Analyse der B-Liga Fulda

Von 13 auf 1 – und in die A-Liga?

19. Februar 2021, 06:17 Uhr

Während Justin Boller (links) und Frischauf Fulda auf den Aufstieg hoffen, wollen Markus Michel und Rommerz II den Abstieg verhindern. Foto: Charlie Rolff

Seit 2016 schafften es sechs erste Mannschaften raus aus der B-Liga Fulda. Es sieht gut aus, dass im Sommer eine weitere dazukommt – Frischauf Fulda befindet sich in der Pole Position.

Die Lage

Die Liga ist schnell in zwei Hälften unterteilt. Unter den ersten acht stehen die vier ersten Mannschaften sowie diejenigen Reserven, die bei ihren ersten Mannschaften in der Gruppenliga spielen. In der unteren Tabellenhälfte folgen Zweitvertretungen von Kreisober- und A-Ligisten, die kaum Ambitionen nach oben haben.

Top

Wintermeister Frischauf Fulda hat den größten Sprung aller Teams hingelegt. Platz 13 stand in der abgebrochenen Vorsaison zu Buche, mit 81 wurden die zweitmeisten Gegentreffer kassiert. Nun ist Frischauf als einziges Team der Liga ungeschlagen und hat die drittwenigsten Tore kassiert. Auch bei den anderen ersten Mannschaften geht es bergauf: Aschenberg United war vor einem Jahr Vorletzter und steht jetzt auf Rang sechs. Auch Buchonia Fulda und Giesel haben sich ganz oben eingenistet und deutlich gesteigert.

Flop

Es fällt schwer, von einer Mannschaft als Flop zu sprechen, schließlich hinkt keiner so wirklich seinen Ansprüchen hinterher. Den einzigen Nichtantritt in dieser Saison gab es auf Seiten des Türkischen SV Fulda II, der gegen Frischauf nicht genügend Spieler auf den Platz bekam. Die schwierige Personallage bei den Türken wurde auch gegen Hosenfeld II deutlich, als gerade einmal elf Spieler gefunden werden konnten und die Gruppenliga-Reserve beim 14:0 den höchsten Sieg dieser Spielzeit einfuhr. Sportlich stünde der TSV trotzdem gut da, wären da nicht die Vorfälle im Spiel bei Bimbach II gewesen. Mehmet Oguz brannten die Sicherungen durch, attackierte den Schiedsrichter und sorgte für einen Spielabbruch. 28 Spiele Sperre und sechs Punkte Abzug waren die Folge, so dass statt Platz 10 Rang 14 zu Buche steht.

In Erinnerung bleibt

Das Duell zwischen Wintermeister Frischauf Fulda und Vorjahresmeister Kerzell/Löschenrod II war eines Topspiels würdig. 5:3 gewannen die Fuldaer, Spielertrainer Besfort Tafolli – früherer Kerzeller – traf doppelt. Tafolli gehört zu den zahlreichen Spielern, die schon höherklassig Erfahrungen sammeln konnten, und konnte für die Restrunde mit Alban Hyseni (früher Borussia Fulda, Neuhof, Schlüchtern) einen weiteren Top-Mann für die B-Liga generieren – damit hat der Aufstiegsaspirant schon 18 Neuzugänge in dieser Saison eingetütet.

Zahlenspiel

Mit 52, also mehr als fünf pro Spiel, hat der Türkische SV die mit Abstand meisten Gegentreffern kassiert. Sechs davon kamen aufgrund von Spielwertungen hinzu, der Schnitt hätte also noch einmal deutlich schlechter aussehen können. Die beste Offensive stellt mit 41 Treffern Kerzell/Löschenrod II. Der Meister hat das Kunststück fertig gebracht, alle sechs Heimspiele zu gewinnen. Auswärts gab es aber nur drei Punkte aus vier Spielen. Frischauf hat dagegen auswärts alle Begegnungen siegreich bestritten.

Ausblick

Frischauf Fulda ist der große Favorit auf die Meisterschaft – zusätzlich deshalb, weil mit Alban Hyseni im Winter ein weiterer hochkarätiger Neuzugang hinzugestoßen ist. Härtester Widersacher im Aufstiegsrennen dürfte Giesel sein, doch aufgrund der starken Konkurrenz dürfte die Truppe von Maik Schmidt wie im Vorjahr leer ausgehen. Im Keller werden Maberzell/Gläserzelll II, der Türkische SV II und Rommerz II den Absteiger unter sich ausmachen.

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