13.08.2019

Robin Dutt zollt dem KSV viel Respekt

DFB-Pokal: Baunatals Coach Tobias Nebe schwärmt noch immer vom vergangenen Samstag

Baunatals Coach Tobias Nebe kam aus dem Schwärmen gar nicht mehr raus. Foto: Charlie Rolff

Einen Fight, wie er im Lehrbuch steht, lieferte Hessenligist KSV Baunatal am Samstagabend in der ersten Runde des DFB-Pokals gegen den VfL Bochum ab. Nur mit viel Dusel siegte der Verein aus der zweiten Bundesliga mit 3:2 und sicherte sich die Teilnahme an der nächsten Runde. Für Baunatals Trainer Tobias Nebe war der Samstag ohnehin ein einmaliges Ereignis.

Mann des Tages war sicherlich Bochums Silvere Ganvoula, der mit drei Toren letztlich für das Weiterkommen der Westfalen sorgte. Doch auf der Gegenseite stand nicht nur ein Mann, der an diesem Tag überragte, sondern eine ganze Mannschaft. Nicht auszudenken, was passiert wäre, hätte der Hessenligist seine 2:1-Halbzeitführung nach Treffern von Maximilian Blahout und Nico Schrader über die komplette Spielzeit gehalten. Das Parkstadion war mit 5748 Zuschauern gut gefüllt, beide Fanlager hatten gar eine Choreographie vor Spielbeginn parat. Doch was ging eigentlich in den Köpfen vor, als in der Halbzeit die Sensation in der Luft lag? „Wir haben in der Kabine alles sachlich analysiert, wollten einige Dinge nochmal besser machen, haben uns aber zeitgleich auf ein richtiges Feuerwerk von Bochum eingestellt“, so KSV-Trainer Tobias Nebe.

Und wie beschreibt der Coach das Drumherum? „Das alles war der absolute Wahnsinn. Die Atmosphäre, die Medienpräsenz, die Zuschauer. All das werden wir wohl nie wieder erleben“, meint ein sichtlich angetaner Nebe auch drei Tage nach dem Spiel noch. Dass die Partie für Baunatal nicht alltäglich war, zeigte sich bereits im Vorfeld, denn mit Kameras waren die Fernsehsender schon beim Training vor Ort, selbst bei der Mannschaftsbesprechung durften die Zuschauer auf dem Sofa mitlauschen.

Begriffe wie Gänsehaut, Emotionalität, Stolz und Leidenschaft betont der 37-Jährige immer wieder, wenn er zurückdenkt. Selbst die Partie gegen Hessen Kassel, als vor wenigen Monaten knapp 15.000 Zuschauer im Auestadion zugegen waren, komme nicht an das Spiel gegen Bochum heran. Dazu habe auch der Spielverlauf beigetragen, „denn die Mannschaft hat das Publikum mitgerissen“, frohlockt der Familienvater.

Die Gefühle waren trotz des prächtigen Auftritts gemischt, schließlich wurde die ganz große Sensation nur hauchzart verpasst. „Es ist am Ende bitter, wenn du so kurz davor bist und dann scheiterst. Wie wir uns allerdings präsentiert haben, darauf sind wir Stolz“, sagt der Trainer und hofft auf einen push für die anstehenden Aufgaben in der Hessenliga. Dort ist Baunatal nämlich mit einem Sieg und einer Niederlage gestartet. Nebe wünscht sich jedoch mehr von seinem Team, Werte wie Selbstgefälligkeit sollen nach dem Auftritt im Pokal nicht eintreten. „Doch dafür hat die Truppe zu viel Charakter“, sagt der 37-Jährige. Eine Eigenschaft, die übrigens auch Bochums Trainer Robin Dutt dem KSV zugestand, denn der Fußball-Lehrer sei mit seinem Club gerade noch mit einem blauen Auge davongekommen. Respekt hat sich der KSV Baunatal also gehörig verschafft.

Autor: Tobias Konrad

Kommentieren