorerst letzte Spiel gegen einen Lokalrivalen in Liga fünf für die Buchonen gewesen sein. Ein Fünkchen Resthoffnung und damit volle Motivation für das Spiel am Samstag (15 Uhr) in Waldgirmes hat man sich im Königreich jedoch bewahrt.

Die Ausgangslage...

...ist relativ klar: Flieden muss gewinnen, um noch eine Chance auf den Ligaerhalt zu haben. Aufgrund des verlorenen direkten Vergleichs mit denen um vier Punkte besser postierten Teams aus Griesheim und Friedberg ist selbst ein Remis in Mittelhessen zu wenig. „Nehmen wir mal an, dass Griesheim mit einem Sieg gegen Ederbergland durch ist. Türk Gücü Friedberg hingegen hat mit Kassel und Baunatal zwei Bretter vor der Brust. Wir müssen in Waldgirmes jetzt gewinnen, das ist klar, und dann im Heimspiel gegen Hessen Kassel ein weiteres Fußballwunder vom Weiher beschwören“, rechnet Fliedens Spielausschussvorsitzender Daniel Reith voller Optimismus vor.

Wissenswertes zum Spiel:

Wie schon beim 1:1 gegen die SG Barockstadt kann der heimische SCW nun wieder auf dem sanierten Rasen gegen die Buchonia spielen. Auf natürlichem Geläuf tut sich Flieden bekanntermaßen leichter als auf Kunstrasen. Personell hat Flieden lediglich eine Umstellung in der Startelf zu bewältigen: Marc Röhrig wurde für sein hartes Einsteigen gegen Fuldas Patrick Broschke mit einer Sperre von vier Spielen belegt und ist damit schon in der Sommerpause.

Der Gegner:

Konstanz war für Waldgirmes zuletzt ein Fremdwort. Vor zwei Wochen noch unterlagen die Mittelhessen Kellerkind Türk Gücü Friedberg 2:4 - zum Leidwesen der Buchonen, um eine Woche später Hessen Kassel beim 2:2 durch einen couragierten Auftritt den Aufstieg zu versauen. Der SCW wird versucht sein, dem scheidenden Coach Daniyel Bulut einen würdigen Abschied vor heimischer Kulisse zu bereiten und im zweiten Jahr nach dem Aufstieg zumindest auf einem einstelligen Tabellenplatz im Endklassement zu landen.

Die Statistik:

Fliedens Defensivmann André Leibold sollte um beide Strafräume eher einen großen Bogen machen. In Hadamar verschuldete der gebürtige Ulmbacher vor knapp zwei Wochen einen Elfer, gegen die Barockstadt versagten ihm jüngsten vorne vom Punkt die Nerven - bereits das zweite Mal in dieser Spielzeit nach dem 1:2 gegen Ederbergland im zweiten Saisonspiel. Im Hinblick auf eine Änderung in Sachen Elfmeterschütze hätten die Fliedener im Training laut Reith eine Übung vom Punkt eingestreut: „Wer letztlich im Fall des Falles schießen wird, wird sich weisen." Das Hinspiel Ende Oktober endete 2:2, der einzige Punkt, den das Interims-Trainerduo Sascha Gies/Andreas Drews in seiner drei Spiele währenden Amtszeit zwischen Meik Voll und Zlatko Radic einfahren konnte.

Autor: Christian Halling

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