11.10.2018

Weber hebt den Zeigefinger

Trainer sieht neuerliche Tedenzen einer falschen Zufriedenheit

Am Samstag sollten die Kräfteverhältnisse nicht so klar verteilt sein, wie in der Vorwoche. Da waren Niclas Rehm und Co. gegen Damjan Marceta teils überfordert. Foto: Siggi Larbig

Das 0:7 in Gießen sollte beim Hünfelder SV für genügend Erdung gesorgt haben. Doch vor dem Oktoberfest-Heimspiel gegen den KSV Baunatal am Samstag (15 Uhr) stellt Trainer Dominik Weber Tendenzen fest, die ihm beim Hessenliga-Aufsteiger nicht gefallen.

Gerne hätte er in den Einheiten zu Wochenbeginn die Fehler in Gießen angesprochen, doch sowohl am Montag als auch am Dienstag war schlichtweg kaum Masse zugegen, um eine vernünftige Analyse durchführen zu können. „Drei, vier Spieler waren beruflich verhindert, ein, zwei verletzt, ein, zwei krank. Mit zwölf Spielern brauchst du kein Spiel im Detail aufzuarbeiten“, bemängelt Weber. Dass zudem der Trainingsbetrieb leide, statt gruppentaktischer mehr individuelle Inhalte im Fokus stünden, ärgert Weber gerade im Hinblick auf Samstag immens, „weil Baunatal ein superschwerer Gegner ist, es für uns aber gleichzeitig ein superwichtiges Spiel ist, auf das es sich vernünftig vorzubereiten gilt“.

Und so erlangt Weber zu der Kenntnis, „dass ich insgesamt die Gefahr sehe, dass wir wieder an einem Punkt anlangen, an dem wir bereits zu Saisonbeginn nach den Erfolgen gegen Barockstadt und Hessen Kassel waren – nämlich eine Art Zufriedenheit entwickeln, die allerdings vollkommen Fehl am Platz ist“. Weber will viel eher neuerlich ein Team auf dem Platz sehen, das alle Attribute abruft, die die Serie mit zehn Punkten aus vier Spielen vor den Gießen-Blattschuss ermöglicht hatten.

Personallage entspannt sich zusehends

Baunatal sah Weber in dieser Saison sowohl im Video als auch live, und stellt fest, „dass der KSV einen klaren Fußball spielt, vom Ablauf her und der Körperlichkeit sehr gut unterwegs ist“. Auf Teufel komm raus dürfe seine Mannschaft dementsprechend nicht stürmen, doch mit dem gewonnenen Selbstverständnis soll sich auf keinen Fall eingeigelt werden. Stichwort gegen den Tabellendritten sei somit einmal mehr die notwendige Balance aller Mannschaftsteile.

Zu dieser könnte nunmehr auch der flinke Neuzugang Daniel Kornagel beitragen. Den im Sommer von Borussia Fulda gekommenen Außenstürmer plagte wochenlange eine hartnäckigen Obschenkelblessur, nun ist er seit anderthalb Wochen wieder voll ins Training eingestiegen. Kevin Krieger meldete sich bereits in Gießen zurück, auch Sven Bambey ist wieder dabei. Dementsprechend fehlt derzeit „nur“ noch ein Trio: Während Sebastian Körner Oberschenkelprobleme plagen, sind die beiden Verteidiger Nicolas Häuser und Steffen Witzel auf einem guten Weg. „Beide laufen schon wieder. Wir wollen sie langsam heranführen“, sagt Weber und geht davon aus, beide noch in diesem Jahr wieder auf dem Platz sehen zu können.

Autor: Johannes Götze

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