13.03.2018

SG Hersfeld ist in den Startlöchern

Gespräche scheinen weit gediehen

Lukas Müller-Siebert (links) trägt aktuell blau, trug früher gelb und könnte nächste Saison beide Vereine vereinen. Foto: Kevin Kremer

Es ist nicht das erste Mal, dass eine Spielgemeinschaft zwischen der SG Hessen/Spvgg. Hersfeld und dem SVA Bad Hersfeld zur Debatte steht – doch so greifbar wie diesmal scheint die Vereinigung noch nie gewesen zu sein. Die Gerüchteküche brodelt, hier einige Möglichkeiten.

Das wahrscheinlichste Szenario scheint derzeit eine Spielgemeinschaft zwischen den drei Vereinen SVA Bad Hersfeld, Sportgemeinde Hessen 1910 und der Spielvereinigung 1924 zu sein. Dies hätte als erste Konsequenz zur Folge, dass der SVA als erster Gruppenliga-Absteiger feststünde und die SG Hessen/Spvgg. Hersfeld nicht in die Gruppenliga aufsteigen dürfte. Grund: Die Spielordnung des Hessischen Fußballverbandes verbietet die Gründung einer Spielgemeinschaft oberhalb der Kreisoberliga.

Gegen die Genehmigung der Spielgemeinschaft durch Kreisfußballwart Karl-Heinz Blumhagen spräche wenig, schließlich stellt der SVA schon nur noch ein Team und die SG Hessen/Spvgg. hat gerade in der zweiten Mannschaft, die in der A-Liga spielt, schwer zu kratzen. Klar ist aber: Die drei Teams würden auf zwei zusammenschrumpfen müssen, eine Genehmigung von gleich vielen Mannschaften wie zuvor gilt gemeinhin als ausgeschlossen und ist mit der Satzung quasi nicht vereinbar. Gehandelter Name: SG Hersfeld.

Eine Fusion würde die Klippe „keine Gruppenliga“ gekonnt umschiffen. Denn verschmelzen zwei Vereine zu einem, verhindert der HFV die Gruppenligazugehörigkeit rein von den Statuten her nicht. Würde also der SVA die Klasse halten oder die SG Hessen/Spvgg. aufsteigen, dürfte sie auch in der Gruppenliga spielen. Gerade für die "Hessen" keine Lappalie, spielt die Mannschaft doch um die Meisterschaft und ist derzeit zumindest sportlich besser als der vielleicht zukünftige Partner auf Kurs.

"Hessen"-Trainer Roman Prokopenko bestätigt zumindest die Gespräche, verweist aber darauf, dass es noch nichts Konkretes gebe. Zum Stimmungsbild der Mannschaft befragt, spricht er das Erwartbare aus: Nämlich, dass mit den Asbachern keine Probleme und Feindschaften bestünden, die Mannschaft, da es noch nichts Konkretes gebe, sich auf das Sportliche konzentriere, aber das Thema Aufstieg in der Mannschaft natürlich Priorität besäße.

Würde Asbach allein überhaupt überleben?

Szenario Nummer drei: Auch in der kommenden Saison gehen beide Teams getrennt an den Start. Doch gerade bei Asbach fehlt es an Masse, der Verein müsste sich, sollte keine Spielgemeinschaft mit den „Hessen“ zustandekommen, wohl nach einem anderen Verein umschauen. Immer wieder steht dabei der SV Niederaula zur Debatte, allerdings könnte auch ein umliegender kleiner Verein eine Maßnahme sein. Allein auf sich gestellt, könnte der SVA hingegen Probleme bekommen, überhaupt noch eine Mannschaft für den Spielbetrieb zu stellen, die Fußballabteilung drohte auszusterben.

Letzteres ist ein Grund, warum die Gespräche so weit fortgeschritten zu sein scheinen. Fehlt es in Asbach an Quantität, hakt es finanziell bei allen drei Stammvereinen an allen Ecken. Gemeinsam könnte sich die Jagd nach Sponsoren leichter gestalten, zumal auch die Signale aus der Politik um Bad Hersfelds Bürgermeister Thomas Fehling nicht die schlechtesten sein sollen. Ohnehin ist die aktuelle Situation auch ein Politikum, schließlich wird die Heimat der Spielvereinigung am Hersfelder Jahnpark verschwinden, der Hessenpark in der Oberau hingegen für über 2 Millionen Euro erneuert. Ein starkes Fußballteam stünde dem Prestigeobjekt gut zu Gesicht. Mindestens Verbandsliga soll das Ziel sein, heißt es, sofern die Spielgemeinschaft kommt. Los gehen müsste es aber in der Kreisoberliga – kein leichter Weg.

Die handelnden Personen bleiben

Was gegen eine Spielvereinigung spricht? Die handelnden Personen sind auch nachher die gleichen – und manch einer fragt sich daher: Kann es dann denn besser werden oder stehlen sich von den wenigen, die aktuell in den Vereinen noch wirklich aktiv sind, noch mehr aus der Verantwortung? Passiert das, wird es auch schwierig, genügend Überzeugungsarbeit zu leisten, um potente Sponsoren an Land zu ziehen. Und ins finanzielle Risiko zu gehen, sollte der Vergangenheit angehören, da haben beide Vereine schlechte Erfahrungen gesammelt. Ein gewichtiges Wort wird letztlich auch den Spielern beigemessen, denn nur mit ihnen geht es.

Klar ist: Es haben Treffen stattgefunden, auch sollen schon die Spieler beider Teams einbezogen worden sein. Ein entsprechender Antrag hinsichtlich einer Spielgemeinschaft muss indes erst am 1. Juni bei Blumhagen gestellt worden sein, dem anschließend zwei Wochen zur Genehmigung bleiben würden. Die „Hessen“ könnten theoretisch abwarten, ob sie Meister sind, bevor sie sich endgültig dafür oder dagegen entscheiden, allerdings bleibt sicherlich allen Vereinen nicht so viel Zeit, um sich für die passende Zukunftsausrichtung zu entscheiden.

Autor: Johannes Götze

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