08.08.2019

Rützel: "Gibt Gründe, warum die Ex-Fliedener bei uns spielen"

Verbandsliga: Nächste Derbys und Topspiel in Johannesberg

Während Jonathan Müller (rechts) auf seinen Ex-Club trifft, peilen Kevin Hohmann und Barockstadt II im nächsten Derby den ersten Saisonsieg an. Foto: Charlie Rolff

Drei Verbandsliga-Derbys gab es erst am vergangenen Mittwoch, da stehen schon die nächsten Nachbarschaftsduelle vor der Tür. Auch sportlich haben es diese in sich, wie das Spiel in Johannesberg zeigt.

FC Eichenzell - SV Flieden (Samstag, 16 Uhr).

Nach CSC 03, Weidenhausen und Hünfeld geht es für Eichenzell nun gegen Flieden. Dort erwartet Heiko Rützel ein anderes Spiel als gegen Hünfeld (0:2), „weil der HSV den besten Fußball in der Liga spielt, Flieden durch ganz andere Mittel zum Erfolg kommen will.“ Nicht nur für die vier Müller-Brüder in seinem Team, sondern auch zahlreiche weitere Ex-Fliedener wird es kein normales Spiel. „Klar ist, dass es Gründe gibt, warum alle hier bei uns und nicht in Flieden spielen. Und klar ist auch, dass alle Fliedener in meiner Mannschaft elementare Bestandteile sind“, gießt der Britannen-Coach vor dem Derby Öl ins Feuer.

Doch nicht nur für einige Eichenzeller wird es ein besonderes Derby, auch für Fliedens Trainer Zlatko Radic, der elf erfolgreiche Jahre bei der Britannia verlebt hat und sich entsprechend auf die alten Weggefährten freut. „Ich habe sehr viele schöne Erinnerungen an diese Zeit. Trotz des guten Verhältnisses kenne ich für die 90 Minuten aber keine Freunde, es zählen nur die drei Punkte“, kündigt der Übungsleiter an. Mit Offensivmann Marc Röhrig kann die Buchonia auf einen Rückkehrer bauen, auch bei Sturmtank Fabian Schaub wird es wohl wieder gehen. Dafür sind Andre Leibold und der junge Torben Grosch angeschlagen.

SG Barockstadt II - SG Ehrenberg (Sonntag, 15 Uhr).

Am liebsten würde Ehrenbergs Trainer Robert Schorstein nach dem starken Auftritt gegen Bad Soden gar nichts ändern. Doch der Übungsleiter wird dazu gezwungen, da mit Jakob Müglich (Muskelfaserriss) und Florian Dinkel (privat verhindert) zwei Akteure fehlen werden. Nichtsdestotrotz macht der ebenfalls verletzt fehlende Coach klar, „dass wir gewinnen wollen. Wir wissen, dass uns fast alle Teams spielerisch überlegen sind. Wichtig war mir gegen Bad Soden zu sehen, dass wir gelernt haben und sehr kompakt aufgetreten sind. So muss es auch in Lehnerz sein.“

An die gezeigten Leistungen möchte auch Marco Lohsse mit seiner Barockstadt-Reserve anknüpfen, schließlich ließen seine Schützlinge gegen Flieden aus dem Spiel heraus kaum etwas zu. Einziges Manko war das eigene Spiel im letzten Drittel, „da wir dort zu ungenau waren. Gegen Ehrenberg müssen wir es offensiv besser ausspielen“, sagt der Coach. „Wir wollen den ersten Dreier jetzt holen. Wichtig wird es sein, geduldig zu bleiben sowie nicht die Spannung über 90 Minuten zu verlieren. Gegen einen Gegner, der sehr gut umschaltet, kann dies nämlich schmerzhaft sein.“ Hamed Noori und Christoph Sternstein fehlen der SGB gesperrt.

OSC Vellmar - SG Bad Soden (Sonntag, 15 Uhr).

Als große Unbekannte entpuppt sich der OSC Vellmar für Soden-Trainer Anton Römmich, der einzig von der 0:8-Schlappe in Flieden einige Tipps zugesteckt bekam. „Daraus können wir aber gar keine Schlüsse ziehen“, weiß der 32-Jährige, der dennoch davon spricht, „dass Vellmar spielerisch nicht zu unterschätzen ist.“ Ein solcher Gegner könnte den Sprudelkickern jedoch mehr entgegenkommen als es noch die SG Ehrenberg am Mittwochabend tat. „Das Spiel haben wir lautstark und sachlich in der Kabine analysiert. Wir wollen gar nicht weiter davon reden, sondern jeder Spieler weiß selbst, dass es viel zu wenig war“, so Römmich.

SG Johannesberg - Hünfelder SV (Sonntag, 17 Uhr).

Schnell richtete sich der Fokus der SGJ nach dem klaren Sieg gegen Melsungen auf das Spiel gegen Hünfeld. „Wir wissen, wo deren Stärken liegen. Nämlich genau da, wo unsere liegen – in der Offensive“, so Trainer Zeljko Karamatic, der vorausblickt auf ein „richtig geiles offensives Spiel. Es wird einen offenen Schlagabtausch geben, taktisch wird es von meiner Seite nicht viel geben“, lässt der Johannesberger Trainer auf ein Torspektakel hoffen. Mit Jonas Lembach, Eric Stephane Kengni Fotsing und Paolo Mondo wurden zuletzt drei Spieler gegen Melsungen geschont, die gegen Hünfeld wieder auflaufen könnten.

Gegen Eichenzell hielt derweil beim HSV auch im dritten Heimspiel die Null, allerdings kam der FCB dem Torerfolg bedrohlich nahe. „Die Mannschaft wirkte etwas platt, was vielleicht auch an der zu hohen Intensität im Montagstraining lag“, vermutet Trainer Dominik Weber, der auf den gleichen Kader wie zuletzt zurückgreifen kann. Vom Gegner hat er eine hohe Meinung, würde sich dementsprechend auch mit einem Remis zufriedengeben und weiß, dass es Wiedergutmachung geben soll. Vor exakt zwei Jahren unterlag Hünfeld in Johannesberg 0:4, startete anschließend eine Serie und wurde Meister. Offen ist, wer nach dem dritten Fehlschuss in Serie nun die Elfmeter schießt.

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