Verbandsliga in der Übersicht

Richtige Lehren gezogen

25. September 2020, 06:58 Uhr

Eichenzells Marcel Röder muss auf das Wiedersehen mit seinem ehemaligen Club verzichten. Der Keeper ist privat verhindert. Foto: Kevin Kremer

Noch zum Start von zwei aufeinanderfolgendenen englischen Wochen war die Laune bei Eichenzells Trainer Heiko Rützel verhagelt. Der Grund: Thalau siegte bei seiner Elf mit 2:1. Zwölf Tage später ist die Gefühlswelt des 37-Jährigen eine andere.

Zwei Siege aus drei Partien gegen Teams, die vermeintlich in das obere Drittel einzuschätzen sind, stellen Rützel deutlich mehr zufrieden als noch den mauen Auftakt. Die wichtigste Erkenntnis, die er aus dem Mammutprogramm zuletzt gezogen hat, ist die Tatsache, dass ohne die richtige Körpersprache für sein Team wenig zu ernten ist. Zudem habe Eichenzell das eigene Spiel nach der Thalau-Partie umgestellt. "Wir haben unsere Lehren gezogen. Man hat gemerkt, dass wir einfacher und unkomplozierter hinten raus spielen und schneller in die gefährlicheren Zonen kommen müssen", sagt Rützel.

Zuletzt war sein Team gegen spielstärkere Gegner erfolgreich, mit Ehrenberg hingegen wartet nun im Derby (Sonntag, 15 Uhr) wieder eine Mannschaft auf einem ähnlichen Niveau von Thalau. Zumal SGE-Trainer Sebastian Vollmar gerne dem Gegner das Treiben überlässt. "Verteidigen ist immer ein Stück einfacher. Aber wir brauchen noch ganz andere Komponenten in einem Derby. Jeder muss das Bestmögliche reinwerfen. Ich kenne Sebastian schon länger und weiß, dass wir in diesen 90 Minuten rein gar nichts geschenkt bekommen", so Rützel, der seine Mannen individuell zwar etwas stärker einschätzt, aber ebenso betont, "dass Ehrenberg wie wir sieben Zähler hat. Wir müssen an unsere Grenzen gehen." Den Vorteil der ausgeruhteren Beine haben die Gäste, die SGE zog das Türkgücü-Spiel unter der Woche auf Anfang September vor.

Mit Marcel Röder hat der Coach einen ehemaligen Ehrenberger in seinen Reihen. Der mittlerweile 27-Jährige war fünf Jahre in der Rhön aktiv, doch das Wiedersehen mit seinem ehemaligen Club wird er verpassen. "Marcel ist privat verhindert. Das ist schade. Er hat am Mittwoch eine gute Leistung gezeigt, obwohl zuletzt ja Hanns-Peter Schwarz den Vorzug erhielt", berichtet Rützel. Schwarz aber fiel krankheitsbedingt aus und ist auch am Sonntag noch fraglich. Ebenso wie Burak Vardar und Leonard Müller, Ferhat Yildiz unterzieht sich indes einer Abschlussuntersuchung wegen einer Schulterverletzung. Immerhin kehrt mit Jonathan Müller der Kapitän nach seiner Gelb-Rot-Sperre zurück.

Johannesberg muss nun liefern

Ein weiteres osthessisches Derby steigt an diesem Spieltag in Johannesberg (Samstag, 16 Uhr). Und die Hausherren sind gegen Thalau in der Pflicht. Nur vier Punkte bislang sind nicht der Anspruch, das 2:0 in Bad Soden unter der Woche war noch schmeichelhaft. Doch Thalau kann Derby, Eichenzell kann davon ein Lied singen und Trainer Meik Voll kitzelt ohnehin immer das Maximum aus seinem Team raus. Die spielerische Klasse, die Johannesberg ohne Frage besitzt, muss nun durch die nötige Einstellung und Zweikampfführung aufgehübscht werden. Eine erneute Pleite würde den Zug in Richtung einer Spitzenposition bereits abfahren lassen.

Die Überraschungsmannschaft der SG Barockstadt peilt indes Saisonsieg Nummer vier an. Am Lehnerzer Galgengraben sind die SGB-Youngster gegen Türkgücü Kassel (Sonntag, 15 Uhr) gefordert. Durch die vergangenen Auftritte hat sich das Team von Florian Roth mittlerweile in die Favoritenrolle geschossen.

Der neue Tabellenführer, die SG Bad Soden, reist am Sonntag (15 Uhr) zum punktgleichen Tabellenzweiten SSV Sand. Beide Teams haben zwölf Zähler, Sand benötigte dazu jedoch nur vier Spiele, hat ergo alle Begegnungen gewonnen. Nach der Gala-Vorstellung der Sodener gegen Johannesberg stellt sich die Frage, ob die "Sprudelkicker" jene Glanzleistung bestätigen können. Trainer Anton Römmich jedenfalls kennt seine Pappenheimer: "Gleich nach dem Lob für die gute Leistung gab es mahnende Worte. Der Mangel an Konstanz war in der Vergangenheit ein Problem. Da trifft es sich, dass wir auch in Sand stark gefordert werden.“

Kommentieren