Alexej Rexius im Gespräch

"Trainerjob? Genau mein Ding"

10. August 2020, 07:50 Uhr

Alexej Rexius (links im roten Trikot) scheut auch in der Luft keinen Zweikampf. Foto: Charlie Rolff

Vor wenigen Wochen ist Alexej Rexius ins Trainergeschäft eingestiegen. „Rex“ hat mit Özgür Kutluay den Fuldaer A-Ligisten SG Marbach/Dietershan übernommen. Wir haben uns mit dem 33-Jährigen unterhalten und zu seinem neuen Job befragt.

Warum haben Sie sich für Marbach/Dietershan als erste Trainerstelle entschieden?

Weil es auf der Hand lag. Ich wohne um die Ecke, habe bis zum Sportplatz vielleicht drei Minuten, weil wir in Marbach gebaut haben. Es gab zwar andere Anfragen, aber einerseits hat mich Marbach/Dietershan überzeugt und andererseits war das natürlich ein Zeitfaktor. Ein weiteres wichtiges Element war, dass Özgur Kutluay und ich Kleinigkeiten verändern wollen, und uns die Verantwortlichen dabei völlig freie Hand lassen. Mit dem Dietershaner Vorstand André Pfeffermann und dem Sportlichen Leiter von Marbach, Frank Möller, hatten wir wirklich gute Gespräche.

Sie sind erst 33. Warum sind Sie nicht noch ein, zwei Jahre in der Verbandsliga geblieben?

Vor allem wegen des Hausbaus war mir der Aufwand zu groß. In Johannesberg habe ich vergangene Saison mehr gespielt als trainiert. Verbandsliga zu spielen, ist viel intensiver. Da geht es oft nach Kassel, die Sonntage sind immer komplett verplant. So einen Trainerjob wie jetzt, macht man ja auch nicht so nebenher, aber die Wege sind jetzt viel kürzer geworden.

Vorige Runde blieb Marbach/Dietershan hinter den Erwartungen zurück, wurde „nur“ Neunter. Was ist diese Saison möglich?

Mein erster Eindruck ist, dass die Spieler sehr motiviert und engagiert sind. Vergangene Saison gab es ja auch sehr viele Ausfälle durch Verletzungen. Wenn uns das erspart bleibt und wir ohne große Verletzungen durch die Runde kommen, dann ist es unser Ziel, dass wir weiter oben mitspielen. Unter die ersten fünf zu kommen, traue ich uns dann schon zu. Das Potenzial hat die Mannschaft allemal.

Wer sind aus Ihrer Sicht die Favoriten in der A-Liga Fulda?

Da sehe ich beispielsweise den TV Neuhof mit dem Schlitzohr Roman Musil als Spielertrainer. Aber vor allem Borussia Fulda hat sich gut verstärkt. Wenn ich Spieler wie Harry Yildiz, Julien Mackenrodt oder Peter John sehe, dann gehört Borussia zu den Topfavoriten.

Nach der Zeit bei ihrem Heimatverein FV Horas haben Sie ein Jahr beim RSV Petersberg gespielt und waren dann zuletzt sechs Jahre in Johannesberg zu Hause. Ausgerechnet bei Johannesberg II geht es nun los.

Das ist ein super Auftakt für mich. Ich freue mich darauf, das wird spannend. Aber es wird natürlich verdammt schwierig, denn Johannesberg II hatte einen Trainerwechsel, es gibt einige neue Spieler. Das ist für mich ganz schwer einzuschätzen.

Sie hatten einige Trainer in Ihrer Laufbahn. Vom wem nehmen Sie etwas mit auf Ihren eigenen Weg?

Von Oliver Starke habe ich mir die Intervalle abgeschaut und von Jochen Maikranz die spielerischen Einheiten. Da wurde sehr gut mit dem Ball gearbeitet. Von Zeljko Karamatic nehme ich das Gefühl für den Fußball mit. Er lebt Fußball. Von diesen drei Trainern habe ich viel gelernt.

Werden Sie jetzt noch ein paar Jährchen als Spielertrainer mit dabei sein und dann aufhören? Oder ist es Ihr Wunsch, später mal fest ins Trainergeschäft einzusteigen?

Ich tendiere schon dahin, dass ich später mal als Trainer aktiv sein werde. Das ist für mich ja optimal: Ich habe Sport studiert, bin beruflich als Sportlehrer tätig und habe eine Menge Spaß daran. Es gab schon früher Anfragen als Spielertrainer, aber während meines Referendariats und durch den Hausbau war das nicht möglich. Ich könnte mir aber schon vorstellen, dass so ein Trainerjob genau mein Ding ist.

Wenn wir uns heute in einem Jahr wieder unterhalten würden: Was müsste bis dahin sportlich passieren, damit Sie ein positives Fazit unter Ihre Premieren-Saison ziehen?

Ganz wichtig ist, dass mich die Spieler als Trainer anerkannt haben. Wenn alles so läuft, wie ich mir das vorstelle, hätten wir die Zuschauer mit gutem Fußball überzeugt und würden im vorderen Feld der Tabelle gelandet sein. Und vielleicht könnte man sich dann ja mal etwas höhere Ziele setzen. Ich bin ein Typ, der immer gewinnen will.

Autor: Ralph Kraus

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