02.11.2019

Schlichting spricht, Parzeller wartet ab

Gruppenliga: Purics Zukunft in Schlüchtern völlig ungewiss

Schlüchtern/Elm (links Marco Schlichting) ist in die Trainergespräche eingestiegen, Thorsten Parzeller und Künzell halten noch die Füße still.

Der Herbst bringt seine Opfer auf den Trainerbänken der Gruppenliga mit sich: Nach dem Rücktritt von Markus Pflanz in Künzell Anfang Oktober hat es unter der Woche Bardo Hirsch bei der SG Schlüchtern/Elm erwischt, wobei die Trennung laut Mitteilung des Vereins einvernehmlich erfolgt sei. Während die Künzeller noch die zwei Spiele bis Winter abwarten wollen, ehe die Trainersuche Fahrt aufnimmt, haben die Verantwortlichen der SG schon das erste Gespräch geführt.

"Ja, wir hatten schon mit einem möglichen Nachfolger Kontakt. Mehr gibt es dazu aber auch nicht zu sagen. Wir lassen uns Zeit und sehen uns nicht zu einem Schnellschuss veranlasst", so der seit März als Schlüchterner Abteilungsleiter fungierende Marco Schlichting. Bis Winter komme nun dem Bellingser Routinier Jochen "Bulle" Eurich die Aufgabe zu, der Mannschaft mehr Selbstvertrauen einzuflößen. "Die späten Gegentore und die zu vielen Remis sind nicht gut für die Köpfe gewesen, weil ja im Endeffekt in dieser verrückten Liga jedes Spiel so eng ist. Da willst du dann auch mal für eine gute Leistung belohnt werden", weiß Schlichting.

Neben der Hoffnung, einen guten Trainer zu finden, der den Klassenerhalt realisieren kann, hat man an der Schlüchterner Auwiese auch in Sachen Mladen Puric noch nicht aufgegeben. Seit dem letzten Spiel der Vorsaison bei Elters/Eckweisbach/Schwarzbach hat der serbokroatische Angreifer kein Spiel mehr für die SG bestritten. Puric, derweil in Serbien weilend, ist kürzlich Vater geworden, "entsprechend ist ein dreimonatiges Touristenvisum, das wir in der Vergangenheit beantragt hatten, derzeit keine Option", sagt Schlichting. Ein Job im Bergwinkel sei dem 31-jährigen Angreifer in Aussicht gestellt, ein Antrag liege nun aber schon seit mehr als einem Jahr in Belgrad zu Bearbeitung bereit. "Da Prognosen im Moment abzugeben, ist quasi unmöglich", so Schlichting abschließend.

An den Künzeller Tannen lässt man es indes noch ruhiger angehen. Man sei noch nicht in die Gespräche mit potenziellen Nachfolgern für Markus Pflanz gegangen, verrät der Sportliche Leiter Thorsten Parzeller. "Wir wollen einfach noch die beiden Spiele in Eiterfeld und gegen Bronnzell bis Winter abwarten und dann erst in die Spur gehen. Wenn wir nämlich beide Partien verlieren, dann ist der Klassenerhalt nämlich in ganz weite Ferne gerückt - so ehrlich muss man sein. Und ich tue mich schwer damit, eine langfristige Lösung auf der Trainerbank anzustreben, der dann mit der Hypothek eines Abstiegs im Sommer weiterarbeiten soll", begründet Parzeller die Vorgehensweise. Möglicherweise begibt sich der TSV bei entsprechender Tabellenlage erst einmal auf die Suche nach einer Übergangslösung für ein halbes Jahr.

Trainer, vor allem Trainer mit Erfahrung, bietet der Markt derzeit genug. Mit Meik Voll (zuletzt Flieden), Karl-Josef "Kalle" Müller (Steinbach), Jochen Maikranz (Johannesberg), Jörg Meinhardt (Thalau), Stefan Dresel (Bronnzell), Sebastian Vollmar (Rothemann), Goran Gajic (Petersberg, Frauen Gläserzell), Torsten Renz (Pilgerzell) oder nun auch Bardo Hirsch sind zahlreiche Übungsleiter momentan ohne Verein, dazu hält sich in der Szene hartnäckig der Name Sascha Gies, derzeit in Diensten von Süd-Kreisoberligst Flieden II. "Der Markt gibt auf jeden Fall was her", findet auch Thorsten Parzeller.

Autor: Christian Halling

Kommentieren