07.10.2017

SG Rückers erhält die Schuld am Spielabbruch

Tumulte beim B-Ligaspiel bei Gundhelm/Hutten II verhandelt

Foto: Charlie Rolff

Der Abbruch des Schlüchterner B-Ligaspiels SG Gundhelm/Hutten II gegen SG Rückers II vom 31. August wurde nun vor dem Kreissportgericht verhandelt.

Steffen Krah (Herolz), der Vorsitzende des Kreissportgerichts, ermahnte alle Beteiligten zu Beginn der Verhandlung: „Kommt heraus, dass jemand die Unwahrheit sagt, wirkt das strafverschärfend, bleibt man bei der Wahrheit, wirkt das strafmindernd.“

Was war am 31. August geschehen? Nach Tumulten unterbrach Schiedsrichter David Bischoff aus Burkhards die Partie in der 83. Minute beim Stande von 1:1 und schickte beide Mannschaften in die Kabinen. Gästetrainer Holger Bergmann sah zur Fortsetzung der Partie die Sicherheit seiner Mannschaft nicht gewährleistet, teilte dies dem Referee mit und hätte sein Team nur unter Protest weiterspielen lassen. Zu diesem Zeitpunkt war Rückers II nach dem Platzverweis gegen Dominique Rieger nur noch zu zehnt.

Nach der Beweisaufnahme mit zahlreichen Zeugen konnte das Kreissportgericht der Argumentation Bergmanns nicht folgen. Da Rückers nicht bereit gewesen sei, weiterzuspielen, wurde der Verein wegen Herbeiführens eines Spielabbruchs mit 100 Euro Geldstrafe belegt. Die Begegnung wird mit 3:0 Toren für Gundhelm/Hutten II gewertet.
Trotz der drei Punkte am Grünen Tisch konnte die Spielgemeinschaft nur eingeschränkt jubeln: Trainer Holger Herbert darf wegen ungebührlichen Verhaltens an der Außenlinie sein Amt vom 5. bis zum 18. Oktober nicht ausüben und muss 100 Euro Geldstrafe zahlen. Vereinsmitglied Matthias Ochs wurde mit einmonatigem Platzverbot belegt (5. Oktober bis 4. November) und muss 150 Euro zahlen.

Die „Urheber“ der Tumulte, die Spieler Marcel Heinbuch (Gundhelm/Hutten) und Dominique Rieger (Rückers), blieben straffrei. Heinbuch konnte ein Tritt an den Kopf seines Kontrahenten Rieger nicht nachgewiesen werden. Kurz zuvor hatte Rieger den Huttener hart gefoult und die Rote Karte bekommen, was sechs Spiele Sperre nach sich zog.

Dieses Foul ereignete sich unmittelbar vor der Gundhelm/Huttener Bank. Innerhalb weniger Sekunden sorgten Betreuer sowie Spieler beider Teams für eine Rudelbildung. Der bei der mündlichen Verhandlung nicht anwesende Zuschauer Matthias Ochs bespritzte daraufhin Rieger mit Bier, was Ochs schriftlich einräumte und wofür er sich entschuldigte. Der am Boden liegende Rieger trug Blessuren am Kopf, etwa einen Bluterguss, davon. Von wem der Abdruck eines Fußballschuhs am Kopf stammte, konnte ebenso wenig zweifelsfrei nachgewiesen werden wie eine Attacke von dem als Linienrichter agierenden Holger Herbert mit der Linienrichterfahne. „Ich gebe zu, dass ich ihn nach dem Foul angebrüllt und als Idiot beschimpft habe. Zuvor habe ich aber die Fahne erst beiseite gelegt“, stellte Herbert klar, dem die Rückerser Seite vorwarf, durch ständiges Hereinrufen und Beleidigungen zur Eskalation beigetragen zu haben. rd

Kommentieren

Vermarktung:

Mehr zum Thema