04.11.2018

Spitzenfußball im Spitzenspiel

Gruppenliga: Der Erste und der Zweite beackern und bespielen sich auf Verbandsliganiveau

Marius Bublitz (links) traf doppelt für die SG Ehrenberg. Am Ende reichten diese zu einem Auswärtspunkt beim 3:3 im Spitzenspiel in Bad Soden (hier: Tim Paulowitsch). Foto: Markus Waitz

Das Duell der mutmaßlich besten Mannschaften der Gruppenliga Fulda fand wieder keinen Sieger. Nach dem 2:2 im Hinspiel gab es gestern erneut ein Unentschieden. Nach dem 3:3 (2:2) ist Tabellenführer SGBad Soden weiterhin ungeschlagen und wahrte den 6-Punkte-Vorsprung auf den unmittelbaren Verfolger aus der Rhön, der allerdings von der SG Elters/Eckweisbach/Schwarzbach (ein Spiel weniger) noch überholt werden kann.

Nach 90 packenden Minuten mit technisch anspruchsvollem Tempofußball war man geneigt zu sagen: Endlich wieder Verbandsligafußball auf der Bornwiese. „Das war eines Spitzenspiels absolut würdig, beide Mannschaften haben sehr mutig nach vorne gespielt“, stellte Robert Schorstein fest. Der Spielertrainer der SGE reklamierte „Vorteile für meine Mannschaft. Mit ein bisschen Matchglück gewinnen wir das Spiel.“ Aus einem hervorragend eingestellten und gut funktionierenden Kollektiv hob Schorstein den 18 Jahre alten Julian Keidel hervor, der bei seinem Gruppenligadebüt im linken Mittelfeld beziehungsweise als äußeres Glied der Fünferkette überzeugte.

„Das war nicht unser bestes Spiel. Wir haben taktisch nicht umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten, wir waren zu weit weg von den Leuten und haben uns durch das brutal gute Pressing unter Druck setzen lassen“, fand Bad Sodens Trainer Anton Römmich, der von einem „gerechten Unentschieden“ sprach und schließlich auch mit seiner Einschätzung Recht behalten hatte, „dass Ehrenberg nach 60 Minuten abbauen würde“. Den höheren Aufwand betrieb die SGE. Anders als die Sodener gaben die Rhöner keinen Ball verloren. Die Gäste waren giftiger, flinker, einsatzfreudiger, der Tabellenführer, womöglich auch unter dem Eindruck des allzu leichten 4:0 vor einer Woche gegen Elters/Eckweisbach, in vielen Szenen eine Spur zu (nach)lässig. Wie gegen Elters, als Bad Soden in der zweiten Spielminute in Führung gegangen war, gelang der SG erneut ein frühes 1:0. Nach vier Minuten bediente Kevin Paulowitsch Daniele Fiorentino, der mit einem Heber den herauseilenden Torhüter überwand.

Hatte vor Wochenfrist Bad Sodens Innenverteidiger Tim Paulowitsch noch eine Galavorstellung geboten, so war der 20-Jährige diesmal an allen Gegentoren beteiligt: Beim 1:1 durch das nach Ballverlust viel zu offene Zentrum verlor Paulowitsch das Laufduell gegen den Torschützen Marius Bublitz (31.); beim 1:2 patzten beide Paulowitsch-Brüder: Außenverteidiger Kevin ließ an der Grundlinie den Pass von Niklas Diel zu, in der Mitte kam Tim zu spät gegen abermals Bublitz (33.); und beim 2:3 war Tim Paulowitsch der Pechvogel, der einen Freistoß abfälschte, den Michael Geier von links aus spitzem Winkel scharf an einer schlecht postierten Zweimannmauer vor das Tor zirkelte (61.).

Soden sah sich nicht wirklich veranlasst, eine Schippe draufzulegen – und vielleicht zeichnet genau das in dieser Saison die dominierende Mannschaft der Liga aus. Ruhig und überlegt inszenierte die SG gegen nachlassende Rhöner Angriff um Angriff, bis der zweitbeste Gruppenligatorjäger Fiorentino (20 Treffer) mit einer Linksflanke den Topstürmer der Liga fand: Unbedrängt stieg Lukas Ehlert mitten im Strafraum in die Luft und köpfte mit dem 3:3 zu seinem 22. Saisontreffer ein (83.).

Die Statistik:

SG Bad Soden: Ersöz; K. Paulowitsch, Saletnik, T. Paulowitsch (85. Bräuer), Krapf – Moaremoglu, Neiter – Degermenci, Pospischil, Ehlert – Fiorentino.
SG Ehrenberg: Voll; Beck, Dinkel, Schäfer – Keidel, Geier, Bau, Schorstein, Diel (78. Bleuel) – Brehl, Bublitz.
Schiedsrichter: Yannik Stöhr (1. FC Niedernhausen).
Zuschauer: 195.
Tore: 1:0 Daniele Fiorentino (4.), 1:1, 1:2 Marius Bublitz (31., 33.), 2:2 Daniele Fiorentino (45.), 2:3 Michael Geier (61.), 3:3 Lukas Ehlert (83.). / oi

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