10.10.2018

Was ist denn mit Dirlos?

KOL Mitte: FSG hat brenzlige Situation erkannt

Fast ungläubig schaut FSG-Spielertrainer Alexander Lembcke (rechts) nach diesem Zweikampf mit Künzells Jonas Aschenbrücker. Auch der Blick auf die Tabelle ist für viele Außenstehende zurzeit unverständlich. Foto: Charlie Rolff

Dass in der diesjährigen Kreisoberliga-Mitte-Saison einige vermeintliche Favoriten aufgrund der Leistungsdichte der Mannschaften auf der Strecke bleiben würden, war fast schon zu erwarten. Dass sich letztjährige Top-Teams nun aber gar im Tabellenkeller wiederfinden, kommt überraschend. Zu diesen gehört die FSG Dipperz/Dirlos, die nach zwei starken Spielzeiten derzeit kleinere Brötchen backen muss.

„Was ist denn mit Dirlos?“, könnte man nun also auch ohne Anspielung auf jegliche Wortspiele bezüglich der Situation in Dipperz und Dirlos fragen. Der Sportliche Leiter Pietro Ferrara hat gleich drei Gründe für die momentane Krise ausgemacht: „Personell haben wir momentan die Seuche. Das sind wir so gar nicht gewohnt aus den vergangenen Jahren“, sagt Ferrara. Stammspieler wie Maximilian Rosada, Moritz Goldbach, Torwart Lukas Stüss und Neuzugang Florian Beier fehlen bereits seit einigen Wochen, auch Führungskräfte wie Timo Klee und Trainer Alexander Lembcke waren häufig nicht fit. Lange verletzte Spieler wie Kapitän Florian Stüss mussten daher von null auf hundert wieder einsteigen.

„Wir haben aber immer noch eine gute Mannschaft auf dem Platz stehen, es gibt genügend Spieler, auf die wir zurückgreifen können. Schließlich spielt unsere Reserve in der B-Liga oben mit. Wenn du aber inzwischen fünf Spiele in Folge verloren hast, schaltet sich irgendwann der Kopf ein“, kommt Ferrara zu Punkt zwei. Gerade vorne ist gerade der Wurm drin, nur zwei Treffer erzielte die FSG in den vergangenen fünf Spielen. Dabei war Dipperz/Dirlos mit 15 Punkten aus acht Partien sogar respektabel gestartet, mit Niederlagen wie dem 0:5 bei Barockstadt III oder dem kürzlichen 0:2 gegen Simmershausen, damals noch Schlusslicht, wurden zuletzt aber Negativhöhepunkte erreicht.

Und so ist Ferrara auch schon beim dritten und letzten Grund angelangt: „In so einer starken Kreisoberliga kannst du dir so etwas nicht leisten. Jeder Gegner hat eine gewisse Qualität“, sagt der Sportliche Leiter, der nach den Rängen sechs und vier in den vorherigen Spielzeiten erneut eine Top-fünf-Platzierung angestrebt hatte, das Saisonziel inzwischen jedoch korrigiert hat. „Wir haben die Situation erkannt. In dieser Klasse müssen wir jetzt erst einmal Punkte gegen den Abstieg sammeln. Das sagen ja auch Vereine wie Kiebitzgrund/Rothenkirchen, Künzell II oder Edelzell/Engelhelms in den Medien, obwohl diese punktetechnisch schon deutlich besser aufgestellt sind als wir.“

Kampf um den Klassenerhalt statt erneute Top-Platzierung

Viele Beobachter hatten die Lembcke-Elf sogar als Titelfavorit auf dem Zettel, nach zwei guten Saisons sowie angesichts der namhaften Zugänge Marcel Schwab (TSV Künzell), Florian Beier (SV Großenlüder) und Patrick Müller (RSV Petersberg) alles andere als unverständlich. „Alle Mannschaften wollen die Favoritenrolle von sich selbst weisen, und so wurden wir in diese reingeschoben. Wir merken jetzt aber auch, dass in den vergangenen zwei Jahren alles rund lief. So hatten wir geglaubt, dass ein fünfter Platz erneut realistisch ist. In der jetzigen Situation ist er das aber nicht, obwohl uns alle drei Neuen weiterbringen“, betont Ferrara.

Statt um Top-Platzierungen geht es daher zunächst einmal um den Klassenerhalt. Als 13. steht Dipperz/Dirlos momentan auf einem möglichen Relegationsplatz. Richtungweisend wird das Wochenende, an dem es zu den direkten Konkurrenten Michelsrombach/Rudolphshan und Haimbach geht. „Natürlich sind diese Spiele wichtig, dennoch wollen wir als erstes Ziel erst einmal kleine Schritte gehen. Es wäre vermessen zu sagen, dass wir jetzt sechs Punkte holen müssen. Selbst wenn das Wochenende nicht nach unseren Vorstellungen abläuft, sind gerade einmal die Hälfte der Spiele gespielt“, baut der Sportliche Leiter keinen allzu großen Druck auf.

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