29.09.2017

Über Borussia Fulda in die Zweite Liga

Was macht eigentlich Mikayil Kabaca?

Mikayil Kabaca trug eine Spielzeit lang das Trikot des SCB. Foto: Charlie Rolff

Die osthessische Fußballbühne hat einige Namen hervorgebracht, viele sind von ihr aber auch ganz schnell wieder verschwunden. Oft stellen sich Fußball-Nostalgiker später dann die Frage: "Was macht eigentlich...?". Dieser wollen wir auf den Grund gehen, weshalb wir in unserer Serie regelmäßig einen ehemaligen Spieler, Trainer oder Funktionär vorstellen. Als nächstes ist Mikayil Kabaca (40), Ex-Spieler des SC Borussia Fulda und inzwischen Team-Manager von Zweitligist SV Sandhausen, an der Reihe.

In der Spielzeit 2007/08 schnürte Kabaca für den SCB die Schuhe und kam in einer durchwachsenen Saison mit Platz zehn in der damaligen Oberliga Hessen auf 26 Einsätze. "Der Kontakt kam über Trainer Henry Lesser zustande, der einen sehr engen Draht zum damaligen Trainer vom FSV Frankfurt, Tomas Oral, unterhielt. Über eine Empfehlung von ihm hat mich Henry kontaktiert", berichtet Kabaca, der an die Saison 2007/08 aber nicht die besten Erinnerungen hat. "Es war viel Unruhe in der Mannschaft und im Verein, dazu sind wir mit dem zehnten Platz hinter den Erwartungen geblieben", erzählt Kabaca, der seinen Ex-Verein aber nach wie vor intensiv verfolgt.

"Ich habe die Hessenliga weiter im Blick und habe mich sehr über das positive Abschneiden der Borussia in der vergangenen Saison gefreut. In diesem Jahr bleiben sie wohl etwas hinter den Erwartungen zurück. Ich hatte ihnen schon zugetraut, dass sie um die Meisterschaft mitspielen können. Punktetechnisch hapert es aber scheinbar", beurteilt der 40-Jährige aus der Ferne. Kabaca war nach seiner Saison bei Borussia Fulda im Sommer 2008 für neun Jahre in die sportliche Leitung des damaligen Zweitligisten FSV Frankfurt gewechselt, um dort Team-Manager zu arbeiten. Somit kehrte zu dem Verein zurück, für den er von 1996 bis 2005 das Trikot im Seniorenbereich getragen hatte.

Beim Team aus dem Rhein-Main-Gebiet durfte Kabaca in acht Jahren Zweite Liga die wohl erfolgreichste Phase des Vereins begleiten. Doch bei den Bornheimern erlebte er nicht nur schöne, sondern auch schwierige Zeiten wie beispielsweise den unerwarteten Abstieg 2016 in die Dritte Liga, der in der Insolvenz und dem Abstieg in die Regionalliga im Sommer 2017 gipfelte. „Das tut noch immer weh, mir ist der Abschied im Sommer keineswegs leicht gefallen. Wichtig war mir aber, das alles sauber über die Bühne gegangen ist. Und wenn ich ab und an noch einmal im Stadion beim FSV Frankfurt bin, werde ich noch immer herzlich begrüßt und bin willkommen“, freut sich der frühere Mittelfeldspieler.

Spielberechtigungen, Aufenthaltsgenehmigungen und Hotelauswahlen

„Ich finde es sehr erfreulich, was der Verein in der Regionalliga aus seinen Möglichkeiten herausholt. Man darf nicht vergessen, unter welchen Voraussetzungen sie in die Saison gestartet sind. Daher habe ich großen Respekt vor jedem Verantwortlichen, der sich dieser Aufgabe gestellt hat und bereit ist, den Verein in dieser schwierigen Phase zu unterstützen.“

Kabaca selbst entschied sich im Sommer für einen Wechsel zum SV Sandhausen, der schon seit einigen Jahren Kontakt zu ihm pflegt und zu Beginn dieser Spielzeit auf der Suche nach einem neuen Team-Manager war. „Von den Gegebenheiten und Möglichkeiten kann man Sandhausen absolut mit dem FSV vergleichen. Der Verein ist sehr familiär geführt und weiß, wo er herkommt. Wir sind jetzt im sechsten Jahr in der Zweiten Liga und wollen dort noch ein paar Jahre bleiben. Vielleicht klopfen wir eines Tages sogar mal an der Bundesliga an. Das ist aber noch sehr weit weg und Zukunftsmusik“, sagt Kabaca, der sein Aufgaben-Gebiet als Team-Manager wie folgt umschreibt: „Ich kümmere mich um alle organisatorischen Angelegenheiten der Lizenzspielerabteilung. Das fängt bei Spielberechtigungen und Aufenthaltsgenehmigungen an und hört bei der Hotelauswahl bei Auswärtsspielen auf. Es ist so, dass bei einem kleinen Verein wie Sandhausen die Wege innerhalb des Clubs sehr kurz sind, so bist du in viele Entscheidungsprozesse involviert.“

Und die Arbeit in Baden-Württemberg macht dem Deutsch-Türken großen Spaß, dafür pendelt er gerne täglich 140 Kilometer einfache Strecke. "Wir haben eine sehr gute Zusammenarbeit im Verein. Egal ob Vorstands- oder Trainerteam. Ich kann mir vorstellen, hier für eine lange Zeit zu bleiben. Wir sind alle auf einer Wellenlänge und bei dem momentanen sportlichen Erfolg macht die Arbeit natürlich umso mehr Spaß", verrät Kabaca, der einen Einjahresvertrag bis Sommer 2018 unterschrieben hat.

Autor: Max Lesser

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