03.12.2018

Wenn Kritik üben zum Privileg wird

Hessenliga: Zlatko Radic hat rasch neue Hoffnung entfacht

Nicht nur wegen seiner Saisontore fünf und sechs stellt Fliedens Fabian Schaub (rechts, hier gegen Marc Züge) wieder den Sieggarant früherer Tage dar. Foto: Charlie Rolff

Mit einem guten Gefühl hat sich der SV Buchonia Flieden in die dreieinhalb Monate lange Hessenliga-Winterpause verabschiedet und ist nach dem verdienten 3:0-Sieg gegen einen dankbaren Gegner aus Neu-Isenburg wieder positiv gestimmt, auch nächstes Jahr dieser Klasse anzugehören. Dank Kampfkraft, Effizienz und Spielglück war die Partie schon zur Pause durch.

Nein, so gut wie das vorherige 5:2 gegen Eddersheim sei das Spiel diesmal nicht gewesen, schließlich habe man schwer in die Partie gefunden und Neu-Isenburg zwei sehr gute Chancen zugestanden. Dazu habe man es mit dem komfortablen Vorsprung im Rücken nach der Pause zu lax angegangen: Der neue Trainer Zlatko Radic darf sich schon ein bisschen privilegiert fühlen, Kritik anzubringen, obwohl vorher drei sichere Punkte aufs Fliedener Konto gewandert sind. Dieser Umstand war in den vorherigen 19 Saisonspielen dieser schwierigen Hinserie doch höchst selten gegeben.

Der 49-Jährige hat nach dem bitteren 2:5 in Ederbergland in den folgenden beiden kriegsentscheidenden Heimspielen schnell die Kurve bekommen und die fast schon verloren geglaubte Hoffnung im Hinblick auf den Klassenerhalt wieder entfacht. „Zlatko macht ein gutes Training und hat schnell einen Draht zum Team gefunden“, lobt Kapitän Andreas Drews, der es sich im zweiten Durchgang gar erlauben konnte, einen Strafstoß zu vergeben. „Ich wollte halt unbedingt zu Fabi Schaub aufschließen, weil der ein Tor mehr hat“, erklärte Drews schmunzelnd.

Jener Schaub hatte das Spiel mit zwei Toren für Flieden in die richtigen Bahnen gelenkt: Der flache Freistoß aus 25 Metern zum 1:0 (27.) und der Kopfballaufsetzer zum 3:0 mit dem Pausenpfiff waren Zeugnis dafür, dass der 28-Jährige wieder die Form besserer Tage zurückgefunden hat. Dazu kam der erste Elfmeter im Spiel, den der etatmäßige Schütze André Leibold sicher zum 2:0 verwandelt hatte (41.).

Neu-Isenburgs Coach Peter Hoffmann ärgerte sich doppelt über den Strafstoß, war Julian Cichutek völlig unnötig ins Tackling gegen Marc Röhrig gegangen, um in der Folge auch noch Gelb-Rot zu sehen. Der Clinch im Hinblick um fünf suspendierte Spieler vor wenigen Wochen hat den 03ern zugesetzt, doch Hoffmann erklärte in seiner positiv-pragmatischen Art, „dass wir zwar mit einem schlechteren Gefühl als Flieden in die Pause gehen. Aber letztlich haben wir gleich viele Punkte, es geht ab Februar wieder bei Null los.“

Autor: Christian Halling

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