13.09.2019

Ruppel: Klasse hat an Qualität gewonnen

A-Liga Fulda/Rhön: SKG Gersfeld vor dem Spitzenspiel gegen Rönshausen

Gersfelds Spielertrainer Viktor Ruppel hat das Spielgeschehen als Innenverteidiger stets im Blick Foto: Christian Halling

Ein Blick auf die Tabelle der A-Liga Fulda/Rhön trügt, da der Achte Gersfeld zwei Spiele weniger als Spitzenreiter Rönshausen hat. Mit einem Sieg könnte sich der Vorjahres-Sechste wieder ins Feld der Verfolger katapultieren. Die Euphorie rund um den Verein ist demnach groß, schließlich startete die Mannschaft um Trainer Viktor Ruppel (37) zuletzt eine Serie von vier Siegen in Folge, die gegen Rönshausen ausgebaut werden soll.

Sie sind abgesehen von der Saison 2017/18 bereits seit zehn Jahren Trainer in Gersfeld. Warum passt die Beziehung Gersfeld und Viktor Ruppel so gut?

Ich habe in Gersfeld vor einiger Zeit gebaut und bin hier heimisch geworden. Außerdem wird der Verein dörflich geführt, was mir gut gefällt. Die Vorstellungen von Vereinsseite und mir sind zudem sehr ähnlich: Wir wollen auf einheimische Spieler setzen, weshalb die Klassenzugehörigkeit erst einmal nachrangig ist.

Nach zwei Niederlagen zu Beginn mit acht Gegentoren hat Ihre Mannschaft eine Siegesserie von vier Spielen gestartet. Wie haben Sie den Schalter umgelegt?

Mich klagt das gleiche Leid wie meine Trainerkollegen. In der Vorbereitung waren viele Spieler im Urlaub oder auf irgendwelchen Feiern unterwegs. Die Mannschaft konnte sich nicht nach meinen Vorstellungen einspielen und so haben wir gegen Ehrenberg II und Reulbach/Brand mit jeweils vier Gegentoren die Quittung bekommen. Mittlerweile haben wir aber wieder die Attribute auf dem Platz gezeigt, die uns auszeichnen. Wir sind präsenter und effektiver vor dem Tor, kampf- und laufstark.

Mit der SG Rönshausen gastiert am Sonntag (15 Uhr) der Ligaprimus in Gersfeld. Was für ein Spiel erwarten Sie?

Es wird definitiv ein Spiel sein, das uns liegt. Wir treffen auf einen Gegner, der mitspielen möchte. Rönshausen an sich schätze ich als eine sehr ausgeglichene Mannschaft ein, was an den vielen Torschützen zu sehen ist. Wir müssen definitiv mit voller Gewalt dagegen halten, da Teams von Ingo Rippert für ihre aggressive und kampfbetonte Spielweise bekannt sind.

Nach dem Aufstieg von Hilders und Welkers in der vergangenen Saison: Hat die Rhöner Staffel an Qualität verloren?

Im Gegenteil, für mich hat die Liga sogar an Qualität gewonnen. Weyhers und Dietershausen/Friesenhausen haben sich in Person von Lucas Maierhof oder Marko Madzar mit Verbandsligaspielern verstärkt. Es gibt zwar nicht mehr die zwei Übermannschaften in der Staffel, dafür ist sie ausgeglichener geworden und mehrere Mannschaften werden eine gute Rolle spielen. Zudem gibt es in dieser Saison einige Mannschaften, die überraschend im oberen Drittel vorzufinden sind. Ehrenberg II spielt einen guten Fußball und auch mit Poppenhausen haben nur die wenigsten gerechnet.

Nach dem Abstieg aus der Kreisoberliga Mitte im Jahr 2017 geht die SKG Gersfeld im dritten Jahr in Folge in der A-Liga Fulda/Rhön an den Start. Wo sehen Sie Gersfeld in der Zukunft?

Das wird sich im kommenden Jahr zeigen. Wir wollen unserer Philosophie treu bleiben und auf einheimische Kicker setzen. Aktuell spielen mit Jonas Zitzmann und Bastian Stumpf zwei A-Jugend-Spieler bei Rippberg und mit Moritz Günther ein weiterer bei Viktoria Fulda, die allesamt aus Gersfeld stammen. Wenn es uns gelingt, alle zurückzuholen, dann können wir über einen möglichen Aufstieg in die Kreisoberliga sprechen, in die wir gehören. Mit dem aktuellen Kader können wir oben mitspielen, über die Saison gesehen dürfen sich aber keine Spieler verletzen, die für uns tragende Säulen sind.

Autor: Michel Ickler

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