07.11.2015

Thomas Häßler will ungeschliffene Juwele der Region finden

Projekt (wieder)entdeckt - Anmeldeschluss am 11. November

Thomas Häßler zählt zu den prominenten Scouts. Foto: privat

Am 16. November startet (wieder)entdeckt, das neue, spannende Fußball-Projekt mit den ersten Sichtungen in Bad Kissingen. Weltmeister Thomas Häßler, Torwart-Trainer Richard Golz und Bundesliga-Coach Michael Oenning freuen sich schon darauf, die Talente zu sichten und auf das Finale vorzubereiten, das am 9. und 10. Dezember 2015 in Gelnhausen eingeläutet wird. Im Interview spricht das prominente Trio über die Wichtigkeit und Faszination von (wieder)entdeckt und erklärt, was die Talente bei den Sichtungen erwartet.

Warum machen Sie bei (wieder)entdeckt mit und warum ist dieses Projekt für Sie wichtig?

Golz: Ich weiß, dass es unterschiedliche Phasen bei jungen Menschen gibt, manche sind in der biologischen Entwicklung eins, zwei Jahre zeitverzögert und haben deshalb mit 18 Jahren alleine schon körperlich noch keine Chance - zwei Jahre später sieht das dann vielleicht ganz anders aus.

Oenning: (wieder)entdeckt ist eine sehr gute Sache für den Fußball. Es ist ein Projekt, das es so noch nicht gegeben hat. Aus meiner Erfahrungen als Verbandstrainer weiß ich, dass viele Spieler erst später zünden und deshalb zunächst in unteren Ligen spielen, bevor sie vielleicht doch irgendwie entdeckt werden oder auch nicht. Ich finde es ganz spannend, diese Spätentwickler zu finden und so möglicher Weise ans Profigeschäft heranzuführen.

Häßler: Es gibt doch immer wieder Spieler, bei denen man in jungen Jahren überzeugt ist, dass sie das Zeug zum Profi haben. Bei denen meint man, die gehen ihren Weg und sind nicht aufzuhalten. Doch plötzlich haben sie Probleme und verschwinden aus 1000 unterschiedlichen Gründen von der Bildfläche. Jetzt haben diese Spieler die Möglichkeit, einen zweiten Anlauf zu nehmen. Und wir helfen ihnen, damit sie später topfit sind, wenn sie wieder einmal gesichtet werden oder zum Probetraining bei einem Profiverein gehen. Ich bin überzeugt, dass es da draußen noch genügend ungeschliffene Juwele zu entdecken gibt – die wollen wir finden.

Warum ist es wichtig und richtig, einen zweiten Bildungsweg in Sachen Fußball anzubieten?

Golz: Dies Projekt ist ein wichtiges Signal an die Jungs, die in jungen Jahren vielleicht noch nicht so fokussiert waren. Jetzt gibt es doch einen Plan B, der ihnen zeigt: es ist noch nicht vorbei, es gibt eine echte zweite Chance.

Oenning: Ich finde es sehr spannend, aus den Jungs, die eine 2. Chance wollen und verdient haben, den ein oder anderen zu finden, der das Potential und den Willen mitbringt, mit unserer Unterstützung seine Profikarriere zu starten.

Häßler: Das Überragende an diesem Projekt ist für mich, dass alle Jungs die gleichen Chancen haben. Ob arm, ob reich, ob mit Beziehungen zu Klubs oder ohne – für alle Teilnehmer ist das ganze Projekt kostenlos. Das finde ich großartig und das wäre ohne das Engagement von Partner-Unternehmen wie Deutsche Vermögensberatung, Camp David oder Outfitter so gar nicht möglich. Deshalb sehe ich (wieder)entdeckt auch als soziales Projekt an.

Warum können Profivereine die 2. Chance nicht immer selbst ermöglichen?

Golz: Auch die Vereine verfügen nur über begrenzte Kapazitäten und konzentrieren sich in erster Linie ganz auf sich selber und den Spielbetrieb. Als Verein sucht man sich seine 22-26 Spieler aus und ist zunächst einmal davon überzeugt, alles richtig gemacht zu haben. Wer da einmal durchs Rost fällt, wird erst einmal nicht mehr groß beachtet.

Welche Jungs suchen Sie, bzw. an wen richtet sich (wieder)entdeckt)?

Golz: An Jungs, die den Sprung nicht ganz geschafft haben, als es bei der 1. Chance darauf ankam. Vielleicht kommt sogar ein Junge, der außergewöhnlich talentiert ist, aber bislang – warum auch immer - nur in unterklassigen Ligen gespielt hat und deshalb noch nie gesichtet wurde.

Nach welchen Kriterien sichten Sie und suchen Sie aus?

Golz: Das ist ein differenzierter Katalog unterschiedlichster Bewertungskriterien, in denen sich natürlich auch die Technik und das taktische Verhalten der jeweiligen Spieler widerspiegeln. Es werden sehr hohe Anforderung an unser Sichtungsteam gestellt. Wir müssen sehr konzentriert bei der Sache sein, um auf alle Punkte zu achten und sie richtig zu bewerten.

Oenning: Wir beurteilen die Spieler nach einem standardisierten Verfahren anhand von festgelegten Daten. Am Ende können wir so nachvollziehbar belegen, warum ein Talent geeignet ist. Man kann Alle und Alles ganz genau vergleichen.

Was braucht man heute, um einen Profivertrag zu erhalten und im Geschäft zu bestehen?

Golz: Der Druck heute ist wahnsinnig hoch Man muss vor allem gesund bleiben und fokussiert und auch ein wenig Glück haben. Unser Projekt richtet sich an die Jungs, bei denen es jetzt „klick“ macht und die alles geben wollen für die 2. Chance.

Oenning: Zunächst einmal braucht man im Profibereich natürlich ein außergewöhnliches Talent. Wir bewegen uns hier schließlich in der absoluten Leistungsspitze. Man muss zudem psychisch stark sein und einen festen Willen und eine klare Motivation mitbringen. Ich bin sicher, dass zu uns Jungs kommen, die eine innere Mission spüren, Fußballprofi zu werden und jetzt ihr zweite Chance mit aller Konzentration, Bereitschaft und Willensstärke nutzen wollen.

Was war vor 20-30 Jahren anders, wie hat sich das Profigeschäft verändert?

Golz: Vor 20-30 Jahren haben die Vereine im Vergleich zu heute weniger systematisch , professionell und akribisch bis ins Detail gearbeitet , da lief alles noch ein wenig lockerer ab.

Häßler: Ich bin schon eine ganze Weile raus aus der Bundesliga, deshalb kann ich das nicht so beurteilen. Was ein Spieler damals wie heute – neben dem Talent - auf jeden Fall braucht, ist ein wenig Glück. Ich wurde damals bei einem Sichtungsspiel in Duisburg Wedau entdeckt. Hannes Löhr vom FC Köln war da als Scout. Ich habe 10 Minuten vor Schluss eine gute Aktion gehabt und das 2:1 geschossen, das hat ihm gefallen. Wenn Löhr ein bisschen früher gegangen wäre, hätte er mein Tor nicht mehr gesehen und alles wäre vielleicht ein wenig anders gekommen...

Am Ende der Sichtungsphase von (wieder)entdeckt winkt den besten Talenten im Idealfall ein zweijähriger Fördervertrag. Was bedeutet das für den jeweiligen Spieler?

Oenning: Diese Spieler können bis zu zwei Jahre lang auf ein Kompetenzteam zurück greifen, das sie – neben den sportlichen Aspekten – auch psychologisch und pädagogisch betreut und mit Tipps versorgt. So werden die Talente in allen Belangen unterstützt und auf den nächsten Schritt vorbereitet, damit sie auf breiter Basis topfit sind für den Schritt ins Fußballgeschäft. Somit können wir hier viel mehr bieten, als einem jungen Talent normaler Weise zur Verfügung steht.

Gibt es noch etwas, das Sie den Talenten sagen möchten, die überlegen, beim Fu0ball-Projekt (wieder)entdeckt mitzumachen?

Golz: Es gibt keinen Grund zu zweifeln und abzuwarten: Los geht´s, anmelden auf www.wiederentdeckt.de und die eigene Chance nutzen!

Häßler: Jeder talentierte Fußballer, der das liest, sollte nicht zögern und sich anmelden. Wir Ex-Profis sind auch alle ganz normale Menschen, die euch die Angst nehmen und das Beste aus euch herausholen wollen.

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