09.03.2019

Torlos - aber auf Regionalliga-Niveau

Hessenliga: 0:0 zwischen Kassel und Gießen

Die 2200 Zuschauer im Auestadion sahen kein Tor. Foto: Pedro Acebes

In einem intensiven Topspiel der Hessenliga haben sich am Samstagnachmittag der KSV Hessen Kassel und der FC Gießen torlos getrennt. Das zeitweise stark von der Taktik geprägte Spiel endete leistungsgerecht Unentschieden. Durch das 0:0 bleibt es bei den 15 Punkten Abstand zwischen dem Tabellendritten und dem Klassenprimus.

"Wir haben heute ein sehr intensives Spiel gesehen von zwei Teams, die zurecht da oben stehen. Das Spiel hatte Regionalliga-Niveau, wobei die erste Hälfte sehr ausgeglichen war", konstatierte Gießens Trainer Daniyel Cimen in seiner Analyse. Das Spiel begann bei guten äußeren Bedingungen drei Minuten später, weil Kassels Ingmar Merle als bester Spieler der Hinrunde geehrt wurde. Der Spitzenreiter begann im Auestadion druckvoll, dagegen warteten die Hausherren erst einmal ab und lauerten auf Umschaltsituationen. Nach 20 Minuten kamen die Nordhessen besser ins Spiel und so ergab sich eine erste brenzlige Situation vor dem Tor der Mittelhessen. Sebastian Schmeer köpfte nach einem Eckball am Tor vorbei. Mitte der ersten Hälfte wurde das Geschehen intensiver und es ergaben sich Möglichkeiten auf beiden Seiten.

So vergab Cem Kara die Gießener Führung, im direkten Gegenzug rettete FCG-Verteidiger Antonaci einen Schuss von KSV-Stürmer Sebastian Schmeer vor der Torlinie. Aber auch Kassel kam vor dem Seitenwechsel zum Abschluss, als Adrian Bravo Sanchez aus der zweiten Reihe abschloss und sich Frederic Löhe im Gießener Tor mächtig strecken musste. "Taktisch hatten wir besprochen, dass wir Gießen in bestimmten neuralgischen Zonen ärgern wollten", wusste KSV-Coach Tobias Cramer. 2200 Zuschauer warteten in der offenen Partie auch im zweiten Abschnitt vergeblich auf Tore. Gießen kam mit einer Doppelchance aus der Kabine, doch sowohl Damjan Marceta, als auch Cem Kara brachten nach rund 40 Sekunden den Ball nicht im Tor der Hausherren unter.

Gießen nimmt den Punkt ohne Risiko mit

Beide Teams wurden in ihren Bemühungen in den letzten 20 Minuten durch einen plötzlichen Wetterumschwung behindert. Strahlte bis dahin noch die Sonne, fing es plötzlich an heftig zu regnen. Dazu gesellte sich ein böiger Wind. Gießen schien sich mit dem Remis anzufreunden, Kassel probierte noch einmal alles nach vorne, doch es blieb letztendlich beim gerechten 0:0. "Kassel kam immer wieder über die Außen und war bei Standards brandgefährlich. Da mussten wir hellwach sein. Unter dem Strich war es ein sehr gutes Auswärtsspiel von uns. Vielleicht ist das Unentschieden auch leistungsgerecht. Mit diesem Punkt können wir sehr gut leben", analysierte Cimen und versprach: "Sollte es für Euch im letzten Spiel noch um etwas gehen, werden wir gegen Alzenau alles geben."

Cramer hob unterdessen hervor: "Wir haben unglaublich gut gearbeitet und versucht die entscheidenden Räume relativ schnell zu schließen. Kurz nach der Halbzeit hatten wir das nötige Spielglück. Leistungsgerecht kann man das Resultat analysieren. Wir haben mit Mentalität sehr gut verteidigt und gehen mit einem Punkt gegen den absoluten Spitzenreiter der Hessenliga nach Hause. Das war Regionalliga-Niveau von beiden Seiten." Cimen räumte noch ein: "Man hat beiden Teams angemerkt, nicht ins letzte Risiko gehen zu wollen. Durch den komfortablen Vorsprung konnten wir etwas befreiter aufspielen. Wir wollten aber hier nicht auf Teufel komm raus auf Sieg spielen, auch wenn wir die Jungs manchmal in dieser Hinsicht bremsen müssen."

Die Statistik:

KSV Hessen Kassel: Hartmann - Brandner, Häuser, Merle, Najjer - Bravo Sanchez, Schwechel - Dawid, Saglik (90.+3 Milloshaj), Brill - Schmeer (86. Mogge).
FC Gießen: Löhe - Antonaci, Nennhuber, Spang, Lekaj - Cecen, Fink - Koyuncu (74. Hofmann), C.Kara, Solak - Marceta (82. Müller).
Schiedsrichter: Nicklas Rau (Wöllstadt).
Zuschauer: 2200.
Tore: Fehlanzeige.

Autor: Pedro Acebes

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