12.05.2016

Utopie soll für Steinbach Realität werden

Verbandsliga: Ein Punkt fehlt noch zu historischem Titel – höchstens

Petr Kvaca (rechts) und der SV Steinbach hätten gegen Schwalmstadt schon alles klar machen können, wollen dies aber nun tunlichst in Willingen nachholen. Foto: Charlie Rolff

Nachdem das Meisterstück gegen den FC Schwalmstadt noch nicht gelingen wollte, folgt am Samstag Versuch Nummer zwei beim abstiegsbedrohten SC Willingen. Ein Remis reicht bereits, um den größten Erfolg der Historie dingfest zu machen.

SC Willingen – SV Steinbach (Samstag, 18 Uhr).

„Wir können was erreichen, das für den SV Steinbach eigentlich utopisch ist“, ist sich SVS-Coach Karl-Josef Müller der Bedeutung im Klaren, die er auch den Spielern vor Augen führen wird: „Es muss jedem Spieler bewusst sein, was er erreichen kann. Jeder muss, genau wie in den vergangenen Wochen, voll fokussiert sein und darf sich nicht damit beschäftigen, welche Hose er am Abend vielleicht anziehen könnte.“ Am Abend verweilen die Steinbacher erst mal im Partymekka Willingen, fahren allerdings ganz egal wie das Spiel ausgeht, ohne Übernachtung wieder nach Hause.

Vor Willingen warnt Müller aus gutem Grund: Einerseits geht es für den SCW noch um den Klassenerhalt, andererseits punktete er zuletzt in Bad Soden (2:2) und hätte beinahe auch was in Hünfeld (1:2) mitgenommen. Zudem ließ Steinbach schon im Hinspiel (2:2) Federn. „Das ist eine sehr robuste Mannschaft, die immer an sich glaubt und sehr homogen ist. Das habe ich in Hünfeld gesehen.“ Den nötigen Punkt aber, das ist klar, wolle sich der SVS freilich holen, um das Pfingstwochenende in vollen Zügen genießen zu können.

Unter Umständen kann sogar schon heute der Titel gefeiert werden, dann nämlich, wenn Hessen Kassel II nicht gegen Melsungen gewinnt: „Da müssen wir uns überhaupt nicht mit beschäftigen. Wenn´s passieren soll, dann passiert´s. Wenn der SV Steinbach Verbandsliga-Meister werden kann, dann darfst du keine Ansprüche mehr haben, wann und wo das geschehen soll“, versucht Müller noch einmal die Bedeutung herauszuheben.

Hünfelder SV – SSV Sand (Samstag, 15.30 Uhr).

Vor dem Spiel steht die Verabschiedung der Spieler, aber vor allem die von Abteilungsleiter Joachim Hess. Die Hünfelder werden gewillt sein, ihrem Chef einen Sieg zu schenken, um nachher gebührend zu feiern. Ein Erfolg würde gleichzeitig helfen, um noch einmal Platz vier anzugreifen, der von Sand belegt wird und nur noch fünf Zähler weg ist. Sand hat hingegen die überragende Ausgangsposition im Kampf um Platz zwei in den vergangenen Wochen fast schon fahrlässig verspielt. Die Chancen auf den begehrten Platz sind bei drei Punkten Rückstand eher theoretischer Natur, schließlich müsste neben Hessen Kassel II auch noch Schwalmstadt Federn lassen.

SV Neuhof – TSV Korbach (Samstag, 16 Uhr).

„Die Mannschaft hat einen einstelligen Tabellenplatz verdient und dafür benötigen wir drei Punkte gegen Korbach“, sagt Alexander Bär. Ein einfaches Spiel erwarte der Sportliche Leiter Neuhofs nicht, schließlich wolle sich Absteiger Korbach ordentlich aus der Liga verabschieden und nicht über 100 Kilometer auf sich nehmen, „um sich die Bude vollhauen zu lassen“. Für den rotgesperrten Matej Stencek soll Dogus Albayrak ins Tor zurückkehren. Falls dieser widererwartend nicht fit ist, wird erneut Kapitän Tobias Manns „positionsfremdeln“. „Von seinem 20-minütigen Auftritt in Sand bin ich immer noch entzückt“, sagt Bär lachend.

1. FC Schwalmstadt – TSV Lehnerz II (Samstag, 15 Uhr).

Ohne Hilfe „von oben“ müht sich die Lehnerzer Reserve erfahrungsgemäß mehr als mit. Und auch in Schwalmstadt wird keine große Unterstützung zu erwarten sein, da sich die meisten Akteure bereits „festgespielt“ haben und zusätzlich die Hessenliga-Elf parallel im Einsatz sein wird. Schwalmstadt kämpft nach wie vor mit Hessen Kassel II um Rang zwei und die damit verbundene Teilnahme an den Aufstiegsspielen zur Hessenliga. Gerade erst in Steinbach zeigte die Schweigert-Elf, dass sie durch körperliche Präsenz und Zweikampfstärke besticht und dazu über ganz feine Fußballer wie Steven Preuß, Sefa Cetinkaya oder Jan-Henrik Wolf verfügt.

SG Schauenburg – SG Bad Soden (Samstag, 15.30 Uhr).

Nein, auch gegen Willingen sollte es nicht sein. Die SG Bad Soden findet einfach nicht mehr in die Spur und belegt in der Rückrundentabelle mittlerweile einen Abstiegsplatz, nach der Vorrunde waren die "Sprudelkicker" noch gleichauf mit Fast-Meister Steinbach. Um nicht mit allzu vielen negativen Gedanken in die neue Saison zu gehen, bedarf es Punkte. Bei Schlusslicht SG Schauenburg sollte dies möglich sein. Der Mitaufsteiger steht längst als Absteiger fest und verlor von den vergangenen elf Spielen zehn.

SVA Bad Hersfeld – SV 07 Eschwege (Freitag, 18.30 Uhr).

Dem sportlichen Klassenerhalt sind die Asbacher ganz nahe, schließlich wurde Willingen mittlerweile eingeholt und die Upländer könnten dank eines Heimsiegs gegen Eschwege sogar distanziert werden. Zumindest über Nacht, vielleicht sogar auf Strecke, sofern Steinbach am Samstag in Willingen gewinnt.

Autor: Johannes Götze

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