Annullierung: Die wichtigsten Antworten

Reuß: "Immer im Interesse unserer Vereine"

28. März 2021, 13:47 Uhr

Wird sich HFV-Präsident Stefan Reuß für die SG Barockstadt starkmachen? Foto: Johannes Götze

Der Hessische Fußball-Verband (HFV) hat am Samstag durch den Verbandsvorstand beschlossen, die Saison bei Herren, Frauen und Junioren zu annullieren. Keine Absteiger, keine Aufsteiger. Fast zumindest. Die SG Barockstadt darf weiterhin hoffen. In einer ausschweifenden Pressemitteilung hat der HFV seine Entscheidung begründet. Einige Fragen bleiben offen.

Status Quo

Faktisch ist die Saison abgebrochen und annulliert. Der HFV muss dies nun in einem obligatorischen Umlaufverfahren fixieren. Somit wird es weder Auf- noch Absteiger geben. Der HFV sei zu dem Ergebnis gekommen, dass selbst bei dem frühest möglichen Trainingsstart am 18. April nicht gewährleistet wäre, in allen Spielklassen die Vorrunde zu Ende zu bringen. „Kein Schnellschuss“, sagt HFV-Präsident Stefan Reuß zur Entscheidung, der von einem „sorgsam vorbereiteten und breit abgestimmten Prozess“ spricht. Meinungen hatte sich der Verband zuvor in 32 organisierten Kreiskonferenzen eingeholt. Dort hatte sich eine überwältigende Zahl der Vereine für Annullierung und gegen Beendigung der Vorrunde entschieden.

Causa Regionalliga

Offen bleibt, ob es Aufsteiger in die Regionalliga geben wird. Drei direkte und ein weiterer über eine Aufstiegsrunde sind festgelegt. Die Gretchenfrage lautet: Reduzierung der Regionalliga-Absteiger von sechs auf drei und keine Aufsteiger. Oder aber: sechs Absteiger und Aufsteiger aus den Oberligen. Insgesamt sieben Fußballverbände sind der Regionalliga Südwest zugeordnet. Jeder Verband sitzt mit einer Person im Gesellschafterausschuss der Regionalliga, der letztlich entscheiden wird. Für den HFV nimmt diese Rolle Präsident Stefan Reuß ein. Haben sich derzeit zwei Verbände pro Aufsteiger geäußert, steht bei drei Verbänden eine Entscheidung über die Saisonfortsetzung aus. Der HFV hielt es wie der Saarländische Fußballverband und vermied eine klare Positionierung.

Reuß erklärt das auf Nachfrage. „Wir müssen auf übergeordnete Verbände achten, da geht es nicht nur um die Regionalliga.“ Er verweist auf die Situationen im Junioren- und Frauenbereich auf Hessenliga-Ebene. Dort sind die Gemengelagen andere als bei der Herren-Hessenliga. Auch dort gilt es Lösungen zu finden. Dennoch ließ sich Reuß zumindest zu der Aussage hinreißen, „dass wir immer im Interesse unserer Vereine handeln. So wie im vergangenen Jahr.“

Ein Wink an die SG Barockstadt? Zumindest hatte sich Reuß im Vorjahr für den Aufstieg des KSV Hessen Kassel starkgemacht. Gilt gleiches, darf Hessenliga-Primus SG Barockstadt auf Unterstützung hoffen. Eine Entscheidung wird auf sich warten lassen. Erst am 9. April entscheiden die drei Verbände aus Baden-Württemberg über die Saisonfortsetzung. Anschließend wird die Regionalliga tagen.

Wann geht es weiter

Nicht thematisiert worden ist, wann und in welcher Form die kommende Saison startet. „Wir haben Verbandsfußballwart Jürgen Radeck den Auftrag erteilt, bis zur nächsten Verbandsvorstandssitzung Ideen zu sammeln – auch über alternative Spielmodelle. Dass wir uns Gedanken machen müssen, haben wir logischerweise gelernt“, sagt Reuß.

Längere Fristen

In den Kreiskonferenzen wurde den Vereinen zugesichertet, dass in diesem Jahr die Fristen für Bildungen von Spielgemeinschaften und der Meldung freiwilliger Abstiege verlängert werden. Genaue Daten gibt es noch nicht.

Pokal

Nicht betroffen vom Abbruch sind die Pokalrunden. Hier hofft der HFV auf die Fortsetzung.

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