FIFA will einheitliches Regelwerk

Video-Assistent-Referee bald bis in die C-Liga?

22. November 2020, 10:19 Uhr

Kommt der Videobeweis künftig sogar in den untersten Klassen? Symbolbild: Kevin Kremer

Der Video-Assistent-Referee: Fluch und Segen zugleich in den Profi-Ligen dieser Welt. Während die Bundesliga seit der Saison 2017/2018 auf die technischen Hilfsmittel setzt, könnten jene Methoden künftig sogar bei den Amateuren Einzug halten. Die FIFA plant einen VAR "light", da das Regelwerk zwischen Profis und Amateuren einheitlicher werden soll. Das geht aus einem Bericht des "Kicker" hervor.

Am Dienstag informierte die FIFA darüber, dass der sogenannte Video-Assistent-Referee (VAR) "light" in Folge einer am 27. Oktober abgehaltenen Video-Konferenz von 13 Organisatoren so langsam Konturen annehme. Ziel dieses VAR "light" sei es, ihn möglichst in allen Spielklassen einsetzen zu können. Um also auch den Schiedsrichtern im Amateurfußball das Leben zu erleichtern. Wie die Umsetzung genau erfolgen soll, ist derweil noch offen. Neue Kameratechniken und entsprechende Software lassen allerdings hoffen, dass Schiedsrichter in den unteren Ligen eine Hilfe bekommen.

Wie weit das Thema allerdings noch weg ist, wird allein daran deutlich, dass die Schiedsrichtergremien davon noch nicht in Kenntnis gesetzt wurden. Steffen Gaschitz, Kreisschiedsrichterobmann im Kreis Lauterbach/Hünfeld, kann jedenfalls bestätigen, dass dies in bislang keiner Sitzung zur Ansprache kam. "Außerdem stelle ich mir die Umsetzung äußerst schwierig vor. Man würde flächendeckend auf allen Sportplätzen die Technologie benötigen. Allein darin sehe ich schon einen großen Punkt, der kritisch zu beäugen ist. Zudem wäre wohl nur eine Kamera vorhanden. Wie soll der Schiedsrichter damit entscheidende Situationen bewerten? Es ist ja in der Bundesliga schon sichtbar, dass dort bei jeder Aktion unzählige verschiedene Kamerapositionen begutachtet werden, ehe eine Entscheidung gefällt wird. Für mich ist das eine Geschichte, die im Profisport bleiben sollte. Begegnungen im Amateurbereich würden nur in die Länge gezögert werden", sagt Gaschitz. Einen Pluspunkt sieht der KSO einzig darin, dass die Bilder im Nachgang zur Bewertung von Roten Karten herbeigezogen werden können: "So kann das Sportgericht eine angebrachte Strafe fällen, weil sich einfacher ein Bild machen lässt."

Die zuständige Arbeitsgruppe habe in ihrem Meeting unter anderem variable Kostenfaktoren, den möglichen Qualitätsabfall und die Mindestanforderungen für ein solches Technologie-Setup diskutiert. Nun sollen der FIFA und dem IFAB (International Football Association Board) die nächsten Entwicklungsschritte zur Umsetzung des Konzepts VAR "light" vorgelegt werden. Auf der Agenda des Meetings am 27. Oktober stand außerdem die Präsentation der Fortschritte in der Entwicklung einer halbautomatischen Technologie, die die Identifizierung von Abseitssituationen so effizient wie möglich machen soll.

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