17.05.2018

Wenn der Kopf zum dritten Bein wird

Verbandsliga: Lehnerz II will sich Platz zwei nicht nehmen lassen

Sedat Gören hofft auf freie Köpfe bei seinen Mannen. Foto: Charlie Rolff

Johannesberg stellte seine mentalen Probleme gegen Neuhof eindrucksvoll unter Beweis, löst es der TSV Lehnerz II im Kampf um Platz zwei gegen Kellerkind Kaufungen besser? Derweil blickt halb Osthessen gebannt auf die SG Bad Soden, die den Rattenschwanz, den der KSV Hessen Kassel in der Regionalliga auslösen könnte, mit dem Vermeiden des viert- oder fünftletzten Platz abrupt abstoppen könnte.

SG Bad Soden – TSV Mengsberg (Samstag, 16 Uhr).

Vielleicht reicht der SG Bad Soden der aktuelle 13. Platz zum Klassenerhalt, vielleicht muss sie aber auch noch einen Rang gutmachen. Klar ist, dass der Abstiegskampf auf ein Herzschlagfinale hinauslaufen könnte. Denn während Mengsberg, Hessen Kassel II und Petersberg bereits als Absteiger feststehen, versuchen mit Kaufungen, Rothwesten (beide 39 Punkte), Dörnberg (36), Bad Soden (35) und Schwalmstadt (34) fünf Teams den Abstieg noch zu vermeiden. Und so ganz ausgeschlossen ist es nicht, dass die Tabelle nach dem Wochenende noch deutlich enger sein wird. Kein unwahrscheinliches Szenario: Soden schlägt das abgeschlagene Schlusslicht Mengsberg, Dörnberg gewinnt das direkte Duell gegen Rothwesten, Kaufungen verliert beim um den Aufstieg kämpfenden TSV Lehnerz II und Schwalmstadt siegt beim seit Monaten schwächelnden CSC 03. Zwei Punkte würden fünf Teams vor dem letzten Spieltag trennen, davon eines oder gar zwei absteigen müssen – und das mit vielleicht 41 Punkten. Zweitligaverhältnisse in der Verbandsliga.

"Das wäre schon Wahnsinn", sagt Sodens Coach Anton Römmich, der weiß, "dass wir es nicht mehr in der eigenen Hand und sicherlich auch nicht das leichteste Restprogramm haben". Am letzten Spieltag steht bekanntlich der schwere Gang nach Neuhof an. Und so heißt es auf Strauchler der Konkurrenz zu hoffen – am besten schon am Wochenende –, um mit einem guten Gefühl ins letzte Spiel zu gehen. Doch vorher gilt es Mengsberg zu schlagen: "Wenn wir es da nicht schaffen, mit geduldigem Spiel zum Erfolg zu kommen, könnte es schwierig werden", glaubt Römmich und wird sicherlich ein paar Infos vom Auftritt in Hünfeld zusammengetragen haben. Gute 30 Meter vor dem eigenen Tor verteidigte der erste Mengsberger, die Gäste entnervten den Meister völlig. Ein Tor nach Fehler im Aufbauspiel der Mengsberger, ein Tor nach einer Ecke. Mehr war nicht, auch keine Chancen in Hülle und Fülle. Zwei Außenbahnspieler werden fehlen: Lars Jordan und Kevin Demuth sind privat verhindert.

TSV Lehnerz II – SV Kaufungen 07 (Sonntag, 15 Uhr).

Mit Vergnügen hat die Lehnerz-Reserve die Pleite des Nachbarn Johannesberg gegen Neuhof zur Kenntnis genommen und sich somit wieder in die Pole Position um Platz zwei gebracht. „Und jetzt wollen wir den zweiten Platz erreichen und auch auf gar keinen Fall mehr nehmen lassen, wir haben es in der Hand“, unterstreicht TSV-Trainer Sedat Gören mit Nachdruck, weiß aber, „dass man jetzt immer mehr sieht, welche Rolle der mentale Bereich spielt“. Aber das sei in Zeiten, in denen es wirklich um die Wurst gehe, ja nicht neu, weshalb er glaubt, dass seine Mannen nun die Herausforderung anzunehmen wüssten. „Nur mit mentaler Ruhe schaffen wir es, gleich Kontrolle in das Spiel zu bekommen und das muss gerade gegen Kaufungen von Beginn an der Fall sein“, erklärt Gören, der wieder auf Jan-Henrik Wolf zurückgreifen kann. Gegen Abstiegskandidat Kaufungen gelte es deren Toptorjäger Tobias Boll keinesfalls zu große Räume zu gewähren. Kaufungen kämpft derweil noch gegen den Abstieg, hatte nach guter Hinrunde zuletzt komplett die Konstanz verloren, sollte mental dementsprechend auch nicht auf der Höhe sein.

SV 07 Eschwege – RSV Petersberg (Sonntag, 15 Uhr).

Die letzte Verbandsliga-Dienstreise führt den RSV nach Eschwege. Die Nullsiebener sind – wie gewohnt – wankelmütig durch die Saison gekommen und stehen jenseits von Gut und Böse.

Autor: Johannes Götze

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