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Sportwettenanbieter spielen im Fußball eine immer wichtigere Rolle

23. September 2019, 17:06 Uhr

Bis ungefähr zum Jahr 2015 waren zwar Sportwetten allgemein bekannt, doch traten sie im Fußballgeschäft nicht offiziell auf Banden und Trikots zur Geltung. Erst als der FC Bayern München einen Vertrag mit Tipico schloss, wandelte sich das Blatt. Und heute? Fanden Fans früher auf der Brust ihrer Spieler durchaus örtliche Unternehmen, prangt an gleicher Stelle nicht selten ein Sportwettenanbieter. Auf dem Ärmel geht es oft weiter, selbst die deutsche Nationalmannschaft präsentiert Sportwettenanbieter an vorderster Front. Aber wie kommt das und wie sehen diese Kooperationen aus?

Internationale Kooperationen

Wenngleich in deutschen Fußballstadien Wettanbieter auf den Banden und auf manchen Trikots stehen, so zeigen andere Fußballligen, wie wichtig die Anbieter mittlerweile tatsächlich sind. Ein gutes Beispiel ist England, denn die Hälfte der Vereine nutzt die Wettanbieter als Trikotsponsor:

- Gelder - es wird vermutet, dass rund 69 Millionen Pfund allein aus dem Trikotsponsoring durch die Wettanbieter an die Vereine geht.

- Championsship - wird dieser Wettbewerb mitgezählt, sind es sogar 17 Clubs aus 24, die auf diese Weise gesponsort werden. 27 der besten Clubs in England nutzen Wettanbieter auf der Brust.
Es gibt natürlich auch weitere Beispiele. Real Madrid wurde bis vor einigen Jahren von bwin auf der Brust gesponsort, jetzt ist der Anbieter der offizielle Werbe- und Wettpartner des Vereins. Wie der Einsatz eines Sportwettenanbieters auch verlaufen kann, zeigt ein bloßer Blick auf die österreichische Bundesliga, die offizielle nicht „Erste Bundesliga“ heißt, sondern „Tipico Bundesliga“. Dieser Anbieter ist auch in der Bundesliga aktiv und sponsort den Profifußball.

Bundesligavereine mit entsprechenden Werbepartnern

Auch die von der DFL geführten ersten beiden Bundesligen werden in Deutschland von einem Sportwettenanbieter gesponsort: Die DFL schloss einen Vertrag mit Tipico, die Vereine tragen das Logo des Anbieters mindestens auf dem Arm, müssen aber auch Werbeflächen im Stadion zur Verfügung stellen. Komplett zur Schau trägt jedoch nur ein Erstliga-Club einen Wettanbieter auf der Brust, der SC Paderborn. Hier dient Sunmaker als Sponsor, doch darauf wird später noch eingegangen. Zusätzlich gibt es natürlich weitere Kooperationen:

- Insgesamt - 14 der Erstligaclubs haben Verträge mit Wettanbietern. Es steht eine Gesamtsumme von 16 Millionen Euro im Raum, die hierdurch zur Verfügung steht.

- Hauptsponsor - Hertha BSC hat ab sofort einen Wettanbieter, bet-at-home, als Hauptsponsor und erhält von diesem jährlich sechs Millionen Euro.

- Kooperationen - Tipico arbeitet nicht allein mit der Liga an sich zusammen, sondern unter anderem mit dem HSV und Bayern München.

- Staatliche Verträge - selbst die staatlichen Lottogesellschaften, darunter auch Buchmacher, fördern die Vereine.

Hinweis: Wer als Tipper einen Wettanbieter nutzen möchte, sollte sich diesen übrigens genau anschauen. Es gibt viele Merkmale, anhand derer sich die Anbieter messen lassen. Tipper, die sich das Ganze genau anschauen möchten, finden mehr Informationen auf Sportwetteonline.de. So ist es besonders leicht, sich ein Bild von den Quoten, Zahlungsbedingungen und Boni zu machen.

Auch die unteren Ligen kooperieren mit Buchmachern

Während die ersten beiden Ligen zur DFL gehören, wird die Dritte Bundesliga trotz Profistatus vom DFB verwaltet. Somit erhielt die Liga vor einem Jahr einen eigenen Ligasponsor: bwin. Diese Konstellation sorgte zuerst für Verwirrung, da etliche Ligaclubs bereits mit der Einreichung ihrer Lizenzunterlagen angegeben hatten, einen Buchmacher als Hauptsponsor zu haben: Sunmaker. Aus diesem Grund geschieht in dieser Liga natürlich das, was auch bei internationalen Spielen oder manchen Bundesligaspielen geschieht: Auf den Werbeflächen stehen konkurrierende Unternehmen nebeneinander. In dieser Liga ergibt sich, wie zunehmend in Liga 2, ein interessantes Bild:

- Gleicher Schriftzug – gleich sieben Drittligisten laufen mit demselben Schriftzug auf der Brust auf. Sunmaker dominiert als Sportwettenanbieter diese Liga: Preußen Münster, Hallescher FC, Waldhof Mannheim, Hansa Rostock, Zwickau, Ingolstadt, Magdeburg. Weitere Vereine, die mit Sunmaker auflaufen, stehen in den oberen Ligen: SC Paderborn als Erstligist, VfL Osnabrück und Sandhausen in der zweiten Bundesliga.

- Einnahmen – Sunmaker schließt verschiedene Verträge ab, die sich anhand der Reichweite und der Zuschauer berechnen. In der dritten Liga können Clubs wohl bis zu 400.000 Euro in der Saison erhalten.

- Zustandekommen – ohne in die Vereinsstuben zu schauen, kann natürlich nichts Konkretes gesagt werden, doch arbeitet Sunmaker mit einer Vermarktungsfirma zusammen. Gerade kleinere Vereine nutzen diese, um im Ernstfall auch ohne einen Trikotsponsor das notwendige Geld für eine Lizenz zu erhalten. Der Anfang, damals mit Hansa Rostock, ist genau auf diesem Wege zustande gekommen sein. Die Vermarktungsfirma garantiert in diesem Fall eine Summe, sollte sie keinen Sponsor finden.

Bis Ende des Jahres möchte der Wettanbieter zu den großen Drei in Deutschland gehören – Brustwerbung gibt es durchaus genug.
Auch in der Regionalliga sind Sportwettenanbieter ein übliches Bild und für Vereine oft die Möglichkeit, nicht nur zu überleben, sondern zu investieren. In der Regionalliga West taucht beispielsweise beim Wuppertaler SV wieder ein bekanntes Logo auf der Brust auf: Sunmaker.

Kooperationen für beide Seiten lukrativ

Obgleich das Engagement von Buchmachern im Profisport zum Teil mit Misstrauen beachtet wird, haben diese Kooperationen oft für beide Seiten große Vorteile:

- Vereine – insbesondere die kleineren Vereine erhalten einen sicheren Sponsoren, der bereit ist, langfristige Verträge abzuschließen, die auch bei einem eventuellen Abstieg fortgeführt werden.

- Buchmacher – die Zielgruppe der Sportwettenanbieter ist eben dort, wo sie ihr Engagement betreiben. Zumal könnte bei dieser Form der Werbung ein interessanter Effekt auftreten. Während Fans früher häufiger ihr Auto in dem Autohaus gekauft haben, welches das Trikot zierte, oder auch Urlaube beim Hauptsponsor buchten, wäre es natürlich denkbar, dass sich die Anhängerschaft der Vereine ebenfalls beim Buchmacher registriert.

Letztendlich dürften die Partnerschaften für kleinere Clubs und Buchmacher eine Win-win-Situation darstellen. Die Vereine erhalten Gelder, der Buchmacher Werbefläche, die wortwörtlich „mittendrin statt nur dabei“ ist.

Fazit – in Deutschland steckt diese Sponsoringform noch in den Kinderschuhen

Das trifft zumindest dann zu, wenn die Summen aus England oder auch Spanien betrachtet werden. Real Madrid erhielt damals von bwin wohl höhere zweistellige Millionenbeträge pro Saison, auch in England wird sich kaum ein Club mit einer niedrigen Millionensumme zufriedengeben. Doch auch, wenn die Kritiken verständlich sind, so gehören Sportwetten zum Fußball – und das Sponsoring eines Vereins ist nur der nächste Schritt. Hier darf zudem nicht vergessen werden, dass es immer schwieriger wird, Hauptsponsoren zu erhalten, wenn der Verein nicht nur Landesspitze gehört. Kleinere Vereine profitieren somit also ebenfalls von dem Wettgeschäft.

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