Warum der Stürmer nicht spielte

Sicajas Kühlschrank-Vergleich mit Eshele

18. Oktober 2021, 15:00 Uhr

Hat die Gala gegen die SG Barockstadt Ephraim Eshele (am Ball) den Kopf verdreht? Foto: Stefan Tschersich

Gegen die SG Barockstadt machte Ephraim Eshele von Eintracht Stadtallendorf wohl das Spiel seines Lebens, als er das Hessenliga-Topspiel mit drei Treffern im Alleingang entschied. Trainer Dragan Sicaja baute seitdem aber nicht auf den 19-Jährigen. Warum, erklärte er auf der Pressekonferenz nach dem Spiel gegen Steinbach.

"Jetzt sage ich mal etwas sehr problematisches", begann Sicaja. Zuvor sprach ihn Berthold Helmke aus dem Steinbacher Führungsteam explizit auf den 2,04 Meter großen Stürmer an, sagte, die Steinbacher hätten ein bisschen Angst nach dessen Gala-Vorstellung vor zwei Wochen gehabt. Gegen Steinbach ließ Sicaja Eshele jedoch 90 Minuten auf der Bank, gegen Erlensee brachte der 54-Jährige seinen Stürmer in der 63. Minute ins Spiel.

Die Gründe legte er offen dar: "Die Jungs bekommen heutzutage alles sehr einfach. Kaum sind sie 18 Jahre alt, kommen die Berater und wollen sie zu Bundesliga-Spielern machen. Wenn 20, 30 Berater anrufen und ihm sagen, wie gut er ist, ist das für einen jungen Spieler nicht einfach." So hat die Drei-Tore-Show Esheles gegen die Barockstadt, die der Mannschaft von Sedat Gören die erste Saisonniederlage beibrachte, nicht nur innerhalb der Hessenliga für Gesprächsstoff gesorgt.

Der 54-Jährige will den Fokus Esheles also wieder auf das Wesentliche richten und blickt dabei auf seine Zeit als Spieler zurück: "Meine Generation musste mehr kämpfen, um ein bisschen nach oben zu kommen." Bedeutet: Mehr Fleiß, mehr Einsatzzeit, um sich für Höheres zu empfehlen. Dragan Sicaja schloss sein Statement über Esheles Nichtberücksichtigung mit einem humorvollen Vergleich: "Wenn der Kühlschrank voll ist, ist es immer schwierig, Motivation zu finden."

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