21.06.2016

Trainerentlassung bei Gundhelm/Hutten lässt Fragen offen

A-Liga Schlüchtern: Ex-Trainer Sorg spricht von "Lügengeschichten"

Lothar Sorg ist nicht mehr Trainer in Gundhelm/Hutten.

Lothar Sorg ist seit wenigen Tagen nicht mehr Trainer des in der Relegation zur Kreisoberliga Süd gescheiterten Schlüchterner A-Ligisten SG Gundhelm/Hutten. Einer Meinung sind der 42-jährige Lothar Sorg und Huttens Vorsitzender Michael Kager nur hinsichtlich der Tatsache, dass beide Seiten per Handschlag im Frühjahr die Fortsetzung der Zusammenarbeit bereits beschlossen hatten. Sorg wäre dann in sein viertes Trainerjahr bei der Spielgemeinschaft gegangen.

Gundhelms Vorsitzender Peter Fieres bestätigte lediglich die Entlassung Sorgs, wollte sich zu den Umständen aber nicht äußern und verwies diesbezüglich auf Huttens Vorsitzenden Michael Kager. Kager wiederum tritt entschieden Gerüchten entgegen, er wolle selbst ins Traineramt zurückkehren. „Außerdem ist es an den Haaren herbeigezogen, Daniel Firle kehre von der SG Rückers zu uns zurück. Er wohnt mittlerweile in Hutten, wir haben in der Winterpause auch mit ihm gesprochen, aber er will seine Laufbahn beenden,“ erklärt Kager, der sich zu den Gründen für Sorgs Entlassung bedeckt hält: „Es haben sich mehrere Dinge abgespielt, die dazu geführt haben, dass wir nun getrennte Wege gehen, diese werden wir Lothar Sorg auch mitteilen, sie bleiben aber intern.“

Einen Trainer werde man zum jetzigen Zeitpunkt schon noch finden, da ist sich Kager sicher. Ins Reich der Fabel verweist er kursierende Gerüchte, man habe mit Schlüchtern/Elms Abwehrchef Jochen Eurich und Marco Schlichting (SV Niederzell) in Sachen Verpflichtung als Spielertrainer gesprochen. Dass vereinsintern Michael Schrod, der Trainer der zweiten Mannschaft, zurückgetreten sei, bestätigte Kager. Ob dieser Rücktritt freilich im Zusamenhang mit Sorgs Entlassung stehe, könne er nicht sagen, da müsse man schon Schrod selbst fragen.
Gesagt, getan: „Die Art und Weise der Entlassung Lothar Sorgs hat mich zum Rücktritt veranlasst“, sagt Schrod, der die „Hauptakteure“ für Sorgs Entlassung nicht in Gundhelm, sondern in Hutten vermutet. „Alles, was er gemacht hat, wurde zuletzt negativ ausgelegt. Man hat Sorg nicht fair behandelt, das hat er nicht verdient. Der Verein steht sportlich so gut da wie selten zuvor.“

Auf die Initiative Michael Schrods ging es zurück, dass Michael Rose für die SG die Fußballschuhe schnürte. „Rose ist ein Arbeitskollege von mir, ihm gefiel es in Hutten, er spielte früher höherklassig bei den Sportfreunden Seligenstadt, bestritt zu Saisonbeginn einige Spiele und kam gegen Ende der Saison erneut zum Einsatz“, berichtet Schrod. Nach der Entlassung Sorgs habe Rose seine Bereitschaft, in der kommenden Runde für Gundhelm/Hutten zu spielen, nun ebenfalls widerrufen.

Sorg: "Wurde von den Zuschauern angegiftet"

Überhaupt scheinen sich an der Person Michael Rose so manche Geister zu scheiden. Gegen Ende der Spielzeit plagten die Sorg-Elf personelle Probleme vor allem im Offensivbereich. „Die Mannschaft war begeistert und stimmte sofort zu, als ich in Erwägung zog, Michael Rose spielen zu lassen“, sagt Lothar Sorg. Rose kam dann auch in der Relegation zum Einsatz, die vor allem im entscheidenden Spiel in Rönshausen (1:4) unglücklich lief, als Gundhelm/Hutten 1:0 führte und Sebastian Richter wegen eines fragwürdigen Handspiels Rot sah und der Strafstoß zum 1:1 führte. „Schon während des Spiels in Rönshausen wurde ich von Zuschauern angegiftet, der Einsatz Roses wurde als Unverschämtheit bezeichnet“, berichtet Sorg.

Als Trainer habe er sich nichts vorzuwerfen: „Ich habe mit der Mannschaft in drei Jahren die Plätze neun, vier und zwei erreicht, die Viererkette erfolgreich eingeführt und die Trainer-B-Lizenz absolviert.“ „Lügengeschichten“ hätten zu seiner Entlassung geführt. Spieler hätten nunmehr angekündigt, ihre Laufbahn zu beenden, berichtet Sorg. Zudem wird der 26-jährige Linksfuß Sebastian Richter mit Gruppenligist SG Schlüchtern/Elm in Verbindung gebracht. / osl

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