Erfolgreichste Zeit begann 1981/1982

SG Büchenberg wird heute 100 Jahre alt

03. Mai 2021, 14:53 Uhr

Die Fußballer der SG Büchenberg, die sich 1952 die Vizemeisterschaft holten. Fotos: Verein

Auf den Tag genau vor 100 Jahren, am 3. Mai 1921, wurde die SG Büchenberg gegründet. Zum Jubiläum hat der Verein aus dem knapp 1000-Seelen-Ort über 400 Mitglieder. Eine stolze Zahl für einen eher kleinen Ort.

„Beim Blick zurück fällt auf, welch schwierige Rahmenbedingungen von den Verantwortlichen in den zurückliegenden 100 Jahren gemeistert werden mussten. Dabei haben es die handelnden Personen verstanden, die jeweiligen Probleme immer zu lösen und ihren Verein zu einer konstanten Größe – vor allem im gesellschaftlichen Leben von Büchenberg, Zillbach und Döllbach – zu entwickeln“, gibt der Vorsitzende Peter Happ freudige Einblicke.

Aktuell hat der Verein fünf Abteilungen. Neben dem Fußball wird seit 1976 Tischtennis gespielt. Hier hat die Jugendabteilung in den vergangenen Jahren herausragende Arbeit geleistet, auf die unter der Abteilungsleitung von Erich Schneider verstärkt der Schwerpunkt gelegt wurde. Sarah Rau ist nur eines von vielen Talenten, dass in Büchenberg groß geworden ist.

1979 entstand die Damen-Gymnastik als Vorläufer der heutigen Gymnastik-Abteilung. Es folgten Badminton und seit 2018 freuen sich die Mitglieder über ein Beachvolleyballfeld. Von 1933 bis 1938 feierten zudem die Leichtathleten große Erfolge, die ebenfalls nach dem Krieg wieder mit im Boot waren. Die SG Büchenberg ist ein reger Verein. Aktivitäten wie die Sport-, Frühlings- oder Oktoberfeste gehören genauso wie die „Show-Tanz-Time“, der Preisskat sowie das Dart- und Bluffturnier in „normalen“ Jahren abseits der Pandemie zu festen Daten im Veranstaltungskalender.

Nachdem mit Karl Belz, Albert Diegelmann, Alois Fischer, Sigismund Happ, Ludwig Hartung, Josef Heil, Alois Klüh, Gregor Kress, Leonard Ruppel, Josef Seng und Josef Schleicher zwölf junge Männer den Verein gegründet hatten, ging es auch schnell richtig los mit dem Fußball. Das erste Spiel war ein Derby gegen Rothemann, dass auf einer Wiese am Rippberg stattfand. Büchenberg unterlag knapp mit 1:2.

Bis 1930 nutzte der Club die Wiesen rund um Büchenberg als Spielstätte. Dann plante und baute man in dreijähriger Tätigkeit am Almus das heutige Sportgelände in viel Eigenleistung, das 1933 offiziell eingeweiht wurde. Jedes Mitglied musste mindestens 20 Arbeitsstunden leisten, die seitens der Gemeinde mit zehn Pfennigen entlohnt wurden. Der damalige Landrat, Freiherr von Gagern, ließ es sich nicht nehmen, die Einweihung vorzunehmen.

Nur fünf Jahre später war aber vorerst alles vorbei. Von 1938 bis 1945 ruhte der Sport ob der Wirren des Zweiten Weltkrieges. Doch in Büchenberg war man von der schnellen Truppe. Bereits 1946 gründeten zwölf Männer aus Büchenberg, Zillbach und Döllbach den Verein neu. Eine erstes sportliches Achtungszeichen gab es in der Saison 1950/1951: Die SGB lieferte sich in der B-Klasse, Gruppe Neuhof, ein packendes Rennen um die Meisterschaft, hatte aber am Ende das Nachsehen gegenüber der SG Veitsteinbach.

Von 1953 bis 1956 bestand erstmals eine Jugendmannschaft, die aber mangels Nachwuchs wieder abgemeldet werden musste und erst viel später richtig durchstartete. 1966 wagten die Verantwortlichen einen neuen Versuch mit einer Jugendmannschaft, weil neun Spieler aus der „Schüler“ in die „Jugend“ kamen. Und nun kam der erste große Erfolg: 1970 fuhr eben jene Jugendmannschaft den ersten Meistertitel in der Vereinsgeschichte. Mehr noch: Fast hätte man das „Double“ eingefahren, doch im Endspiel um den Landratspokal unterlag die SGB dem KSV Niesig.

Hillenbrand, Atzert und Heil mit über 20 Toren

Das Meisterteam von 1982.

Auch 1971 und 1972 holte Büchenberg – dann aus Altersgründen in neuer Formation – zwei weitere Titel direkt im Anschluss. In dieser Zeit schaffte es der Verein erstmals eine eigenständige Schüler-, Jugend- und Seniorenmannschaft zu stellen. Bei den Senioren sorgte der Verein für Furore, als man im September 1975 zum ersten Mal in der Vereinshistorie die Tabellenführung der B-Klasse übernommen hatte. Es war das Jahr, in dem Alfred Heil mit 25 Treffern Torschützenkönig der Spielklasse wurde. Ein wichtiger Meilenstein aus diesem Jahrzehnt war zudem der Bau des Sportlerheims und eines neuen Spielfeldes. Am 16. September 1978 wurde beides seiner Bestimmung übergeben.

Was fehlte war noch immer der ganz große sportliche Erfolg bei den Senioren, an den man sich aber heranpirschte. In der Spielzeit 1981/1982 war es schließlich so weit: Die Männer der SG Büchenberg wurden Meister der B-Liga Fulda. 50:14-Punkte und 105:34-Tore lautete die Ausbeute. Die SG Löschenrod wurde um fünf Punkte distanziert. Alfred Heil war jetzt nicht nur Führungsspieler und Kapitän der Mannschaft, sondern auch Vorsitzender im Verein. Heil traf erneut 20-mal, wurde aber intern von Stefan Hillenbrand (27 Saisontore) und Walter Atzert (21 Tore) überflügelt. Es war die Mannschaft um Peter Happ, Ralf Lischweski, Uli Scheithauer (wechselte zwei Jahre später zu Buchonia Flieden), Karl Gerst, Hermann Ruppel, Egon Belz und Michael Happel. Nun war die Kreisoberliga Süd (damals A-Liga Süd) für zehn Jahre die Heimat der Büchenberger. Die beste Platzierung aller Zeiten folgte direkt nach dem Aufstieg in der Saison 1982/1983. Unter Trainer Hermann Odenwald holte sich die Mannschaft einen stolzen fünften Rang.

Nach dem Abstieg spielte die SG Büchenberg meist in der A-Liga, schaffte 1998 nach dem erneuten Abstieg noch eine weitere Meisterschaft, als die SGB unter Spielertrainer Markus Hosenfeld den Titel in der B-Liga Fulda/Ost vor der SG Lahrbach holte. Nachdem der Club erneut runter in die B-Liga musste, gelang Büchenberg 2003 nach zwei Aufstiegsspielen gegen den TSV Weyhers (2:2) und den ESV Elm (3:0) die Rückkehr in die A-Liga, der man seitdem angehört.

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