13.03.2018

Römmich lässt sich nicht irreführen

Verbandsliga: Das Tabellenbild ist verzerrt

Maximilian Fröhlich (rechts) und der Hünfelder SV hat in Bad Soden um Lars Jordan einen kleinen Rückschlag hinnehmen müssen. Foto: Siggi Larbig

Das 3:3 gegen Tabellenführer Hünfelder SV genügte der SG Bad Soden, um sich in der Verbandsliga-Tabelle vom neunten auf den achten Rang zu verbessern. Doch während die Mannschaft von Trainer Anton Römmich längst nicht aller Sorgen ledig ist, schickt sich der HSV an, nach 1962, 1968, 2003, 2008 und 2012 zum sechsten Mal in seiner Vereinsgeschichte in die Hessenliga aufzusteigen.

Doch selbst die acht Punkte Vorsprung der Hünfelder auf den Tabellenzweiten SG Johannesberg sind trügerisch. Denn die Mannschaft von Trainer Jochen Maikranz, der am Samstag aufmerksamer Beobachter des Hünfelder 3:3 auf der Sodener Bornwiese war, hat zwei Spiele weniger ausgetragen.

Komplett unübersichtlich ist die Situation im Keller und im Mittelfeld der Tabelle, wo sich Mannschaften mit bis zu sieben Spielen Differenz tummeln. So dürfte der Tabellendrittletzte RSV Petersberg mit 17 Punkten aus 23 Spielen kaum noch zu retten sein, während Eschwege (16 Spiele) und der auf dem ersten Abstiegsplatz stehende SC Willingen (18 Spiele) noch gewaltige Sprünge machen können.

Für die SG BadSoden ist die Lage nicht nur wegen der heuer hohen Zahl von mutmaßlich fünf Absteigern bedrohlich, sondern weil sie bereits 21 Spiele ausgetragen hat, und damit so viele wie nur der 1. Schwalmstadt (21) und eben Petersberg (23). „Wir dürfen uns von der aktuell guten Platzierung nicht blenden lassen. Solange die Tabelle nicht begradigt ist, können wir uns nicht in Sicherheit wiegen“, sagt denn auch SG-Trainer Anton Römmich.

Die Klasseleistung gegen den Branchenführer Hünfelder SV, dem man nicht nur spielerisch und taktisch ebenbürtig war, sondern gegen den man, gemessen an hochkarätigen Torchancen, eigentlich hätte gewinnen müssen, dürfte rund um die Bornwiese auch die schmerzliche Frage aufgeworfen haben, was in dieser Saison möglich gewesen wäre, hätte man unter Römmichs Vorgänger Kelvin King nicht einen so verheerenden Fehlstart in die Saison hingelegt. „Sicher könnten wir ein paar Punkte mehr haben, und mittlerweile zeigt die Mannschaft auch jene Qualität, von der ich von vornherein gesagt habe, dass sie sie hat. Aber es ist doch völlig sinnlos darüber nachzudenken. Es zählt allein die Gegenwart und die sieht so aus, dass wir noch Punkte gegen den Abstieg brauchen“, sagt Römmich.

Auf der anderen Seite legte HSV-Abteilungsleiter Mario Rohde den Finger gleich nach Abpfiff in die Wunde. Zwar hatte auch er ein „tolles Spiel“ gesehen, lobte dafür aber hauptsächlich den Gegner und sprach hinsichtlich des nun übergeordneten Ziels „Aufstieg“ von „einem langen Weg, den wir noch zu bestreiten haben“. Gerade bei den Gegentoren musste sein Trainer Dominik Weber die Art und Weise bemängeln, wie drei hohe Bälle verteidigt – oder eher nicht verteidigt – wurden. Dass dabei auch Keeper Jonas Hosenfeld bei mindestens einem Treffer eine gehörige Portion Mitschuld trug, kreidete dem 18-Jährigen niemand an, der sich eigentlich mit der Bankrolle hatte begnügen müssen, aber für den am Rücken verletzten Christian Ruck einsprang. / oi, jg

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