12.03.2018

Voll sieht ein "Geisterschiff"

Buchonen müssen Blick weiter nach unten richten

Fabian Schaub (blaues Trikot) war in der Offensive oft auf sich alleine gestellt. Foto: Charlie Rolff

Nach der 0:3-Niederlage in der Hessenliga gegen den FC Ederbergland geht Meik Voll, Trainer des SV Buchonia Flieden, auf Ursachenforschung.

Meik Voll ist nicht als jemand bekannt, der auf den Mund gefallen ist. „Doch nach der Partie bin ich auf der Suche nach den richtigen Worten – und das kommt nicht oft vor“, so Voll, der sich selbst nicht erklären konnte, wieso seine Mannen nach einer ganz starken Trainingswoche nicht die Leistung auf das Feld bringen konnten.

„Wir hätten noch zwei Stunden spielen können, wir hätten kein Tor geschossen. Uns hat Zielstrebigkeit und Konsequenz gefehlt. Die Chancen waren ja vorhanden, aber Ederbergland war einfach effektiver und hat uns so die Hosen heruntergezogen“, stellte Voll nach der Partie fest. Gerade das Offensivspiel der Buchonia war zu ausrechenbar, viel zu oft wurde der lange Ball auf Fabian Schaub gesucht, der zunächst hinter Dario Stange auf der Zehn begann, dann aber relativ schnell mit dem jungen Angreifer die Rollen tauschte. „Wir wussten, dass Flieden keine spielstarke Mannschaft ist, die dich in Grund und Boden spielt. Entscheidend war, die langen Bälle zu kontrollieren“, lobte Ederbergland-Trainer Vladimir Kovacevic seine Mannen, der von einem verdienten Erfolg sprach, der letztlich aber zu hoch ausgefallen sei.

Offensichtlich war am Samstagnachmittag das Fehlen der Mittelfeldspieler Christopher Krause (Knorpelschaden, Comeback in dieser Spielzeit äußerst fraglich) und Andreas Drews (Knieprobleme). „Uns hat ein Wortführer gefehlt. Wir waren viel zu still auf dem Feld. Ich hatte phasenweise das Gefühl, dass über den Kunstrasenplatz ein Geisterschiff fliegt. Fakt ist: Derzeit können wir solche Ausfälle einfach nicht kompensieren“, stellte Voll völlig zurecht fest, der mit Luca Gaul (21) und Moritz Lingenfelder (19) auf eine ganz junge Doppelsechs vertraute. Das Duo war zwar sehr bemüht, doch gerade im spielerischen Bereich fehlte den Fliedenern einfach fußballerische Qualität, um gegen das Bollwerk des FCE Lösungen zu finden. „Ich kann meine Mannschaft nur warnen: In Sachen Klassenerhalt ist noch nichts erledigt. Wir haben noch zehn Spiele und das wird ein ganz schwerer Job“, machte der Fliedener Übungsleiter deutlich.

Nicht verkneifen konnte sich Voll eine Spitze gegen die Zuschauer. „Ich werde mit meinen Worten vorsichtig sein, denn es gibt genug Leute draußen an der Barriere, die die richtigen Worte finden und Scheißdreck erzählen. Diesen lasse ich heute die Genugtuung und die Möglichkeit, sich das Maul zu zerreißen.“

Autor: Max Lesser

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