12.05.2018

Trotz Niederlage: Hessen Dreieich ist Meister

Hessenliga: Alzenau gewinnt und wahrt seinerseits die Hoffnungen

Trotz einer 2:4-Niederlage in Alzenau durfte Dreieich die Meisterschaft bejubeln. Foto: Steffen Turban

Am Ende durfte dann doch gejubelt werden. Trotz einer 2:4 (1:2)-Niederlage in Alzenau feiert der SC Hessen Dreieich den Aufstieg in die Regionalliga SĂŒdwest. Der TSV Lehnerz ließ nĂ€mlich in Watzenborn zwei Punkte beim 2:2-Unentschieden liegen. Somit reichte es fĂŒr Dreieich zur Meisterschaft.

"Ein guter Tag um Geschichte zu schreiben", war auf einem Plakat zu lesen, dass die GĂ€ste-Fans am Zaun aufgehĂ€ngt hatten. Nach dem Abpfiff sah es danach zunĂ€chst nicht aus. Stattdessen hĂ€ngende Köpfe bei den GĂ€sten aus Dreieich. Dann die Nachricht aus Watzenborn, dass Lehnerz nur Unentschieden gespielt hatte und schon war der Jubel groß. Trotz einer Niederlage gegen die Bayern aus Alzenau durfe der SC Hessen doch noch die erneute Meisterschaft in der Hessenliga bejubeln und wird in der kommenden Saison in der Regionalliga SĂŒdwest vertreten sein.

In einem temporeichen Spiel ließen die GĂ€ste vor allem in der ersten HĂ€lfte zahlreiche Möglichkeiten liegen, um in FĂŒhrung zu gehen. Deshalb lobte Dreieichs KapitĂ€n Nico Opper den Gegner nach der Partie: "Alzenau hat super gespielt. Sie haben eine enorme QualitĂ€t in der Offensive." Damit spielte Opper auch auf Can Özer an, der in der kommenden Runde gemeinsam mit dem KapitĂ€n in der Regionalliga am Ball sein wird. Der Offensivspieler, der noch das Trikot der Alzenauer trĂ€gt, sorgte etwas ĂŒberraschend fĂŒr die FĂŒhrung der Hausherren. Ausgerechnet Özer, dachten sich da wohl viele Zuschauer.

Die Alzenauer waren die effektivere Mannschaft an diesem Tag. "Effektiver als in manchen Spielen zuvor", urteilte Alzenaus Coach Angelo Barletta nach der Partie. Nach Vorarbeit von Anthony Wade ĂŒber die linke Seite erzielte Özer den Treffer aus zentraler Position. Es war seine zweite Chance in dieser Partie, die er eiskalt ausnutzte, um sein Team jubeln zu lassen. Doch die Freude wĂ€hrte nicht lange, denn auf der Gegenseite traf Tino Lagator im Strafraum aus dem GewĂŒhl heraus zum 1:1.

Barletta: "Ich bin sehr zufrieden"

Als die GĂ€ste sich schon in der Halbzeit wĂ€hnten, schlugen die Alzenauer noch einmal zu. Christopher Krause lief ĂŒber die linke Seite durch, flankte in die Mitte und dort stand Wade genau richtig um zur HalbzeitfĂŒhrung einzunetzen. Somit ging es in die Pause. Das Bild Ă€nderte sich auch im zweiten Durchgang nicht. Dreieich rannte an, kam aber nicht zum Torerfolg. DafĂŒr die Gastgeber durch die erste Möglichkeit in Halbzeit zwei. Nach einem Eckball stand KapitĂ€n Marcel Wilke am kurzen Eck und köpfte zum 3:1 ein (74.). Doch damit nicht genug. WĂ€hrend Tino Lagator und Andre Fliess auf der anderen Seite an Alzenaus Keeper Takidis scheiterten, war es erneut Özer, der treffsicher war.

Nach einem Zusammenspiel mit Elias Niesigk durften die Alzenauer Fans noch einen Treffer bejubeln. KopfschĂŒtteln hingegen bei den gegnerischen AnhĂ€ngern, die schon damit rechneten, dass die Meisterfeier verschoben wird. Der Treffer von Lagator kurz vor Schluss war dann nĂ€mlich nur noch Ergebniskosmetik. "Ich bin sehr zufrieden. Es war ein Spiel auf Augenhöhe und wurde offen gefĂŒhrt", freute sich Alzenaus Trainer ĂŒber den Sieg und lobte gleichzeitig Amiri, der wĂ€hrend der Partie den Ball ins Aus schoss, als ein Spieler der Bayern am Boden lag. "Wir sind mit einer Niederlage Meister geworden, auch das gehört zum Fußball", Ă€ußerte sich Dreieichs Coach Rudi Bommer nach der Partie, ehe er eine Bierdusche von seinem Torwart Pierre Kleinheider bekam. Dann feierte auch der Trainer mit, der an diesem Tag noch drei Weizen trinken möchte, wie er selbst sagte. / se

Die Statistik:

FC Bayern Alzenau: Takidis - Wilke, Wade (68. Calabrese), Sawaneh, Jourdan - Kaiser, Sejdovic, Milosevic (17. Niesigk), Krause (87. Wörner), Kalata - Özer - Trainer: Angelo Barletta.
SC Hessen Dreieich: Kleinheider - Opper, Talijan, Gavric, Lekaj (66. Klein) - Henrich, Amiri, Alikhil, Schnier (74. McCrary), A. Fliess (71. Böttler) - Lagator - Trainer: Rudi Bommer.

Schiedsrichter: Felix Berger (Herleshausen).
Zuschauer: 300.
Tore: 1:0 Can Özer (25.), 1:1 Tino Lagator (31.), 2:1 Anthony Wade (45.+2), 3:1 Marcel Wilke (74.), 4:1 Can Özer (86.), 4:2 Tino Lagator (88.).

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