Kreisoberliga-Mitte-Analyse

Starker Primus, Niesig überrascht

12. Januar 2022, 13:00 Uhr

Und am Ende jubelt der SV Hofbieber: So war es fast immer im Verlauf der ersten Saisonhälfte der Kreisoberliga Mitte. Foto: Kevin Kremer

Kann noch jemand den SV Hofbieber auf seinem Weg zurück in die Gruppenliga aufhalten? Diese Frage stellen sich die Anhänger der Kreisoberliga Mitte, nachdem der Ligaprimus die erste Saisonhälfte ohne Niederlage abgeschlossen hat.

Die Lage

Hofbieber ist das Maß aller Dinge, auch wenn der Vorsprung durch den ungewöhnlichen Modus in der Rangliste der Aufstiegsrunde auf fünf Punkte zusammengeschrumpft ist. Zu stark wirkte das Team von Oliver Bunzenthal aber in der ersten Saisonhälfte, in der die Vorderrhöner so gut wie nichts anbrennen ließen.

Top

Der KSV Niesig ist die Mannschaft, die die eigenen Erwartungen wohl am deutlichsten übertroffen hat. Der Klassenerhalt ist geschafft, und mit fünf Punkten hinter Hofbieber ist der KSV in 2022 gemeinsam mit Bimbach ärgster Verfolger des Tabellenführers. Bimbachs Serie war ebenfalls bärenstark, aber das deutete sich bereits in der nach nur einem Drittel frühzeitig abgebrochenen Vorsaison an. Da war Bachrain Vorletzter und drohte abzusteigen. Nun ist am Geisküppel wieder Euphorie entfacht. Der TSV steht ordentlich da.

Flop

Große Enttäuschung herrscht besonders beim Haimbacher SV. Als Tabellenletzter gewann man nur zwei der 15 Spiele, kassierte 58 Gegentore. Da steht sogar Mackenzell mit nur einem einzigen Saisonsieg besser da. Nicht zufrieden ist man auch in der Rhön. Der TSV Hilders und die SG Simmershausen hatten sich garantiert auch viel mehr erwartet als das, was der Zusammenschluss der beiden Vereine bisher erbracht hat.

In Erinnerung bleibt

Besonders schockierend war die schwere Verletzung von Bimbachs Keeper Darius Günder beim Spiel in Haimbach, als dem Schlussmann der Kiefer zertrümmert wurde und das Spiel abgebrochen werden musste. Kurios war, dass beim Türkischen SV mit Onur Özger einer im Tor stand, der eigentlich ein Leistungsträger im Feld ist. Sein Team hinkte dem Feld drei Wochen hinterher. Vom 22. August bis zum 12. September war an einen geordneten Spielbetrieb nicht zu denken: Ein Großteil der Mannschaft steckte ob Corona in Quarantäne. Hängengeblieben sind aber auch die Trainerwechsel: In Haimbach hat nun Markus Wingenfeld für Timo Peikert übernommen, Marc Friedel schwingt mittlerweile für Gyorgi Zarevski das Zepter in Sickels und Christian Muhl hat Marius Ebert bei der SG Schlitzerland abgelöst.

Zahlenspiel

502 Tore fielen in den 120 Spielen. Das macht einen Schnitt von 4,18 pro Partie. Die höchste Heimniederlage kassierte der Türkische SV gegen die SG Hilders/Simmershausen. 2:8 hieß es am Ende. Mit jeweils 7:0 gewannen Bimbach (gegen Haimbach) und Nüsttal (im Derby gegen Mackenzell). Neun Treffer gab es bei den Spielen zwischen Bachrain und Bimbach (3:6) sowie Schlitzerland gegen Haimbach (5:4) zu sehen. Nur drei Spiele der bisherigen Saison endeten ohne einen erzielten Treffer.

Ausblick

Noch kann niemand sagen, wann es mit der Auf- und Abstiegsrunde losgehen wird. Ein genauer Plan vom Verband liegt nicht vor. Viele sind sich aber einig, dass es wohl bis nach Ostern dauern könnte, ehe die letzten sieben Spieltage gespielt werden. Und genau darin könnte die Gefahr liegen. Die Spiele könnten relativ geballt durchgezogen werden. Das wiederum bedeutet, dass Verletzungen doppelt schwer wiegen. Von daher gehört im zweiten Halbjahr auch ein bisschen Glück dazu. Und dennoch: Hofbieber wird sich den Titel nicht nehmen lassen. Für die Vizemeisterschaft kommen bis Rang sechs alle anderen Teams in Frage. In der Abstiegsrunde haben die drei bestplatzierten Teams die besten Aussichten. In Haimbach wird entscheidend sein, ob Neu-Coach Wingenfeld die Spieler bei der Ehre packen kann.

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