A-Liga-Fulda-Analyse

Selbst der Neunte hat noch Aufstiegshoffnungen

08. Januar 2021, 08:45 Uhr

Während sich die SG Oberrode (links Marcel Hamperl) im Vergleich zur Vorsaison gesteigert hat, liegt hinter Germania Fulda (rechts Erik Marek) eine schwierige bisherige Spielzeit. Foto: Charlie Rolff

Äußerst eng und spannend geht es in dieser Saison in der A-Liga Fulda zu. Zahlreiche Teams dürfen sich noch Hoffnungen auf einen Aufstieg machen.

Die Lage:

Ziemlich genau ein Drittel der Saison ist gespielt, doch Tendenzen lassen sich im Aufstiegskampf kaum erkennen. Selbst der Neunte Steinau/Steinhaus wäre mit einem Sieg im Nachholspiel nur sechs Punkte hinter Wintermeister Petersberg II, die halbe Liga darf also von einem Sprung in die Kreisoberliga träumen. Ein Mittelfeld gibt es nicht, so dass der Abstiegskampf ab Platz elf beginnt – wenngleich sich Germania Fulda und Hauswurz die größten Sorgen machen müssen.

Top:

Den größten Sprung hat Petersberg II gemacht. Der RSV war in der Vorsaison Drittletzter, grüßt unter dem neuen Trainer Ralf Bott und zahlreichen aufgerückten Jugendspielern nun aber von Rang eins. Auch Marbach/Dietershan hat sich unter dem Trainerduo Alexej Rexius und Özgür Kutluay gut entwickelt. War das Torverhältnis vor einem Jahr noch negativ, stellt die SG in dieser Hinsicht neben Neuhof nun das beste. Apropos Neuhof: Der TV steht auch dank der stärksten Defensive auf Rang zwei, der große Wurf scheint in dieser Saison möglich. Auch Vereine wie Johannesberg II und Oberrode haben sich im Vergleich zur vergangenen Spielzeit stark verbessert.

Flop:

Enttäuscht hat bislang Germania Fulda. Der Traditionsverein hatte eigentlich auf eine Mittelfeld-Saison gehofft, verlor dann aber die ersten acht Saisonspiele. Inzwischen stehen ebenso wie in Hauswurz – beim Letzten der Vorsaison war erneut mit einer schweren Spielzeit zu rechnen – drei Punkte auf dem Konto. Etwas mehr versprochen hatten sich auch Fans und Beobachter von Borussia Fulda und Steinau/Steinhaus. Platz acht und neun könnten allerdings noch gegen bessere Platzierungen ausgetauscht werden, wenn die Nachholspiele gewonnen werden.

In Erinnerung bleibt:

Kuriose und torreiche Spiele gab es einige: Germania Fulda schaffte durch ein verrücktes 6:5 gegen Künzell II den ersten Saisonsieg, musste sich eine Woche später aber beim bis dato punktlosen Schlusslicht Hauswurz mit 4:5 geschlagen geben. Der SVH drehte dabei einen 1:3-Rückstand zur Pause. Die Saison begann schon äußerst torreich, als sich Oberrode und Pilgerzell II 5:5 trennten.

Zahlenspiel:

Nur ein einziges Gegentor hat Neuhof in sechs Auswärtsspielen kassiert - beim am Ende klaren 7:1-Erfolg in Eichenzell. Noch besser steht in der Auswärtstabelle nur Petersberg II da, der RSV hat alle fünf Partien auf fremdem Geläuf gewonnen. Ansonsten fällt die Liga durch zahlreiche bekannte Trainer auf. Die Stürmer Imal Schersadeh (Johannesberg II), Mario Martinez (Oberrode) und Abdullah Özsuvaci (Eichenzell II) kamen in den vergangenen Jahren gemeinsam auf 35 Verbandsliga-Tore und sind inzwischen als Spielertrainer aktiv. Genauso wie Borusse Hayrettin Yildiz. Der ehemalige türkische Ex-Profi, der in der Regionalliga und Hessenliga spielte, kann es auch mit 50 Jahren noch nicht lassen und gehört beim SCB zu den Stammspielern.

Ausblick:

Wie eingangs schon beschrieben: Der Aufstiegskampf ist äußerst schwer zu prognostizieren. Es könnte sein, dass sich bis kurz vor Saisonende noch einige Teams Hoffnungen machen dürfen - so ist beispielsweise der Sechste Löschenrod noch keineswegs abzuschreiben, genauso wenig wie Borussia Fulda auf Rang acht. Neuhof, Marbach/Dietershan sowie die Reserven von Petersberg und Johannesberg dürften aber die besten Chancen haben. Unten hat sich Germania Fulda mit zwei Neuzugängen für die Mission Klassenerhalt gerüstet. Insbesondere der neue Torhüter Nebi Kocpinar könnte ein Puzzlestück sein, dass der FSV die Liga hält - schließlich stand bislang ein Feldspieler zwischen den Pfosten. Für Hauswurz dürfte es dagegen weiterhin sehr schwer werden: Nicht umsonst wurden seit Sommer 2019 26 von 28 Ligaspielen verloren.

Kommentieren