Löbigs Fahrradtour nach Pisa

Über die Alpen ans Mittelmeer

Tino Weingarten
06. Juni 2021, 06:24 Uhr

Marius Löbig und der schiefe Turm von Pisa. Hinter dem 27-Jährigen liegt eine zehntägige Fahrradtour. Foto: Privat

Als wir Marius Löbig am Telefon erwischen, gönnt sich der Spieler der SG Barockstadt gerade eine Erholung am Strand. Hinter ihm liegt eine mehr als 600 Kilometer lange Fahrradtour, die ihn und einen Kumpel von Füssen an der deutsch-österreichischen Grenze bis nach Pisa führte.

Eine Entspannung, die sich beide gerne nehmen wollten, denn zehn Tage dauerte die Reise. In Parma und am Gardasee legten Löbig und sein Kumpel einen Tag Pause ein. "Ein bis zwei Tage hätten wir vielleicht noch rausholen können, aber wir wollten auch Urlaub machen", sagt Löbig. Pisa als Ziel der Fahrradtour wurde dagegen recht spontan gewählt. "Pisa hatte die billigsten Rückflüge", lacht der 27-Jährige.

Dass es über Österreich nach Italien gehen sollte, war allerdings im Vorfeld geplant, da dort die Corona-Situation lockerer ist. "Und nachdem man sechs Monat eingesperrt war, wollten wir einfach mal wieder ein bisschen Urlaub machen", betont Löbig. Dabei legten beide täglich unterschiedliche Entfernungen zurück. Mal waren es 60 Kilometer, die längste Fahrt erstreckte sich über 110 Kilometer. "Wir haben geschaut, wo es hingehen kann. Das war alles relativ spontan, weil es auch Tage gibt, an denen man nicht die ganze Zeit Fahrrad fahren will", sagt Löbig.

Oder es gibt Hürden, mit denen sich nicht planen lässt. Zwei Regentage mussten beide über sich ergehen lassen, kaputte Ketten und platte Reifen sorgten zumindest für einen kurzen, reparaturbedingten Stopp. Und dann wäre da noch ein Hund, der beide zweimal an der Weiterfahrt hinderte. "Das war anscheinend seine Straße", nimmt Löbig das Aufeinandertreffen mit dem Vierbeiner mit Humor.

"...Das ist wie Fahrradfahren"

Für ihn war es nach der Reise nach Amsterdam im vergangenen Jahr die zweite große Tour auf dem Fahrrad. Obwohl es nach der Reise über die Alpen nach Pisa den Anschein macht, ist Marius Löbig nicht der leidenschaftliche Radfahrer. Häufig habe er in der langen Pause nicht auf dem Fahrrad gesessen, sagt er, bereitete sich höchstens zwei Wochen vor der Reise mit einigen Fahrten vor. Hat er nun Blut geleckt? "Ich möchte schon noch ein, zwei größere Touren machen, weil man viel sieht und die Freiheit sehr schön ist. Aber ich bin dann doch lieber der, der im Flugzeug sitzt."

Am Strand hieß es nun, die Seele noch einmal baumeln zu lassen, bevor Trainer Sedat Gören am Montag zum lockeren Auftakt bittet. Wobei das für Löbig und Co. weniger Pflicht als Freude ist, nach langer Abstinenz wieder gegen den Ball zu treten. "Letzte Saison haben wir auch nur zwei Monate gespielt. Man kann sagen, dass die Pause fast eineinhalb Jahre gedauert hat", so Löbig, der zwar damit rechnet, dass alle etwas länger brauchen werden, ihre Form zu finden, aber auch weiß: "Fußball verlernt man nicht, würde ich sagen. Das ist wie Fahrradfahren."

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