03.06.2017

Türkischer SV bezieht Stellung zum Abbruchspiel

A-Junioren-Gruppenliga

Foto: Charlie Rolff

Der Türkische SV Fulda hat sich in einer Stellungnahme zum abgebrochenen A-Junioren-Spiel gegen den JFV Hünfelder Land geäußert.

Die Stellungnahme im Wortlaut

„Sehr geehrte Damen und Herren,

wir nehmen hiermit offiziell Stellung zu den Ereignissen und Vorwürfen während und nach dem Spiel am 27.05.2017 zwischen dem JFV Hünfelder Land und dem Türkischen SV Fulda. Die Unannehmlichkeiten haben bereits vor dem Spiel angefangen. Wir haben mehrmals versucht das Spiel zu verlegen und wurden von den Verantwortlichen des JFV Hünfelder Land einfach ignoriert. Wir bewerten diese Ignoranz als eine Respektlosigkeit uns gegenüber und möchten auch den Verantwortlichen des JFV Hünfelder Land eine bewusste Handlung unterstellen, da wir in der heutigen Zeit einen Lesebericht empfangen können. Eine Reaktion hätte genügt. Die erste Reaktion kam vom Trainer einen Tag vor dem Spiel mit einer ironischen Aussage „ich habe keine Mail erhalten, jetzt ist es eh zu spät“. Dass man bei einer Spielverlegung nicht den Trainer, sondern die Verantwortlichen kontaktiert, ist jedem hoffentlich bekannt. Wir mussten somit mit einem kleinen Kader antreten.

Wir möchten ausdrücklich betonen, dass es während und nach dem Spiel lediglich einen Konflikt zwischen unseren Spielern und dem Schiedsrichter gegeben hat. Auch wenn das Verhalten mancher unserer Jugendspieler zu Recht mit der Roten Karte geahndet wurde, ist die Außendarstellung eine ganz bösartige Aktion. Nachweislich ein gefundenes Fressen für Rechtspopulisten, die ihre Facebook-Beiträge mit volksverhetzenden Kommentaren schmücken. Herr Gräber (Trainer des JFV Hünfelder Land, Anm. d. Red.) scheint mit seinen Aussagen kein Feingefühl zu haben und anscheinend sein Leben lang Bambinis trainiert zu haben. Die Aussage, dass er überlegt hat, die Polizei zu rufen, ist absolut überzogen und lässt einige Fragen über seinen Gemütszustand offen. Zu der aggressiven und frustrierten Spielweise unserer Spieler hat der Schiedsrichter genug beigetragen. Herr Romanow hat so eindeutig nur in eine Richtung gepfiffen, sodass unsere Spieler das Gefühl bekommen haben, dass hier ein mieses Spiel gespielt wird. Ich weiß nicht, ob das Türkei Bashing der letzten Wochen und Monate Spuren im Unterbewusstsein von Herrn Romanow hinterlassen hat oder ob er wirklich kein Feingefühl hat, wie man solch ein Spiel leitet. Er ist seiner Anti-Türkischer-SV-Linie über das ganze Spiel treu geblieben, das muss man ihm lassen.

Die Erste Rote Karte wurde nach einem unnötigen Kommentar „Wenn das abseits war, bin ich schwul“ für unseren Spieler Dogus Weber gezeigt. Die Aussage war unnötig, aber sie war nicht beleidigend und hat keinen inhaltlichen Sinn gehabt. Man konnte es deuten, wie man möchte. Wie so oft hat Herr Romanow die Aussage zu unserem Nachteil aufgefasst und den Spieler vom Platz gestellt. Die Beleidigungen die Herr Romanow angeblich zu hören bekommen hat, wollen wir weder bestätigen noch verneinen. Wir haben es als Verantwortliche einfach nicht mitbekommen.

Die zweite Rote Karte hat unser Spieler Erkam Vardar gezeigt bekommen. Der Schiedsrichter behauptet in seinem Bericht, dass Erkam gesagt hätte „Schiri, jetzt pfeif doch endlich mal, bist Du blind oder was“. Unser Spieler Erkam hat folgendes gesagt: „Schiri, jetzt pfeif doch endlich mal, siehst du das nicht? Das grenzt schon an Rassismus was hier passiert.“ Diese Aussage ist im Schiedsrichter-Bericht nicht zu lesen. Nach dem Spiel entschuldigte Erkam sich persönlich bei dem Schiedsrichter und hat sich auch bei den Hünfelder Spielern ordentlich verabschiedet.

Die dritte Rote Karte war auch strittig. Unser Spieler Gökhan soll einen auf dem Boden liegenden Spieler nach seinem Tor getreten haben. Dabei hat er sich aus einem Geflecht befreien wollen und ist dabei ungestüm auf den Hünfelder Spieler getreten. Da Herr Romanow das als Tätlichkeit bewertet hat, musste Gökhan das Spielfeld verlassen.

In der 80. Spielminute hat unser Torwart die Idee gehabt, die halbe Hünfelder Mannschaft bis zur Mittellinie auszufummeln. Nach einem Foul, das wiederum vom Schiedsrichter nicht geahndet wurde, konnte unser Torwart gestoppt werden. Nachdem Enver wieder aufgestanden war, hat er aus Frust den Hünfelder Spieler ins Gesicht gefasst und ihn geschubst und wurde dementsprechend vom Platz gestellt.

Als Fazit kann man sehen, dass es sich hier zwar um ein hitziges Spiel gehandelt hat, aber nicht wie in der Presse dargestellt, irgendjemand in Gefahr war. Es gab genug Provokationen auf und außerhalb des Spielfelds, aber das sind wir ja schon gewohnt. Daher ist unser Unverständnis lediglich gegen den Schiedsrichter gerichtet gewesen. Des Weiteren ist die Darstellung von Herrn Gräber eine Stammtischdarstellung, die wir in der Form nicht akzeptieren. Trotz allem möchten wir uns für dieses Spiel bei allen beteiligten entschuldigen. Wir sind stets bemüht bei der Integration von Migranten mitzuwirken. Dabei machen wir auch keine Unterschiede zwischen Türken oder anderen Nationalitäten. Bei uns ist jeder willkommen. Wir müssen jeden Tag mit genügend Vorurteilen und Hindernissen kämpfen. Aber wir geben niemals auf, unseren Beitrag für ein gemeinsames Miteinander in unserer Heimat Fulda zu leisten.

Jugendleitung Türkischer SV

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