11.05.2018

Sofameister? Aber gerne doch!

Verbandsliga: Weber ist's egal wann die Korken knallen – hauptsache, sie knallen

Für Kevin Krieger und den Hünfelder SV steht am Samstag eine Pflichtaufgabe ins Haus, bereits am Sonntag könnten Krieger und Co. den Titel begießen. Foto: Siggi Larbig

Der Hünfelder SV könnte am Sonntag (Sofa)-Meister werden. Bedingungen: Ein eigener Sieg am Samstag gegen Absteiger Mengsberg, zudem darf Lehnerz II 20 Stunden später im Verfolgerduell beim SSV Sand nicht über ein Remis hinauskommen. Zudem geht es auf der Bornwiese um eine Menge: Bad Soden benötigt Punkte für den Verbandsliga-Klassenerhalt, Gegner Johannesberg kämpft noch um Rang zwei.

SG Bad Soden – SG Johannesberg (Samstag, 17 Uhr).

„Wir wollen aus Soden etwas mitnehmen und dafür werden wir von der ersten Minute einen großen Willen benötigen, denn ich erwarte eine attakierende Sodener Mannschaft, die uns mächtig unter Druck setzen wird“, blickt Johannesbergs Trainer Jochen Maikranz voraus, der das Saisonaus von Eric Stephane Kengni Fotsing (Knieverletzung) bedauert, „weil er gerade im Hinspiel einen Marco Di Maria komplett neutralisieren konnte“.

Das 3:3 beim CSC Kassel beschäftigt Soden-Coach Anton Römmich auch noch Tage später. „Natürlich müssen wir am Ende cleverer sein und ein 3:1 über die Runden bringen, aber bei den ganzen Ausfällen, die wir hatten, können wir auch stolz sein, wir haben das Spiel aufgearbeitet und es ist ein Punktgewinn“, erklärt Römmich, der am Samstag ein schweres Spiel erwartet, „denn Johannesberg will unbedingt Platz zwei, steht gut und ist nach vorne brandgefährlich, gerade die Ex-Sodener Anton Balz und Witali Bese werden brennen, noch mal auf der Bornwiese spielen zu können.“ Dennoch wolle sich sein Team nicht verstecken, auf Sieg spielen und kann dabei wieder auf Kevin Paulowitsch, Lars Jordan, Daniele Fiorentino und Marco Di Maria zurückgreifen. Keeper Arturo Gonzalez Garcia wird zumindest noch am Samstag ausfallen, könnte im vorletzten Spiel gegen Mengsberg aber schon wieder dabei sein. Für ihn wird Daniel Soldevilla im Tor stehen.

Hünfelder SV – TSV Mengsberg (Samstag, 18 Uhr).

Nach dem in fast allen Belangen perfekten Spiel gegen den SV Kaufungen (7:1) stellt sich im Lager des HSV vor dem Spiel gegen das abgeschlagene und schon lange abgestiegene Schlusslicht nur eine Frage: Unterschätzt der Primus die Aufgabe? "Die Gefahr besteht natürlich, aber ich glaube, dass wir alle das große Ziel Meisterschaft vor Augen haben, das Spiel dementsprechend fokussiert angehen werden, gewinnen wollen und dann nur noch einen Punkt aus den Spielen in Eschwege und gegen Lehnerz II bräuchten", blickt HSV-Trainer Dominik Weber dem Spiel entgegen, der mit Blick auf die Konstellation des Wochenendes zu verstehen gibt, "dass wir so früh wie möglich Meister werden wollen". Sollte es wie schon beim letzten Male – 2012 sorgte Lehnerz dank des Erfolgs gegen Hessen Kassel II für Jubel beim HSV – eine Sofameisterschaft sein, Weber und Co. wüssten gewiss das Beste daraus zu machen.

RSV Petersberg – KSV Hessen Kassel II (Sonntag, 15 Uhr).

Für den RSV Petersberg steht, wie berichtet, im Sommer ein mittelgroßer Umbruch bevor. Zuvor geht es in den drei verbleibenden Verbandsliga-Spielen um nichts mehr. Außer vielleicht um die Platzierung – und da stellt sich einzig die Frage, ob die Saison auf dem vor- oder drittletzten Platz beendet wird. Entscheidend wird dafür wohl das kommende Heimspiel gegen die Regionalligareserve des KSV Hessen Kassel sein, die in der Rückrunde nur neun Punkte holen konnte und den Abstieg schon seit Wochen nicht mehr verhindern kann, im vergangenen Spiel nur noch einen Feldspieler auf der Bank sitzen hatte, das Derby gegen Rothwesten dennoch mit einem krachenden 5:1 für sich zu entscheiden wusste.

SV Neuhof – CSC 03 Kassel (Sonntag, 15 Uhr).

Apropos Rückrundentabelle: Da ist der SVN ob der Niederlage in Dörnberg von Rang zwei auf vier zurückgefallen, steht da hinter Lehnerz II, Willingen und Hünfeld. Doch dafür muss sich Neuhof nicht grämen, sprechen doch fast zwei Punkte im Schnitt für sich. Frage Nummer eins: Was wäre mit dem gleichen Kader schon zu Rundenstart möglich gewesen? Frage zwei – und die betrifft den Sonntag: Wie verkraftet die Bär-Truppe den Pokalauftritt nur 48 Stunden zuvor in Rothemann? Und Frage Nummer drei: Gewinnt Neuhof in Rothemann, wohin wird das vorletzte Saisonspiel gegen Johannesberg verlegt? Schließlich ist dies für den Pfingstsonntag, das Pokalfinale für Pfingstmontag terminiert.

SSV Sand – TSV Lehnerz II (Sonntag, 15.30 Uhr).

In den vergangenen beiden Spielen wurde deutlich, dass auch der Kopf nun eine Rolle beim TSV spielt, auch Sedat Gören ist das nicht entgangen: "Die Spieler machen sich Gedanken, das merkt man, das müssen sie aber nicht. Keiner hat Druck, sie sollen einfach befreit aufspielen, auch weil sie stolz auf das bislang Geleistete sein können", verdeutlicht der Trainer, der großen Respekt vorm Gegner hat: "Sand wird mit aller Macht versuchen, noch Platz zwei zu erreichen. Das ist eine super Truppe mit tollen Einzelspielern." Dennoch rechnet sich Gören etwas aus, auch wenn er weiterhin auf Jan-Henrik Wolf verzichten muss, dazu Lukas Marvin Friedrich fehlen wird. Sand benötigt dringend einen Sieg, um noch einmal ganz dick ins Geschäft um Platz zwei einsteigen zu können.

Autor: Johannes Götze

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