Osthessen bislang Brandners weißer Fleck

Rock 'n' Roll im Neuland?

21. März 2021, 13:54 Uhr

Horst Brandner trainiert ab Sommer erstmals eine osthessische Mannschaft. Foto: privat

Mit seinen 57 Jahren hat Horst Brandner bereits viele Erfahrungen im Fußballgeschäft sammeln dürfen. Der osthessische Raum ist jedoch noch ein gänzlich weißer Fleck in seiner Vita. Doch nur noch bis zum Sommer, denn mit Gruppenligist SG Aulatal wird er erstmals eine Mannschaft aus der Region coachen.

Brandner, so offen und ehrlich ist er, habe sich bislang kaum über den osthessischen Fußball Gedanken gemacht. Borussia Fulda ist ihm ein Begriff, alles andere müsse er allerdings in der kommenden Zeit erst aufarbeiten. Aber darauf versprüht er Lust, hat nach einer einjährigen Pause erneut Blut geleckt, mehrmals die Woche am Sportplatz zu stehen. Das nämlich hat er in der Vergangenheit fast ununterbrochen getan. Erst als Juniorentrainer beim SC Neukirchen, dann als Seniorentrainer von der A- bis Gruppenliga bei verschiedenen Teams wie unter anderem Neukirchen, Homberg oder Schwarzenborn. Der Schwalm-Eder-Kreis war stets seine sportliche Heimat.

Dass er allerdings überhaupt im Trainergeschäft landete, verdankt er seinen Söhnen. "Wie so oft musste bei den F-Junioren ein Vater herhalten. Seitdem bin ich davon nicht mehr weggekommen und habe nach und nach die C-, B- und A-Lizenz gemacht", schildert Brandner. Gute Kontakte pflege er schon stets zu Stadtallendorfs Trainer Dragan Sicaja, der ihn letztlich sogar als Stützpunkttrainer ins Spiel brachte, da Brandner die nötigen Zulassungen hatte. Nur aufgrund des zu großen Zeitaufwands war damit irgendwann Schluss.

Nun, im Jahr 2021, ist die Zeit allerdings wieder vorhanden. Der 57-jährige frühere Berufssoldat befindet sich mittlerweile im Ruhestand. Deshalb kam die Anfrage der SGA zum genau richtigen Zeitpunkt, zumal Brandner mit seiner Partnerin nur einen Steinwurf vom Sportgelände in Oberaula entfernt wohnt. Allein dadurch habe er ab und an mal geschaut, wie sein neuer Verein tickt. "Ansonsten habe ich mich in den Foren belesen", so der Neu-Trainer. Der Kontakt kam letztlich über Paul Kozik und Viktor Kibenko, beide für Aulatal aktiv und frühere Arbeitskollegen Brandners, zustande.

Die Eindrücke seiner künftigen Mannschaft sind entsprechend nicht allzu ausgeprägt, Spiele habe er ganz wenige nur gesehen. "Aber das Potenzial für die Gruppenliga ist allemal vorhanden. Die Altersstruktur passt, zudem sind ein paar Erfahrene dabei, die die Seile am Platz übernehmen können. Ich bin recht zuversichtlich, dass wir es gemeinsam rocken können. Dass ich nun in einer neuen Region tätig bin, ist mehr als reizvoll, weil man wieder neue Ecken kennenlernt", schildert der Vater von Tim-Philipp Brandner, seines Zeichens Akteur beim Regionalligisten KSV Hessen Kassel.

Über die Länge seiner Amtszeit macht er sich indes noch keine Gedanken, hat allerdings eine klare Tendenz: "Meine Intention als Trainer sieht vor, drei Jahre mit einer Mannschaft zusammenzuarbeiten. Im ersten Jahr lernen sich Team und Trainer kennen, im zweiten Jahr gibt es eine Spielidee und im dritten Jahr schaut man, was dabei herauskommt. Wie es dann weitergeht, wird sich zeigen. Jedoch denke ich, dass ein neuer Schwung nach drei Spielzeiten für jede Mannschaft gut ist. Außer, die halbe Mannschaft wird immer ausgewechselt."

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