OFC-Fanclub

Rot und Weiß ein Leben lang

Der viertälteste von 124 OFC-Fanclubs ist aus Grebenhain

24. Mai 2020, 07:59 Uhr

Fanclub-Chef vom ersten Tag an: Gerhard Götz im Partyraum in Grebenhain. Foto: Ralf Hofacker

Seit 1973 gibt es den OFC Fan-Club Grebenhain. Vom ersten Tag an ist Gerhard Götz dessen Vorsitzender. Gerade erst vor wenigen Wochen ist der 74-Jährige mal wieder im Amt bestätigt worden.

Am 8. Mai 1973, einem Dienstag, ging im Deutschen Haus in Bermuthshain in den Räumlichkeiten von Gastwirt Ewald Desch die Gründungsversammlung über die Bühne. Ewald Desch, Otto Heinrich Winter, Herbert Usinger, Dieter Straßberger, Ferdinand Zimmermann, Reinhard Krusche, Helmut Beyer, Rudolf Langnitz und eben Gerhard Götz hoben den damals vierten OFC-Fanclub aus der Taufe. Zuvor hatte sich im nahen Lauterbach ein OFC-Fanclub gegründet: „Da war Siggi Held gekommen. Wir sind mit ein paar Mann hin, haben uns das mal angeschaut und anschließend den Entschluss gefasst: Das machen wir auch“, berichtet Gerhard Götz. Der Lauterbacher Fanclub sei dann bald wieder aufgelöst worden, von der Grebenhainer Gründungsmannschaft sind neben Götz mit Desch und Zimmermann noch heute drei Mann dabei.

Bestimmt 400 Menschen, erzählt Gerhard Götz, hätten sich im Mai 73 im Deutschen Haus eingefunden, neugierig, hautnah die Profis jener Bundesligaelf zu sehen, die in der Saison 72/73 Siebter wurde und im Schnitt vor beinahe 18000 Zuchauern auf dem Bieberer Berg antrat.

Wer im Deutschen Haus dabei war, der konnte was erleben: „Der österreichische Nationalspieler Hans Schmidradner, Manfred Ritschel, Erwin Kostedde, Dieter Müller, Ernst Traser und Manfred Koppenhöfer waren da, von der Vereinsführung Waldemar Klein und Willi Konrad. Die haben alle Rede und Antwort gestanden, das ging bis in die frühen Morgenstunden“, erinnert sich Götz.

Im Laufe der Jahre besuchten die Kickers, ob zu Bundesliga-, Zweitliga- oder Regionalligazeiten, ihre Anhänger im Vogelsberg fünfmal und stellten sich in Freundschaftsspielen regionalen Auswahlmannschaften, die sich dann freilich besonders ins Zeug legten und teils achtbare Ergebnisse erzielten.

Anfgang der Achtzigerjahre erlebte der Grebenhainer Fanclub seine Blütezeit, hatte 116 Mitglieder, heute sind es noch 92. Zu Heimspielen wurde ein Reisebus gechartert, ehe – wie bei so vielen – mit dem Zwangsabstieg 1989 und der jahrelangen Tristesse in der Bedeutungslosigkeit der Oberliga Hessen auch bei den Grebenhainer Kickersfreunden, das Interesse ein wenig zu schwinden begann.

Abgesehen von der Unterstützung des Offenbacher Fußballclubs Kickers 1901, kam der Grebenhainer Fanclub immer wieder auch gesellschaftlichen Verpflichtungen bereitwillig nach. Vierstellige Spenden, etwa an die Kinderkrebshilfe in Gießen oder an die Diakonie in Grebenhain, neue Trikots für die Juniorenfußballer des TSVGrebenhain oder das Aufstellen von fünf Ruhebänken belegen, wie tief der Fanclub in seiner Heimat verwurzelt ist.

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